Russlands Chefermittler droht Journalist mit Tod

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Alexander Bastrykin soll einem Journalisten mit dem Tod gedroht haben.

Moskau - Angebliche Morddrohung gegen die Zeitung “Nowaja Gaseta“: Vize-Chefredakteur Sergej Sokolow ist ins Ausland geflohen, nachdem ihn Russlands Chefermittler Alexander Bastrykin mit dem Tod bedroht haben soll.

Der Journalist hatte Bastrykin zuvor in einem Kommentar scharf für die schleppende Aufklärung eines Massakers von Kriminellen mit 12 Toten in Südrussland kritisiert. Die Staatsduma kündigte eine Untersuchung an, wie die Agentur Interfax meldete. Kremlchef Wladimir Putin wurde nach Angaben seines Sprechers über den Vorfall informiert. Die Ermittlungsbehörde äußerte sich nicht.

“Dass der russische Chefermittler den Leiter unserer Investigativ-Abteilung in den Wald entführen lässt und dann bedroht, ist ein einmaliger Vorfall“, sagte “Nowaja Gaseta“-Chefredakteur Dmitri Muratow der Deutschen Presse-Agentur. Für das von Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow mitgegründete Blatt hatte auch die 2006 ermordete Reporterin Anna Politkowskaja gearbeitet. Angeblich hatten Sicherheitsbeamte Sokolow auf Anweisung Bastrykins in einen Wald gefahren. Dort habe Bastrykin selbst dem Journalisten gedroht, sagte Muratow.

Der Chefredakteur forderte in einem Offenen Brief Sicherheitsgarantien für seine Journalisten. Mehrere Reporter des Radiosenders Echo Moskwy wurden unterdessen vor einer geplanten Solidaritätsbekundung für Sokolow vor dem Gebäude des Ermittlungskomitees festgenommen.

dpa

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