Das sind die neuen Strecken-Projekte

Bahn-Ausbau: Können Pendler bald aufatmen?

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Deie Planung zum Ausbau der Bahn-Strecken in Bayern hat begonnen.

München - Kleine Hoffnung für die Pendler der eingleisigen und sehr verspätungsanfälligen Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing: Die Bahn hat nun mit den Vorplanungen für den Ausbau der gesamten Strecke begonnen.

DB-Netz-Geschäftsleiter Produktion, Volker Hentschel: „Die Vorplanungen für den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung im Bereich Markt Schwaben-Mühldorf-Freilassing sind in Arbeit.“ Das Problem: Die Inbetriebnahme des dritten Gleises zwischen Freilassing und Salzburg wird sich auf deutscher Seite durch den Einspruch eines Freilassinger Bauunternehmers Max Aicher verzögern. Auch der Ausbau Ingolstadt-München wird später als geplant fertig.

Die wichtigsten Punkte

Der Ausbau München-Bratislava: Als Teil des Transeuropäischen Netzprojektes TEN 17 (Paris-München-Mühldorf-Bratislava) der EU genießt die Strecke auf bayerischer Seite eigentlich höchste Priorität. Doch zwischen München-Mühldorf und Freilassing geht aus Geldmangel auf deutscher Seite seit vielen Jahren nichts weiter, obwohl die Strecke ein Nadelöhr ist. Die Züge sind oft verspätet, die Chemieindustrie im Raum Burghausen kann ihre Güter nicht im gewünschten Maß auf der Bahn transportieren. Bisher wurde nur ein acht Kilometer langer Abschnitt zwischen Ampfing und Mühldorf zweigleisig ausgebaut. Immerhin werden jetzt für rund 140 Millionen Euro der 15 Kilometer lange Abschnitt Mühldorf-Tüssling zweigleisig erweitert sowie eine Brücke auf der Strecke erneuert:

Der Ausbau Freilassing-Salzburg: Einen Rückschlag gibt es dagegen bei einem weiteren dringlichen Teilprojekt: dem dreigleisigen Ausbau Freilassing-Salzburg. Während die ÖBB einen Großteil der Arbeiten bereits abgeschlossen hat, wird sich der geplante Inbetriebnahmetermin 2015 auf deutscher Seite nach Ansicht von Volker Hentschel kaum mehr realisieren lassen. Grund: Der Freilassinger Bauunternehmer Max Aicher klagt vor Gericht dagegen, dass die Arbeiten unzulässigerweise an die Firma Leonard Weiss aus Göppingen vergeben wurden. Ob die Klage erfolgreich ist, ist fraglich. Netz-Chef Hentschel will dazu nichts sagen.

Die Strecke München-Salzburg: Noch weitere vier Jahre müssen sich die Pendler auf der Bahnstrecke München-Salzburg auf Ersatzverkehr, Verspätungen und Zugausfälle einstellen. Hentschel: „Wir investieren weitere 150 Millionen Euro, um die Strecke zu sanieren.“

„dänk ju weri matsch“ - Englischwörterbuch für Bahnmitarbeiter

„dänk ju weri matsch“ - Englischwörterbuch für Bahnmitarbeiter

Der Anschluss zum Brenner-Basistunnel: „Wir untersuchen derzeit das Potenzial an Zügen, die nach Fertigstellung zum Brenner fahren werden“, sagt Netz-Marketinggeschäftsführer Stefan Kühn. Eine Frage dabei ist, wie weit der überlastete Bahnknoten München ausgebaut werden muss. Im Gespräch ist der viergleisige Ausbau Johanneskirchen-Trudering (dadurch könnte auf den S-Bahngleisen ein Airport-Express angeboten werden). Experten sind freilich der Meinung, dass man das zusätzliche Güteraufkommen aus dem Norden Deutschlands zum Brenner auch über eine (zweigleisig ausgebaute) Strecke Landshut-Mühldorf-Rosenheim leiten könnte (wenn der Abschnitt Hof-Regensburg statt Hof-Nürnberg elektrifiziert werden würde). Angeblich gibt es bei DB-Netz entsprechende Überlegungen.

Die Streche München-Ingolstadt: Der Ausbau auf Tempo 190 statt 140 zwischen Ingolstadt und Petershausen wird 40 Millionen Euro teurer als geplant und im Endausbau erst 2017 statt 2015 fertig. Pendler müssen wegen der Fahrzeitverkürzung der Fernverkehrszüge um drei Minuten zwischen Nürnberg und München von 62 auf 59 Minuten noch vier Jahre Verspätungen und Zugausfälle in Kauf nehmen.

K.-H. Dix

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