Zitatopfer fordert harte Strafe für Guttenberg

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Muss Karl-Theodor zu Guttenberg seinen Doktortitel abschreiben?

Berlin - Nach Plagiatsvorwürfen gegen Karl-Theodor zu Guttenberg verlangt die Passauer Politikwissenschaftlerin Barbara Zehnpfennig eine harte Strafe für den Verteidigungsminister.

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“Das muss zur Aberkennung des Doktortitels führen“, sagte Zehnpfennig der Zeitung “Die Welt“ (Donnerstagausgabe) laut Vorabbericht. Guttenberg hatte die ersten Absätze der Einleitung seiner Dissertation aus einem Aufsatz Zehnpfennigs abgeschrieben, der im Jahre 1997 in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erschienen war. Der CSU-Politiker hatte dies nicht als Zitat gekennzeichnet.

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Zehnpfennig sagte: “Es ist mir unverständlich, wie man sich solch eine Blöße geben kann.“ Guttenberg habe sich dumm verhalten. Der Frankfurter Europarechtler Felix Hanschmann, der gemeinsam mit seinem Bremer Kollegen Andreas Fischer-Lescano die Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg erhoben hat, interpretierte die Reaktionen des Ministers auf die Vorwürfe als ein Schuldeingeständnis. Guttenberg räume in seiner öffentlichen Erklärung bereits vereinzelte Verstöße ein. “Offenbar hält er die von uns formulierten Vorwürfe nicht für aus der Luft gegriffen“, sagte Hanschmann der “Passauer Neuen Presse“ (Donnerstagausgabe) laut Vorabbericht. Auf die Frage, wie er und sein Kollege die Passagen entdeckt hätten, sagte er: “Es war mehr oder weniger ein Zufallstreffer. Bei einer Routineprüfung ist mein Kollege auf einen Satz gestoßen, der ihm bekannt vorkam.“ Hanschmann betonte: “Unser Interesse war ein rein wissenschaftliches, kein politisches.“

Fischer-Lescano wirft Guttenberg vor, mit seiner Dissertation gegen die Promotionsordnung der Universität Bayreuth verstoßen zu haben. Die “Financial Times Deutschland“ (Donnerstagausgabe) zitierte vorab aus Fischer-Lescanos Rezension für die Fachzeitschrift “Kritische Justiz“, Guttenbergs Umgang mit wörtlichen Zitaten anderer Autoren sei so systematisch, dass es schwer sei, zu sehen, wie die Arbeit in Einklang mit den Vorgaben der Promotionsordnung gebracht werden könne. Zudem seien Texte, aus denen sich der Autor bedient habe, teilweise nicht im Literaturverzeichnis der Arbeit aufgeführt.

dapd

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