Zeitungen: Fahrplan für Energiewende entwickelt

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Im Windpark Küstrow (Kreis Nordvorpommern) bei Barth drehen sich vor einem dunklen Gewitterhimmel die Rotoren.

Berlin - Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat nach Medien-Berichten einen Fahrplan für eine Energiewende mit einem schnelleren Ausstieg aus der Atomkraft entwickelt. Wie der aussieht und was er beinhaltet:

Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hätten sich auf ein Sechs-Punkte-Programm verständigt, berichten die “Süddeutsche Zeitung“ und die “Stuttgarter Zeitung“ (Samstag). Gesetzt werde auf die Förderung erneuerbarer Energien, einen zügigen Ausbau von Netzen und Speichern, bessere Energieeffizienz, flexible Kraftwerke, eine Neuausrichtung der Energieforschung und auf Bürgerbeteiligung. Das Konzept sei auch die Grundlage für die Gespräche der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder in der kommenden Woche.

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

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Den Berichten zufolge sieht das neunseitige Papier vor, das Zusammenspiel konventioneller Kraftwerke mit der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zu optimieren. Zum Ausbau der Windenergie sei eine gemeinsame Offensive von Bund und Ländern zur Ausweisung neuer Standorte für Windkraftanlagen geplant. Um den Bau von Offshore-Anlagen auf See zu fördern, solle das bereits beschlossene Fünf-Milliarden-Euro-Sonderprogramm der KfW-Bankengruppe noch in diesem Frühjahr starten. Zudem sollen Offshore-Windparks leichter genehmigt werden und sich schneller refinanzieren. An Land sollen ältere Windräder verstärkt durch leistungsfähigere Neuanlagen ersetzt werden.

Um mehr Energieeffizienz zu erreichen, will der Bund den Berichten zufolge das Gebäudesanierungsprogramm der KfW schrittweise auf zwei Milliarden Euro aufstocken. Die energetische Sanierung soll steuerlich gefördert und der Energie- und Klimafonds, in den die Atomkraftwerksbetreiber einzahlen, im kommenden Jahr auf eine Milliarde Euro aufgestockt werden. Vorgesehen ist ferner der schnellere Ausbau der Infrastruktur wie der Stromnetze, um etwa den Windstrom vom Norden in den Süden zu bringen. Investiert werden soll auch in flexiblere Kraftwerke und Speicher, die der Stabilisierung der Stromversorgung dienen. Intelligente Netze sollen helfen, den Verbrauch durch die Endkunden so zu steuern, dass nicht alle zur selben Spitzenzeit Strom beziehen.

dpa

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