Das fliegende Möbelhaus

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Möbellager mit Fliegervergangenheit: Jürgen Rumstig verkauft im Auftrag der Lufthansa gebrauchte Flugzeugsitze.

Wenn Miroslav Klose mit dem FC Bayern im Flugzeug unterwegs ist, sitzt er eigentlich immer in einem Business-Class-Sitz. Wenn der Stürmer in der Allianz Arena mal auf der Ersatzbank Platz nehmen muss, sitzt er dagegen Economy...

– das Gestühl der Auswechselbank im Stadion sind Original-Flugzeugsitze vom Premium-Partner Lufthansa. Solche ausrangierten Sitze haben sich für die Fluggesellschaft zu einem interessanten Geschäftszweig entwickelt. „Vor 20 Jahren hat Lufthansa damit angefangen, gebrauchte Sitze zu verkaufen“, sagt Jürgen Rumstig. Das Gestühl sei viel zu wertvoll, um es einfach nur zu entsorgen, sagt der 61-Jährige, der seit elf Jahren Leiter des Sitzverkaufs ist. Rund 90 Prozent der von Lufthansa ausrangierten Sitze werden wieder in Flugzeuge eingebaut, „die meisten gehen nach Osteuropa, Asien und den Mittleren Osten“. Der größte Einzelauftrag war die Ausstattung von 16 Flugzeugen – Details darf Rumstig aber nicht verraten.

Stewardessen zeigen für guten Zweck viel nackte Haut

Stewardessen zeigen für guten Zweck viel nackte Haut © Ryanair
Stewardessen zeigen für guten Zweck viel nackte Haut © Ryanair
Die Stewardessen von Ryanair zeigen für guten Zweck viel nackte Haut © Ryanair
Die Stewardessen von Ryanair zeigen für guten Zweck viel nackte Haut © Ryanair
Die Stewardessen von Ryanair zeigen für guten Zweck viel nackte Haut © Ryanair
Die Stewardessen von Ryanair zeigen für guten Zweck viel nackte Haut © Ryanair
Auch für den Kalender 2010 zogen die Stewardessen von Ryanair schon blank. © Ryanair
Auch für den Kalender 2010 zogen die Stewardessen von Ryanair schon blank. © Ryanair
Auch für den Kalender 2010 zogen die Stewardessen von Ryanair schon blank. © Ryanair
Auch für den Kalender 2010 zogen die Stewardessen von Ryanair schon blank. © Ryanair
Auch für den Kalender 2010 zogen die Stewardessen von Ryanair schon blank. © Ryanair

Vor dem Verkauf werden die Sitze von einem 20 Mann starken Team aufgearbeitet, Verschleißteile werden – falls nötig – ersetzt. Diejenigen Sitze, die optisch einwandfrei, aber aus technischen Gründen für einen Einsatz im Flugzeug nicht mehr infrage kommen, werden an Privatleute verkauft.

„Unsere Sitze verstrahlen auch einen Hauch Exklusivität“, sagt Jürgen Rumstig. Die spüren jetzt zum Beispiel Kumpel im Kalibergbau, denn ein deutsches Bergbau-Unternehmen ließ ausrangierte Flugzeugsitze auf einen Pritschenwagen montieren, auf dem die Arbeiter in 1000 Metern unter Tage durch die Stollen kutschiert werden.

Lufthansa: Die neuen Sitze der Eurokabine

Lufthansa: Die neuen Sitze der Eurokabine
Mit mehr Sitzplätzen möchte Lufthansa konkurrenzfähig bleiben. Durch die neuen leichten Sitze kann die Airline insgesamt 2000 Passagier mehr transportieren. Für die Fluggäste bedeute der Umbau vier Zentimeter mehr Beinfreiheit. © Lufthansa
Lufthansa: Die neuen Sitze der Eurokabine
Je nach Modell werden ein bis zwei Reihen pro Flugzeug ergänzt. © Lufthansa
Lufthansa: Die neuen Sitze der Eurokabine
Das niedrigere Gewicht der neuen Sitze soll auch den Verbrauch an Treibstoff senken. © Lufthansa
Lufthansa: Die neuen Sitze der Eurokabine
Die früheren Sitzplätze wogen 15,1 Kilogramm, die neuen aus Aluminium und Leder dagegen 10,87 Kilogramm. © Lufthansa
Lufthansa: Die neuen Sitze der Eurokabine
In mehr als 180 Maschinen werden nun binnen eines Jahres rund 32 000 neue Sitze eingebaut. © Lufthansa
Lufthansa: Die neuen Sitze der Eurokabine
Insgesamt erhöht sich das Angebot mit dieser Maßnahme um rund 2000 Sitzplätze - das entspricht in etwa der Kapazität von zwölf Airbus A320. © Lufthansa
Lufthansa: Die neuen Sitze der Eurokabine
Neu bei der Lufthansa ist auch eine bessere gastronomische Versorgung an Bord. So soll es auch auf innerdeutschen Strecken künftig wieder kleine Snacks wie beispielsweise Müsliriegel geben. © Lufthansa
Lufthansa: Die neuen Sitze der Eurokabine
Die neu konzipierten Sitze von Recaro bei Lufthansa. © Lufthansa
Lufthansa: Die neuen Sitze der Eurokabine
Die neu konzipierten Sitze von Recaro bei Lufthansa. © Lufthansa
Lufthansa: Die neuen Sitze der Eurokabine
Die neu konzipierten Sitze von Recaro bei Lufthansa. © Lufthansa

Wer seinen Partykeller zu Hause aufmöbeln will, kann Economysitze in Zweier- oder Dreierreihen zum Preis ab rund 300 Euro kaufen. Angeboten wird auch Mobiliar, auf dem früher betuchte Passagiere in der Business Class einer Boeing 747 oder eines Airbus A 340 in die Luft gingen. So eine noble Zweierbank, die auch mit Heimkinosystem ausgerüstet werden kann, kostet ab 2975 Euro. Und wer am Schreibtisch vom Fliegen träumen will, bestellt sich den Bürodrehstuhl, für den ein gebrauchter Economysitz auf ein edles italienisches Untergestell montiert wird. Die zwei 15-sitzigen Bänke in der Allianz Arena, auf der Ersatzspieler, Trainer und Betreuer des FC Bayern München und der jeweiligen Gegner Platz nehmen, sind allerdings eine Spezialanfertigung.

Der Name von Jürgen Rumstig wird dort nicht draufstehen, er selbst will keinen dieser Sitze kaufen. „Ich bin seit 41 Jahren bei der Lufthansa, zehn Jahre bin ich als Pilot geflogen und saß täglich da­rauf und auch heute bin ich ständig von den Sitzen umgeben“, sagt er, „da trenne ich Geschäft und Privatleben.“ Neulich aber hat er zufällig auf einem ehemaligen Lufthansa-Flugzeugsitz Platz genommen: Ein Einkaufszentrum in Weiterstadt bei Darmstadt hat sie als exklusive Ruhemöbel aufgestellt, für die kleine Pause beim Bummeln. Oder für einen kurzen Traum vom Fliegen.

Volker Pfau

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