Auswirkungen bis heute

2. Weltkrieg: Wo die Folgen noch heute zu spüren sind

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Die Fliegerbombe in der Schwabinger Feilitzschstraße vor dem Knall.

München - Auch nach 75 Jahren sind die Folgen des Weltkriegs noch immer spürbar. Die tz geht auf Spurensuche.

Auch nach 75 Jahren sind die Folgen des Weltkriegs noch immer spürbar: Optisch beispielsweise, wenn Bunker in schicke Wohnungen umgebaut werden. Aber dieser Krieg reißt auch nach so langer Zeit noch Wunden: seelische und ganz konkret körperliche. Die tz geht auf Spurensuche.

Bomben und Granaten: Bei Bauarbeiten in einer damals stark bombardierten Stadt wie München ist es fast schon Routine: Blindgänger werden gefunden, also Fliegerbomben der Alliierten, die nach dem Abwurf nicht explodierten. Der wohl spektakulärste Fall war die Schwabinger Bombe, bei der am 28 August 2012 die Entschärfung misslang, sodass sie „kontrolliert“ gesprengt werden musste.

Rund 1,35 Millionen Tonnen Bomben warfen britische und amerikanische Flieger über dem Deutschen Reich ab. Experten wie der Chef des Munitionsbergungsdienstes in Mecklenburg-Vorpommern, Robert Mollitor, gehen davon aus, dass zehn bis 20 Prozent der Bomben als Blindgänger auf dem Boden landeten. Da das darin enthaltene TNT nichts an seiner Sprengkraft verloren habe und die Zünder durch Korrosionsprozesse empfindlicher werden, wachse die Gefahr von Selbstdetonationen mit der Zeit sogar.

Feuerball über München: Bombe in Schwabing gesprengt

Feuerball über München: Bombe in Schwabing gesprengt

Phosphor: Sie sehen aus wie harmloser Bernstein – doch sie sind im Wortsinn brandgefährlich: An den Stränden der Insel Usedom spült die Ostsee regelmäßig kleine Stücke weißen Phosphors an. Die weißlich-gelben Bröckel sind Relikte von Brandbomben des Zweiten Weltkrieges. Wer sie berührt, muss mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus. Brennender Phosphor lässt sich mit Wasser nicht löschen.

So begann der Zweite Weltkrieg

So begann der Zweite Weltkrieg

Psychische Spätfolgen: So erstaunlich es zunächst klingt: Selbst die Kinder der Nachkriegskinder leiden teilweise psychisch unter den Erlebnissen des Zweiten Weltkrieges. „Ein Teil der Generation der Kriegsenkel – also die 1960er- und 70er-Jahrgänge – leidet unter unerklärlichen Ängsten und einem unsicheren Lebensgefühl, für das ihr bisheriges Leben gar keinen Grund bietet“, so Autorin Sabine Bode, die mehrere Bücher über die Kriegs-Traumata geschrieben hat. In vielen Fällen seien die „Kriegsenkel“ mit dem Gefühl aufgewachsen, ihre Eltern aufgrund deren unverarbeiteter Traumata stabilisieren zu müssen. „Das ist eine Überforderung, die lebenslang anhalten kann“, so Bode.

KR

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