Zug um Zug nach Rimini

Mit der Bahn zum Strand: Unsere Kinderreporter berichten

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Familie Epp aus Olching war unterwegs nach Rimini.

Für unsere Kinderreporter Anina (9) und Moritz (7) ging es nach Italien - an den Strand der Emilia Romagna. Hier berichten Sie von ihren Erlebnissen.

Sie hatten schon eine konkrete Vorstellung von dem, was sie erwartet. Denn die Strecke von München an die Adriaküste der Emilia Romagna war Familie Epp aus Olching schon mehrmals gefahren – mit dem Auto. Nun stellten sie sich der Aufgabe: Mit der Bahn an den Strand. Wie das ablief, die Vor- und Nachteile und was jedes einzelne Familienmitglied darüber denkt, das haben die Kinderreporter Anina (9), Moritz (7) und ihre Eltern hier zusammengefasst:

Wer wir sind: Mein Bruder Moritz (7), meine Mama Petra (40, Projektkauffrau), mein Papa Markus (42, IT-Teamleiter) und ich, Anina. Ich bin neun Jahre alt und gehe in die 4. Klasse Grundschule. Wir wohnen in Olching bei Fürstenfeldbruck.

Wo wir bisher als Familie Urlaub gemacht haben: In Italien, an der Adria und einmal am Gardasee. Im Winter waren wir im Skiurlaub in Österreich. Aber wir haben auch schon Urlaub im Bayrischen Wald, im Allgäu oder am Bodensee gemacht.

Wie wir als Familie bisher Urlaub gemacht haben: Wir sind immer mit unserem vollgepackten Auto losgefahren. Im Winter buchen wir Hotels mit Halbpension, im Sommer Bungalows auf Campingplätzen. Einmal haben wir auch Urlaub auf dem Bauernhof gemacht. Im Sommerurlaub sind wir viel am Strand und Pool. Wenn es ein Animationsprogramm gibt wie Tanzen oder Aufführungen am Abend, machen wir gerne mit. Außerdem machen wir immer viele Ausflüge in die Städte in der Umgebung. Im Bayrischen Wald haben wir Wanderungen gemacht.

Wie viel wir normalerweise für einen Urlaub ausgeben: Im Sommer sind das 2000 bis 2500 Euro für Wohnen, Essen, Ausflüge und Benzin. Der Urlaub dauert dann so elf bis 14 Tage.

Was uns als Familie im Urlaub besonders wichtig ist: Viel gemeinsame Zeit und dass für jeden etwas dabei ist, ein Mix aus Unternehmungen/Besichtigungen und Erholung am Strand.

Wie oft waren wir schon in Rimini? In Rimini selbst waren wir bisher noch nie. Aber wir waren bisher schon viermal im Sommer in anderen Orten an der Adria. Wir kennen viele Städte in der Gegend aus vorherigen Urlauben.

Ob wir da schon mal mit dem Zug hingefahren sind? Nein, und von alleine wären wir nie auf diese Idee gekommen. Wir waren auch ganz schön aufgeregt. Moritz ist schon einmal mit dem Zug zur Oma an den Bodensee gefahren. Das waren aber nur drei Stunden und nicht wie nach Rimini neun.

Beim Packen.

Was muss man bei der Vorbereitung beachten? Wir mussten uns mehr Gedanken machen als sonst, was wir alles mitnehmen, weil wir unser Gepäck ja selbst tragen mussten. Moritz und ich haben einen kleinen Rollkoffer mit Spielzeug gepackt. In einen anderen Rollkoffer und eine Tasche haben wir Kleidung und Badesachen verstaut, nur leichte und kleine Dinge, wie Frisbee, die Taschendrachen und Taucherbrillen. Moritz wollte unbedingt den Schwimmhai mitnehmen. Unser Schlauchboot und die Schwimmbretter mussten wir aber daheim lassen. Das ist anders wie beim Auto, wo man alles reinstopfen kann.

Startklar am Bahnhof in München.

Wie lange hat die Fahrt nach Rimini gedauert? Am Dienstagmorgen um 6.30 Uhr fuhren wir daheim mit der S-Bahn los, um 7.35 Uhr ging der Zug vom Hauptbahnhof nach Rimini. Um 15.30 Uhr waren wir da. Insgesamt waren wir neun Stunden unterwegs. Mit dem Auto hätte es mit Pausen ungefähr gleich lange gedauert. Auf der Rückreise sind Mama und Papa kurz nervös geworden, als der Zug 45 Minuten zwischen Rimini und Bologna stand. Sie hatten Sorge, dass wir in Bologna unseren Anschlusszug nach München versäumen. Zum Glück hat der Zug auf uns und ein paar andere Leute gewartet.

Das sagt die Mutter: Natürlich darf man im Zug weder Supermarktpreise noch Sterne-Küche erwarten. Das Essen war gut und preislich im Rahmen.

Wie war die Bahnfahrt? Ist euch langweilig geworden? Wir haben erst einmal den Zug erkundet und dann viel aus dem Fenster geschaut. Am Brenner hat es geschneit, in Südtirol schien die Sonne. Die nette Schaffnerin hat uns angeboten, dass wir mit ihr im Zug die Tickets kontrollieren dürfen. Wir hatten viel Zeit zu spielen und zu rätseln. Das war viel besser als im Auto. Mama und Papa fanden es super, sich nicht auf den Verkehr konzentrieren zu müssen. Sie sagen, der Urlaub mit dem Zug beginnt schon am Bahnhof. Als wir Hunger hatten, sind wir ins Bordrestaurant gegangen. Wir testeten Leberkäs- und Schnitzelsemmeln, Spaghetti Carbonara, Rostbratwürstl mit Kraut und Kartoffelsalat und Hähnchensticks mit Salat. Ich fand die Leberkässemmel super, Moritz das Kindermenü mit Hähnchensticks, Getränk und einem Spielzeug am besten.

Das sagt die Mutter: Rimini verfügt über ein hervorragend ausgebautes Bussystem. In den Tourismusbüros gibt es jede Menge Informationsmaterial für Ausflüge mit dem Bus.

Wie ging es weiter nach der Ankunft in Rimini? Der Bahnhof liegt in der Mitte von Rimini, er trennt die Altstadt vom Strand mit den Hotels. Wir sind von Frau Zoffoli vom Tourismusamt und von Hotelier Fabio Giacomini abgeholt worden. Moritz und ich fanden es cool, im Porsche ins Hotel gebracht zu werden. Normalerweise kommen die Gäste mit dem Taxi oder dem Bus zum Hotel.

So war unser Hotel: Das Hotel Corallo liegt direkt an der Straße am Meer. Wir hatten ein Familienzimmer mit Doppelbett und Ausziehsofa. Vom Balkon aus hatte ich einen tollen Blick auf das Meer. Auf dem gleichen Stock gab es eine große Hotelterrasse mit Sitzsäcken, von denen wir die Kitesurfer beobachten konnten.

Die Emilia Romagna ist berühmt für Prosciutto und Parmesan. Wie war das Essen im Hotel? Wir hatten Halbpension. Das Frühstücksbuffet war super. Es gab italienische Salami, Schinken und Käse, frisches Obst, Joghurt, Müsli, Weißbrot, Kuchen, Kekse und „Cornetto“ (Frühstückshörnchen), die besonders Moritz liebte. Zum Abendessen gab es immer zuerst einen großen Teller Antipasti, den unsere Eltern super fanden. Danach konnten wir jeweils aus vier Gerichten einen ersten und zweiten Gang auswählen. Einen Abend kochte Gigi extra Gerichte für uns, die aus der Gegend stammen. Besonders lecker fand ich die Piadine, eine Art Pfannkuchen mit Käse und Schinken. Danach war ich richtig satt. Für mich und Moritz gab es immer mindestens ein Gericht, das uns toll schmeckte wie Pasta mit Tomatensauce oder Tagliolini mit Muscheln. Toll fand ich auch den Blick auf das Meer während des Essens.

Das sagt die Mutter: Beim Hotel Corallo handelt es sich um ein Vier-Sterne Familienhotel mit sehr gemütlichem Ambiente. Die Mitarbeiter sind sehr um den persönlichen Kontakt zu den Gästen bemüht. Es wird versucht, den Gästen zu zeigen, dass Rimini mehr zu bieten hat als nur Strand. Dazu wird ein eigenes Programm angeboten.

Was wir von den Angeboten des Hotels getestet haben: Die Kinderbetreuung und die Animation am Strand und im Hotel konnten wir Anfang April leider noch nicht testen, da sie noch nicht angeboten wurde, sondern erst ab Sonntag, als wir wieder abreisten. Am Samstag ist der Hotelchef persönlich mit uns auf einen Hof ins Hinterland gefahren, auf dem Olivenöl hergestellt wird. Hier durften wir verschiedene Öle und selbst gemachte Cremes probieren. Mama und Papa durften Wein probieren. Ich fand die Aussicht zwischen den Olivenbäumen und die Auberginencreme am besten, Moritz den Feigenkuchen. 

Meer und mehr: Was Rimini außer Strand noch zu bieten hat: An Ostern hatten die Strandbäder alle noch zu. Wir konnten dabei zusehen, wie die Sonnenschirme und -liegen aufgebaut wurden, normalerweise schauen wir Anfang September beim Abbau zu. Super war, dass wir den Strand fast für uns alleine hatten. Viiiiel Platz zum Drachensteigen, Ball- und Frisbeespielen und Sandburgenbauen. Zum Wellenhüpfen war das Wasser warm genug. Am Samstag sind Moritz, Mama und ich bei 20 Grad Luft- und 16 Grad Wassertemperatur ins Meer gesprungen.

Drachensteigen am Strand.

Das sagt die Mutter: Die Sehenswürdigkeiten sind alle im Stadtplan des Tourismusbüros eingezeichnet. Immer mittwochs und samstags ist in der Altstadt ein schöner, großer Wochenmarkt. Das vielleicht beste Eis in Rimini gibt es an der Piazza Cavour direkt am Pinienzapfen-Brunnen.

Diese Ausflüge haben wir auch ohne Auto geschafft: Von unserem Hotel in die Altstadt von Rimini mussten wir 20 bis 30 Minuten laufen. Das war okay, da es ein schöner Gehweg war, auf dem Moritz und ich rumsausen konnten. Den Bus in die Altstadt haben wir deshalb gar nicht ausprobiert. Rimini hat viele alte Gebäude wie den Augustusbogen (den ältesten Triumphbogen Italiens) und die Tiberiusbrücke und viele Plätze und Kirchen, die wir uns angeschaut haben. An der Piazza Cavour haben wir Eis gegessen und auf dem Markt T-Shirts gekauft. Der Tag war für Moritz und mich sehr schön.

Das sagt die Mutter: Bei der Fahrt nach San Marino ist zu empfehlen, frühzeitig am Busbahnhof zu sein, da der Reisebus trotz Vorsaison bis auf den letzten Platz belegt war und somit das Risiko besteht, 75 Minuten auf den nächsten Bus warten zu müssen.

Einen Tag sind wir mit dem Bus ins „Italia in Miniatura“ gefahren. Das ist ein Freizeitpark der ähnlich wie bei uns im Legoland Gebäude in Klein zeigt. Moritz und ich fanden es spannend zu schauen, welche Städte und Gebäude wir schon kennen. Es gab auch Fahrgeschäfte wie beispielsweise eine Wildwasserbahn, Heißluftballons die sich drehten oder kleine Boote mit denen man durch ein nachgebautes Venedig fuhr. Der Bus braucht ungefähr 30 Minuten vom Busbahnhof Rimini in den Miniaturpark und fährt alle 30 Minuten. sausflug nach San Marino. Dorthin fahren richtige Reisebusse auch wieder ab dem Busbahnhof Rimini. 

Die ganze Stadt ist eine große Burg, in der wir die berühmten drei Türme und das historische Waffenmuseum besichtigt haben. Das fand besonders Moritz natürlich großartig. Von dem zweiten Turm haben wir bis ans Meer gesehen. Rimini haben wir an dem Hochhaus erkannt, an dem wir immer auf dem Weg zum Bahnhof vorbeikamen. Das Pfand-Rückgeld der Eintrittskarten für die Türme heben wir als Erinnerung auf. Drei Zwei-Euromünzen von San Marino. Eine für mich, eine für Moritz und eine für unsere Eltern.

Ob wir mal wiederkommen: Es war eine wunderschöne Woche. Am liebsten würden Moritz und ich in den Sommerferien nochmals nach Rimini ins Hotel Corallo fahren. Am besten mit dem Zug! Das Meer war zwar in den Osterferien noch zu kalt, um lange zu baden, aber dafür konnten wir viele andere Dinge gemeinsam unternehmen. Mama und Papa fanden es richtig erholsam und sogar Papa hat das Auto nicht vermisst.

Bahn oder Auto – unsere Bilanz: Nach dem Urlaub habe ich mit meinen Eltern und mithilfe des Internets die Kosten für Zug- und Autofahrt verglichen. Wir haben die Maut und Benzinkosten mit dem Preis der Zugtickets verglichen. Die Kosten sind fast gleich. Unsere Eltern waren überrascht, da sie bis jetzt davon ausgegangen sind, dass eine Zugfahrt teurer ist.

Das sagen die Eltern: Vergleicht man ausschließlich die Maut- und Verbrauchskosten des Autos mit den Kosten für die Bahnfahrt, sind diese nahezu identisch und somit eine echte Alternative. Für uns etwas überraschend war, dass die Züge auch außerhalb der Hauptsaison sehr gut ausgelastet sind, also eine Platzreservierung unbedingt notwendig ist!

Unsere Kinderreporter in Rimini: Impressionen

Reise-Infos Rimini

REISEZIEL Rimini ist der älteste und wohl auch bekannteste Badeort an der italienischen Adria, das erste Strandbad wurde dort im Jahr 1843 erbaut. Der Ort mit knapp 150 000 Einwohnern gehört zur Region Emilia-Romagna, die südlich des Po beginnt und sich bis zu den Ausläufern des Apennin hinunterzieht. Im Westen grenzt die Emilia-Romagna an das Piemont und Ligurien.

ANREISE Rimini liegt von München 680 Kilometer entfernt. Der ADAC-Routenplaner gibt dafür mit dem Pkw eine Fahrzeit von 7.11 Stunden an. Die Bahn braucht auf der Direktverbindung ohne Umsteigen (wird vom 2. Juni bis 9. September angeboten) acht Stunden (z.B. Abfahrt in München um 7.34 Uhr, Ankunft um 15.34 Uhr). In der Vor- und Nachsaison müssen Bahnreisende in Bologna einmal umsteigen (Aufenthalt: 22 bis 35 Minuten). Vom Bahnhof Rimini werden Urlauber abgeholt und in ihre Hotels gebracht.

RUMKOMMEN Der Bahnhof Rimini ist vom Strand und den Hotelanlagen etwa 1300 Meter bzw. 15 Minuten zu Fuß entfernt. Für Urlauber gibt es einen Abhol- und Gepäckservice zum Hotel. Ausflugsziele wie Santarcangelo (10 Kilometer), San Marino (20 Kilometer), Cesena (36 Kilometer) oder San Leo (34 Kilometer) sowie die Themenparks können von Rimini aus mit Nahverkehrsmitteln angefahren werden.

PREISE Ein Bahnticket von München nach Rimini gibt es bereits zum Sparpreis ab 49 Euro und auch während der Ferien ab 59 Euro pro Erwachsener für die einfache Strecke in der 2.Klasse. Kinder unter 15 Jahren reisen in Begleitung ihrer Eltern kostenfrei. Das heißt: Auch in den Ferien zahlt eine Familie mit zwei Kindern für die Hin- und Rückreise 236 Euro. Info/Buchung unter www.bahn.de oder im DB Reisezentrum. Wer seinen Urlaub in der Emilia-Romagna inklusive Bahnticket unter www.emiliaromagnawelcome.com bucht, bekommt bei der Buchung eines einwöchigen Hotelaufenthaltes die einfache Fahrt, bei zwei Wochen Buchung die Hin- und Rückfahrt gratis.

UMWELT Das Reisen berechnet man heute ja nicht nur in Fahrzeit oder Kilometern, sondern auch per ökologischem Fußabdruck. Im CO2-Vergleich ergibt die Strecke München-Rimini bei der Bahn einen Wert von 24 Kilogramm, beim Auto 107 Kilo, beim Flugzeug 117.

KULINARISCH Im Prinzip haben wir Rimini alle Tage daheim bei uns auf dem Teller. Denn aus der Emilia-Romagna kommt so gut wie alles, was wir an Italien schätzen und lieben: Tagliatelle und Tortellini, Parmaschinken und Parmesankäse und der Aceto Balsamico. Versteht sich eigentlich von selbst, dass die Region auch kulinarisch bei Familien einen Stein im Brett hat.

WOHNEN In Rimini gibt es insgesamt 1000 Hotels mit 74 000 Betten in allen Kategorien. Unsere Kinderreporter wohnten im Vier-Sterne-Familienhotel Corallo (Foto oben) von Fabio und Cristina Giacomini an der Marina von Rimini.

LESETIPP „Zwischen Bergen und Meer“ heißt der kleine Polyglott-Extra-Reiseführer mit vielen Tipps, wie man mit der Bahn in Südtirol oder an der italienischen Adria Urlaub machen kann. Er ist kostenlos erhältlich in allen DB-Reisezentren.

WEITERE INFOS zur Urlaubsregion unter www.emiliaromagnaturismo.it/de, Buchung unter www.emiliaromagnawelcome.com.

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