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Ausgesperrt: Griechische Insel darf ab sofort nicht mehr von Touristen besucht werden

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Von: Franziska Kaindl

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Strand auf Chrissi Island
Chrissi Island wurde jährlich von Touristen nur so überrannt. Nun soll sich die Natur davon erholen. © Imago

Touristen wird der Zutritt zu einer griechischen Ferieninsel verboten. Die Natur hat unter den Besucheranstürmen in den letzten Jahren stark gelitten.

Nur wenige Kilometer südlich von Kreta liegt das Urlaubsidyll Chrissi Island. Obwohl die Insel unbewohnt ist und nur mit dem Boot zu erreichen, besuchten jährlich rund 200.000 Touristen die Insel. Dem will die kretische Regionalverwaltung nun Einhalt gebieten.

Chrissi Island in der Nähe von Kreta: Besuchern wird der Zutritt zur Insel untersagt

Traumhafte Sandstrände, Wacholderbäume und Zedernwälder: Perfekt zum Entspannen und Abschalten. Das dachten auch viele Besucher der Insel und errichteten in den Sommermonaten sogar Hütten oder notdürftige Tavernen auf dem Eiland, um sich dort für eine Weile niederzulassen. Dabei nahmen sie aber offensichtlich wenig Rücksicht auf die Natur: Diese sei nun zerstört, erklärte die Regionalverwaltung laut einer Mitteilung, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

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Naturschutzgebiet zerstört: Griechische Insel soll sich erholen

Allen voran seien die sogenannten „Chrissi-Zedern“ betroffen – die Bäume sind teilweise 100 Jahre alt, aufgrund der Menschenmassen aber kurz vorm Absterben. Die Touristen, die über den Sommer auf der Insel geblieben sind, haben demnach auch das Grundwasser angezapft, welches anschließend den Pflanzen fehlte. Manche Besucher zerstörten zudem die notwendigen Jungpflanzen, indem sie ins Innere der Insel vordrangen. Sogar Ziegen sollen mit auf das Eiland genommen worden sein – die Tiere bedienten sich ebenfalls an der Pflanzenwelt, sodass nun nicht mehr viel davon übrig ist. Dabei handelt es sich bei der Ferieninsel, die nur sieben Kilometer lang und zwei Kilometer breit ist, eigentlich um ein Naturschutzgebiet.

Damit sich die Pflanzen wieder erholen können und um zu verhindern, dass sich wieder Menschen auf der Insel einquartieren, gibt es nun das Betretungsverbot. Besuchern dürfen lediglich mit einem Boot an die Insel heranzufahren und an Land schwimmen – das „Anlanden“ ist untersagt. (fk)

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