Wandern im Gasteinertal

Der Gastein Trail: Wandern zu sich selbst

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Spätestens mit der Buchverfilmung „Der große Trip“ mit Reese Witherspoon ist auch bei der „jungen“ Generation angekommen: Wandern tut nicht nur dem Körper gut, sondern vor allem auch der Seele.

Wir alle befinden uns auf einer blauen Kugel inmitten der Unendlichkeit und schweben rund um die Sonne, da kann man sich durchaus fragen: Wozu stehe ich eigentlich morgens auf? Und warum tue ich mir den Stress auf Arbeit an - wenn alles bei Licht betrachtet doch gar keinem größeren Sinn dient? Wandern hilft bei der Beantwortung dieser Fragen oder eben dabei, diese nicht beantworten zu müssen. Ein gewisser Katharsis-Effekt stellt sich nach ein paar Kilometern Bergwelt ein - eine „Reinigung“ der Seele, wenn man sich endlich mal mit sich selbst konfrontiert. Und wo könnte man das besser als bei einem Trail über Stock und Stein, Almwiesen und Felshalden inmitten der Alpen? Der Gastein Trail im österreichischen Bundesland Salzburg kann ein solcher Weg sein.

Der Trail.

Ein Tal, drei Orte und 600 Kilometer Wanderwege: Das Gasteinertal wurzelt im Herzen der Hohen Tauern, den höchsten Bergen Österreichs. Einst von einem knapp 1000 Meter hohen Gletscher ausgefräst, bietet das 40 Kilometer lange Teil einen abwechslungsreichen Querschnitt durch die Geschichte, Geographie und Geologie der Alpen. Wem das schon zu viel Schulvokabular ist: Gastein ist mehr als die Summe seiner Berge und Täler. Das stellt der Gastein Trail in seinen sechs Etappen eindrucksvoll unter Beweis. Der neue Weitwanderweg führt von Dorfgastein über die Westseite des Tals bis in die Hohen Tauern.

Vier bis acht Stunden wandert man täglich über Almwiesen, Gipfel und Hütten. Der Trail beginnt in Dorfgastein, nach rund sechs Stunden Gehzeit über idyllische Almwiesen und wilde Gipfeln (und fast 1400 Höhenmetern) wird auf der Heinreich-Alm übernachtet. Der nächste Tag, die Etappe Zwei, führt durch die urige Bergwildnis - inklusive mehrerer Überquerungen von Bächen und kleinen Flüssen. Nach rund fünf Stunden und 580 Höhenmetern hat man das Etappenziel Biberalm erreicht. Am dritten Tag steht die kürzeste Etappe auf dem Programm: knapp 4,5 Stunden Gehzeit und 750 Höhenmeter. Nach einem kurzen Abstecher auf die Hirschkarspitze, von der aus man die gesamte Bergwelt des Gasteinertals überblicken kann, endet die Tour im Hofgasteiner Haus zur Übernachtung.

Impressionen des Gastein Trails

© www.creatina.at
© www.creatina.at © Gasteiner Tal Tourismus GmbH
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 © Gasteiner Tal Tourismus GmbH
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An Tag Vier geht es hauptsächlich bergab: 260 Höhenmeter rauf und 1100 Höhenmeter runter. Der Tag steht im Zeichen der Almen und deren selbstgemachter Produkte wie Speck, Käse und Butter. Die bewirtschafteten Gadauner Hochalmen und viele Heustadeln hinter sich lassend, gelangt man zum Skizentrum Angertal, wo den Wanderer in der Alpenpension Lackenbauer die Nachtruhe erwartet. Weiter geht es an Tag Fünf über den Stubnerkogel mit der 140 Meter langen, imposanten Hängebrücke bis nach Sportgastein am Ende des Tals, das bereits zum Nationalpark Hohe Tauern gehört. Am letzten Tag führt der Gastein Trail in etwa fünf Stunden Gehzeit über die beiden Astenalmen und den Ortsteil Böckstein hinunter mitten in die Belle-Epoque-Architektur von Bad Gastein, die Reminiszenzen an Kaiserin Sissi und die letzte Kaiserzeit wecken. Ein kontrastreiches Ende nach sechs Tagen Bergwildnis.

Die Erkenntnis.

In der Theorie des Trail-Wanderns steht eine Erkenntnis nach diesen Tagen im Gasteinertal definitiv auf der Plusseite: Wir werden uns elementarer körperlicher Bedürfnisse bewusst und finden Lösungen dafür. Das bedeutet, dass wir Kontrolle über uns wiedergewinnen - was in einer, oftmals fremdbestimmten Welt längst nicht mehr selbstverständlich ist. Aber: Menschen faszinieren offenbar Erlebnisse, die zeigen, wo sie körperlich und geistig stehen. Und dafür muss man nicht weit reisen.

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