FPÖ verdoppelt mit Asylthema ihre Stimmen bei Regionalwahl

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FPÖ-Kandidat Manfred Haimbuchner gab sich an der Urne siegesgewiss. Foto: Herbert Neubauer

Bei der Wahl in Oberösterreich gab es nur ein Thema: Die Flüchtlinge. Das hat der Freiheitlichen Partei genützt. Vom Wahlerfolg könnte sie schon bald auch in Wien profitieren.

Linz (dpa) - Die rechte FPÖ hat mit ihrem Fokus auf das Migrationsthema bei den Landtagswahlen in Oberösterreich massive Gewinne eingefahren. Laut einer Hochrechnung im Auftrag des ORF kam sie auf knapp über 30 Prozent der Stimmen, doppelt so viel wie bei der vorigen Wahl im Jahre 2009.

Die Rechtspopulisten näherten sich damit der konservativen ÖVP von Ministerpräsident Josef Pühringer, die um fast 11 Prozentpunkte auf rund 36 Prozent abrutschte.

Die Flüchtlingskrise hatte im Vorfeld des Urnengangs alle anderen Themen überlagert; die Wahl im Bundesland an der bayerischen Grenze wurde deshalb als Stimmungstest für ganz Österreich gesehen. Die Freiheitliche Partei habe "die Sorgen und Anliegen der Menschen ernst genommen und verstanden", sagte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Die Rechten hatten angesichts Tausender ankommender Flüchtlinge pro Tag schärfere Grenzkontrollen gefordert und der Regierung in Wien "Asylchaos" vorgeworfen.

Der sozialdemokratische Bundeskanzler Werner Faymann konterte, dass die Flüchtlingsströme "nicht deshalb entstanden sind, weil wir in der Innenpolitik etwas falsches gemacht haben", sondern wegen des Krieges in Syrien. Faymanns SPÖ rutschte von 24,9 auf rund 18 Prozent ab und wurde auf den dritten Platz verdrängt. Die Grünen, die bislang mit der ÖVP koalierten, konnten leicht auf über 10 Prozent zulegen. Die Hochrechnung beruht auf drei Viertel der ausgezählten Stimmen.

Das Ergebnis würde jedoch für eine schwarz-grüne Koalition nicht ausreichen. Pühringer hielt sich am Wahlabend alle Optionen offen, auch wenn er bisher Abneigung gegen die FPÖ erkennen ließ. Freiheitliche Politiker machten nicht nur klar, dass sie in Oberösterreich Regierungsverantwortung übernehmen wollen. Strache betonte auch, dass ihm die Dynamik vom Sonntag bei der Wiener Gemeinderatswahl am 11. Oktober helfen könnte.

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