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Fünf Fallstricke: So umschiffen Sie den Kreuzfahrt-Ärger

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Von: Marc Kniepkamp

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Auf großer Fahrt: Immer mehr Deutsche urlauben auf Kreuzfahrtschiffen.
Auf großer Fahrt: Immer mehr Deutsche urlauben auf Kreuzfahrtschiffen. © dpa

München - Kreuzfahrtreisen werden in Deutschland immer beliebter. Doch auf die Urlauber können einige Kostenfallen warten. Wir zeigen, wie Sie diese umschiffen.

Die schönsten Wochen des Jahres verbringen immer mehr Deutsche auf dem Wasser. Die Kreuzfahrt gilt als überaus entspannte Reiseform. Trotzdem gibt es immer wieder Ärger und unangenehme Überraschungen. Zwar sind 80 Prozent der deutschen Kreuzfahrt-Touristen Wiederholungstäter und urlauben nicht zum ersten Mal auf hoher See - trotzdem will die Reise gut vorbereitet sein. In der neuen Ausgabe der Zeitschrift Finanztest haben die Tester die schlimmsten Fettnäpfchen und Kostenfallen unter die Lupe genommen. Und sie erklären, wie Sie diese Fallstricke umschiffen, damit die Traumreise nicht zum Albtraum wird.

Fallstrick 1: Eigene Anreise

Es klingt nach einem guten Spartipp: Wer die Reise zum Schiff per Flugzeug oder Bahn selbst bucht, kommt im Vergleich zum Pauschalpaket oft günstiger weg. Doch mit dieser Ersparnis kauft sich der Reisende auch ein Risiko ein: Wenn es zu einer Verspätung kommt, ist das Schiff weg. Einen Anspruch auf Entschädigung hat der Urlauber dann nicht. Der Tipp der Tester: im Zweifel die sichere Variante wählen und die Reise als Komplettpaket samt Anreise buchen - so starten Sie entspannt in den Urlaub.

Fallstrick 2: Trinkgeld

Gerade Megaschiffe werben mit konkurrenzlos günstigen Preisen. Allerdings wird bei vielen das Trinkgeld erst an Bord kassiert. Und da kann einiges zusammen kommen: Über 10 Euro pro Tag und Reisendem - auch für Kinder - sind durchaus üblich. Der Bundesgerichtshof hat allerdings im vergangenen Jahr die Rechte von deutschen Reisenden gestärkt: Die Anbieter dürfen die zusätzliche Servicegebühr nur kassieren, wenn sie schon im Endpreis des Angebots aufgeführt ist (AZ. I ZR 158/14). Tipp: Nebenkosten genau durchrechnen. Sind Trinkgelder in Fußnoten und AGB versteckt sind, können sich Gäste laut Finanztest gegen eine automatische Abbuchung wehren.

Auf dem Deck eines Kreuzfahrtschiffes lässt es sich aushalten.
Auf dem Deck eines Kreuzfahrtschiffes lässt es sich aushalten. © picture alliance / dpa

Fallstrick 3: Telefonkosten

Mittlerweile sind wir es gewohnt, das Handy in ganz Europa zu nutzen - heuer sollen die Roaming-Gebühren im EU-Ausland gar komplett wegfallen. Doch auf dem Schiff kann es weiter richtig teuer werden - denn dort sind Satellitennetze aktiv. Minutenpreise beim Telefonieren von 6,50 Euro sind möglich. Auch die Datennutzung kann Löcher ins Budget reißen. Tipp: die Optionen „automatische Netzwahl“ und „mobile Daten“ ausstellen. Einige Schiffe bieten Prepaid-Tarife an, die dabei helfen, die Kosten im Überblick zu behalten.

Fallstrick 4: Kreditkartenzahlung

An Bord ist Plastikgeld am bequemsten - allerdings drohen auch hier versteckte Kosten. Denn einige Reedereien rechnen die Kosten außerhalb des EU-Raums ab - selbst wenn das Schiff vor der deutschen Küste schippert. Dann werden bei Zahlung mit der Karte ein bis zwei Prozent Gebühr fällig. Manche Reedereien verlangen sogar drei Prozent, wenn der Gast nicht in der üblichen Bordwährung - etwa US-Dollar - bezahlt. Tipp: vorab die Gebühren des Kartenunternehmens studieren.

Fallstrick 5: Die richtigen Versicherungen

An Bord kann einige Unbill auf die Passagiere warten - vom Diebstahl bis zur Krankheit. Dagegen können sich Kreuzfahrt-Touristen wappnen. Eine Reisegepäckversicherungen ist eigentlich teuer und kommt selten für den gesamten Schaden auf. Auf einer Kreuzfahrt haftet die Reederei allerdings nicht für Diebstahl aus der Kabine. Tipp: die Hausratversicherung prüfen. Denn diese deckt den Diebstahlschaden manchmal ab. Gar nicht teuer und gut im Service ist hingegen die Auslandskrankenversicherung.

Das sind die zehn besten Auslandskrankenversicherungen

AnbieterTarif für EinzelpersonenMaximale Reisedauer pro ReiseGrundbeitrag für NeuverträgeAlterszuschläge abFinanztest-Note
Ergo DirektRD56 Tage8,90 Euro65/70sehr gut (0,7)
HallescheHallescheKolumbus 1 @56 Tage12,50 Euro 360sehr gut (0,7)
WürzburgerTravelSecure AR @56 Tage24 Euro65/75sehr gut (0,9)
GothaerMediR 356 Tage15 Euro70sehr gut (1,0)
AllianzR 3 256 Tage9,80 Euro70sehr gut (1,1)
AxaSingleTravel56 Tage7,92 Euro50sehr gut (1,1)
DebekaAR70 Tage8 Euro 4- 5sehr gut (1,1)
BarmeniaTravelSingle56 Tage10,80 Euro66 6sehr gut (1,3)
HanseMerkurJRV56 Tage17 Euro65sehr gut (1,4)
UniversaUni-RD 1 3zwei Monate12,84 Euro60sehr gut (1,5)

Quelle: Finanztest 03/2017

@ Angebot nur übers Internet

1 Versicherungsjahr endet am 31. Dezember des Jahres, in dem der Vertrag abgeschlossen wurde

2 Beiträge ab 18 Jahre. Für Minderjährige Jahresbeitrag 8,50 Euro

3 Bei Vertragsbeginn während des Jahres Mindestlaufzeit bis Ende des folgenden Kalenderjahres

4 Kein Familientarif. Mitversicherung je Kind bis einschließlich 19 Jahre 4 Euro

5 Keine Alterszuschläge

6 Vertrag endet automatisch mit Vollendung des 66. Lebensjahres. Weiterversicherung nur durch Neuabschluss

Mk

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