Flixbus im Fokus

Fernbusse: Bleibt die Sicherheit auf der Strecke?

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Mein-Fernbus gehört heute zum Marktführer Flixbus

Rund 25 Millionen Fahrgäste: 2016 war ein Boom- Jahr für die deutschen Fernbusse. Busfahren ist "in". Jetzt aber werden Vorwürfe laut.

RTL-Reporter Martin Schulte und Enthüllungsjournalist Günter Wallraff haben bei einer Undercover-Recherche Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten-Regelungen aufgedeckt.

Auch habe es immer wieder Sicherheitsmängel bei Fahrzeugen gegeben. Eines der Unternehmen im Fokus von "Team Wallraff": Marktführer Flixbus aus München.

Für die Recherche hat Reporter Schulte über zwei Jahre hinweg bei sieben Busunternehmen als Fahrer angeheuert – inkognito. Schulte und Kollegen kommen zu dem Schluss, „dass Flixbus mit den für ihn fahrenden Subunternehmen Fahrpläne aushandelt, die oftmals kaum eingehalten werden können“. So entstehe Zeitdruck, den dann in der Regel die Fahrer ausbaden müssten. „Um in der Zeit zu bleiben, bleibt ihnen oft nichts anderes übrig, als vor allem die vorgeschriebene Ruhezeiten zu umgehen.“

Die Fahrer gingen so „nicht selten“ an ihre Grenzen – „ungeachtet ihrer hohen Verantwortung für die Fahrgäste“. Schulte betont, dass sich die Vorwürfe nicht nur gegen Flixbus richteten, sondern auch gegen andere Anbieter und Subunternehmer. „Meines Wissens gehört Flixbus in Deutschland allenfalls ein einziger Bus“, sagt Schulte. „Flixbus ist nur die Plattform, man besitzt die Linien und Haltestellenkonzession.“ Den Transport übernehmen Subunternehmer. „Viele haben offenbar kein Unrechtsbewusstsein.“ Neben den Ruhezeiten seien besonders technische Mängel problematisch. „Das geht von einem kaputten Abblendlicht bis hin zu systematischen Verschleierungen von Defekten“, sagt Schulte. "So sollen die Defekte bei möglichen Kontrollen vor der Polizei versteckt werden."

Flixbus, darauf pocht Schulte, werbe mit hoher Qualität und mache ehrgeizige Vorgaben an seine Subunternehmer. „Aber kontrolliert wird viel zu wenig.“ Flixbus reagiert gegenüber der tz auf die Vorwürfe: Man sei sich der „großen Verantwortung“ für die „Fahrgäste“ und die Mitarbeiter seiner Partnerunternehmen „bewusst“ und nehme „jede Art von Kritik sehr ernst“. Die „veröffentlichten Kritikpunkte“ „Team Wallraff“-Reporter decken Mängel auf werde man „gegen die Faktenlage prüfen“. Dabei habe die Sicherheit der Fahrgäste und der eingesetzten Fahrer „absolute Priorität“. Flixbus toleriere keine Missachtung von Sicherheitsauflagen „in keinem Fall“, sagt eine Sprecherin, und werde ebensolche „konsequent“ nachverfolgen. Weiter verweist das Unternehmen auf das Ergebnis der Stiftung-Warentest vom Oktober 2016: Lenk- und Ruhezeiten seien „nicht zu beanstanden“ gewesen.

tos

EU-Urteil: Diese Rechte haben Bahnkunden

Wenn der Zug zu spät kommt, haben Bahnkunden Anspruch auf Entschädigung - selbst wenn höhere Gewalt im Spiel ist. Das hat jetzt der EU-Gerichtshof entschieden. © dpa (Symbolbild)
Grundsätzlich gilt: Ab einer Stunde Verspätung steht Bahnkunden Geld zu. Dann muss das Bahnunternehmen mindestens ein Viertel des Fahrpreises zurückerstatten. © dpa (Symbolbild)
Bei einer Verzögerung von zwei Stunden oder mehr wird eine Entschädigung von mindestens der Hälfte des Preises fällig. © dpa (Symbolbild)
Wenn die Fahrt für den Kunden „sinnlos“ geworden ist, kann er unter Umständen auch eine volle Erstattung des Fahrpreises verlangen. © dpa (Symbolbild)
Bahnreisende haben ab sofort aber auch dann Anspruch auf Entschädigung, wenn die Verzögerung auf höhere Gewalt zurückzuführen ist. © dpa (Symbolbild)
Als höhere Gewalt werden alle Umstände außerhalb des Eisenbahnbetriebs verstanden, die das Unternehmen nicht vermeiden kann. Dazu gehören nach Angaben der Bahn zum Beispiel Unwetter, Streckensperrungen nach Selbsttötungen und Streiks. © dpa (Symbolbild)
Die Luxemburger Entscheidung gilt auch für die Deutsche Bahn und die anderen Betreiber von Zugverkehr in Deutschland. Also haben Bahnkunden künftig einen klaren Rechtsanspruch darauf, bei Verspätungen als Folge höherer Gewalt eine Entschädigung zu bekommen. © dpa (Symbolbild)
Und so geht's: Die Deutsche Bahn hat zusammen mit den meisten konkurrierenden Bahnbetreibern ein einheitliches Antragsformular für die Erstattung eingeführt. Im Formular muss der geplante und der tatsächliche Reiseverlauf angegeben werden, die Art der Fahrkarte und die gewünschte Form der Entschädigung. © dpa (Symbolbild)
In Streitfällen können Bahnkunden die Schlichtungsstelle SÖP (Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr)einschalten. © dpa (Symbolbild)
Jeder Zug, der weniger als sechs Minuten Verspätung hat, gilt noch als pünktlich. Im Fernverkehr schwankte die Pünktlichkeitsquote in diesem Jahr zwischen 65,1 Prozent im Hochwassermonat Juni und 81,0 Prozent im Februar. © dpa (Symbolbild)
Das EU-Gesetzt gilt nicht für den öffentlichen Nahverkehr, Fernbusse, Flüge und Schiffsreisen. © dpa (Symbolbild)

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