Auch drei weitere Beschuldigte in Haft

Zum Mord aufgerufen: Imam in Winterthurer Moschee festgenommen

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Winterthur - Wegen mutmaßlicher Anstachelung zum Mord an moderaten Muslimen hat die Schweizer Polizei am Mittwoch einen Imam und drei weitere Personen aus dem Umfeld einer Moschee in Winterthur festgenommen.

„Die Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren gegen vier Personen aus dem näheren Umfeld der der An'Nur Moschee eröffnet“, bestätigte Sprecherin Corinne Bouvard. „Dies wegen öffentlicher Aufforderung zu Verbrechen und Gewalt“. 

Konkret werde der aus Äthiopien stammende Imam der An'Nur Moschee beschuldigt, bei seiner Predigt am 21. Oktober Anhänger aufgerufen zu haben, Muslime zu ermorden, die sich weigerten, an Gebeten in dieser Moschee teilzunehmen. Die Rolle der drei weiteren Beschuldigten sei derzeit noch unklar, so  Bouvard weiter. Es seinen Hausdurchsuchungen durchgeführt worden, hieß es. Auch die Moschee wurde durchsucht. Dort trafen die Sicherheitskräfte den Imam an und nahmen ihn fest.

Laut Medienberichten gilt die An'Nur Moschee als Treffpunkt für Sympathisanten der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Mehrere Jugendliche seien dort radikalisiert worden und hätten sich in Syrien dem IS angeschlossen, berichtete die Zeitung „Blick“.

Kulturverein spricht von „haltlosen Behauptungen“

Auf seiner Webseite erklärte der An'Nur Kulturverein, man sei „enttäuscht über die haltlosen Behauptungen“, die in den Medien kursierten. Und: „In den letzten Jahren hat sich der Verein An-Nur stets bemüht, die Integration zu fördern, jedoch ist dies nicht immer einfach, wenn Hass gegen die An-Nur Moschee geschürt wird.“ 

mm/dpa

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