CO2-Fußabdruck

Sie haben Vorurteile gegen Nachhaltigkeit auf Reisen? Hier erfahren Sie, ob Sie recht haben

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Immer mehr Menschen gehen für das Thema Nachhaltigkeit auf die Straße.

Viel heiße Luft: Ob Brexit, Impeachment oder CO2-Debatte - manche Themen möchte man mit 2019 hinter sich lassen. Doch es ist wichtig, sich mit ihnen zu beschäftigen.

Bei vielen Verbrauchern herrscht Verwirrung zu den Themen Nachhaltigkeit, CO2-Kompensation und Fliegen. Damit soll nun aufgeräumt werden.

1. Vorurteil zur Nachhaltigkeit: Der CO2-Ausgleich stoppt den Klimawandel

Stimmt nur halb. Nach wie vor ist CO2-Kompensation ein umstrittenes Thema. Fakt ist: der Klimawandel lässt sich nicht mit Kompensation stoppen. Sinnlos ist dieses Mittel trotzdem nicht, allerdings handelt es sich um eine Übergangslösung bis beispielsweise alternative Treibstoffe im Massenmarkt einsatzbereit sind. Bis dahin ist es wichtig CO2 nicht nur zu kompensieren, sondern auch einzusparen, wo es möglich ist. Dabei gilt es, zunächst die eigene CO2-Bilanz sorgfältig zu erfassen, um zu verstehen, wo Einschränkungen umsetzbar sind.

2. Vorurteil zur Nachhaltigkeit: Firmen erkaufen sich mit Zertifikaten ein "grünes" Image

Stimmt. Umweltschutz und Nachhaltigkeit nimmt bei vielen Verbrauchern einen immer höheren Stellenwert ein, wenn es um Konsumentscheidungen geht. Vielen Firmen sehen sich mit dem Vorwurf konfrontiert, sich mit Zertifikaten zum Ausgleich von CO2-Emissionen lediglich ein umweltfreundliches Image erkaufen zu wollen. Mit dem Ausgleich von CO2 über den Kauf von Zertifikaten, die schließlich Umwelt- und Klimaschutzprojekte weltweit unterstützen, entsteht aber dennoch ein positiver Effekt für den Planten, unabhängig von der Intention des Käufers. Konzentriert man sich also nur auf den Ertrag für die Umwelt, so ist der Kauf von Zertifikaten durchaus sinnvoll, berichtet das Portal Flyla.

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3. Vorurteil zur Nachhaltigkeit: Fliegen ist der größte Klimasünder

Stimmt nicht. Für insgesamt 2,5 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen im Jahr 2018 war laut der "International Council on Clean Transportation" die Luftfahrt verantwortlich. Dies bedeutet aber auch, dass die Luftfahrt für 97,5 Prozent der weltweiten CO2-Ausstöße nicht verantwortlich ist. Dennoch sieht sich die Branche seit mittlerweile vielen Jahren in der Pflicht, die CO2-Emissionen zu verringern und Fliegen umweltfreundlicher zu gestalten. Beispielsweise über die Forschung im Bereich alternative Treibstoffe. Solange es noch keine optimalen Lösungen gibt, hilft Kompensation. Das Flugportal Flyla kompensiert deshalb die CO2-Bilanz jedes gebuchten Fluges ohne Zusatzkosten für den Kunden.

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4. Vorurteil zur Nachhaltigkeit: Zwischenstopps sind umweltfeindlicher

Stimmt. Heute betreiben Fluggesellschaften überwiegend Maschinen, die viele Ziele auf der Welt ohne Zwischenstopps erreichen können und für Effizienz und damit Sparsamkeit hinsichtlich Kerosinverbrauchs gerüstet sind. Je nach Fluggesellschaft und Flugzeugtyp kann es allerdings sein, dass ein Zwischenstopp auf einem Langstreckenflug sinnvoll ist. Weil das Flugzeug für den Flug ohne Zwischenstopp komplett vollgetankt werden muss, ist es schwerer als das des Fluges mit Tankstopp und verbraucht dementsprechend zu Beginn der Reise mehr Kerosin. So macht es bei bestimmten Strecken und Flugzeugtypen Sinn, einen Zwischenstopp einzulegen und ist umweltfreundlicher als nonstop zu fliegen.

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5. Vorurteil zur Nachhaltigkeit: Der Beitrag einer Einzelperson hilft nicht

Stimmt nicht. Im Vergleich mit den USA oder China, trägt Deutschland relativ wenig zu den weltweit anfallenden Emissionen bei. Trotzdem ist es entscheidend, dass Deutschland sich weiter für den Umweltschutz einsetzt. Deutschlands Vorgehen beim Klimaschutz hat einen wesentlichen Einfluss auf die Politik in der EU und ist daher von globaler Bedeutung. Diese Betrachtungsweise kann auf die gesamte Gesellschaft übertragen werden. Zwar kann ein Einzelner nicht den kompletten Planeten retten, aber er kann Anstöße für andere liefern, sich für die Umwelt und ihren Schutz einzusetzen.

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6. Vorurteil zur Nachhaltigkeit: Superheld Baum – Das Pflanzen von Bäumen rettet die Erde

Stimmt nur halb. Nur eine Art von Kompensation oder Maßnahme für den Klimaschutz ist langfristig nicht zielführend. Der alleinige Fokus auf Luftverkehrssteuern, Zuschüsse für Ökostrom oder das Pflanzen von Bäumen wird den Planeten nicht retten. Bäume gelten zwar allgemein als das wirksamste Kompensationsmittel, aber die Aufforstung ist kein einfacher Prozess. Das durch die Bäume gebundene CO2 kann sobald der Baum rottet oder auf andere Weise abstirbt wieder entweichen, sodass es keine verlässliche Berechnungsgrundlage für den Effekt der Aufforstung zum Ausgleich von CO2-Emissionen gibt. Besser ist es daher, wenn verschiedene Kompensationsmethoden kombiniert werden und Verbraucher versuchen, in allen Lebensbereichen auf den Klimaschutz zu achten.

Kreuzfahrten: Wie umweltfreundlich und vertretbar sind sie wirklich?

Die Kreuzfahrt ist eine beliebte Urlaubsform mit seit Jahren steigenden Passagierzahlen.
Die Kreuzfahrt ist eine beliebte Urlaubsform mit seit Jahren steigenden Passagierzahlen. © Andrea Warnecke
In Norwegen sollen strenge Umweltschutzgesetze unter anderem die sensible Fjordlandschaft schützen.
In Norwegen sollen strenge Umweltschutzgesetze unter anderem die sensible Fjordlandschaft schützen. © Hurtigruten
Kraftstoff bunkern: Auch das Tankschiff für die "Aida Nova" wird mit LNG aus Terminals in Barcelona und Teneriffa angetrieben.
Kraftstoff bunkern: Auch das Tankschiff für die "Aida Nova" wird mit LNG aus Terminals in Barcelona und Teneriffa angetrieben. © Juanjo Martinez
Die "Aida Nova" von Aida Cruises ist das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das im Hafen und auch auf See hauptsächlich mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird.
Die "Aida Nova" von Aida Cruises ist das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das im Hafen und auch auf See hauptsächlich mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird. © Juanjo Martinez
Felix Eichhorn ist Präsident der Reederei Aida Cruises.
Felix Eichhorn ist Präsident der Reederei Aida Cruises. © Andrea Warnecke
Daniel Skjeldam ist CEO der norwegischen Reederei Hurtigruten.
Daniel Skjeldam ist CEO der norwegischen Reederei Hurtigruten. © Hurtigruten
Kreuzfahrtschiffe gelten vielen als "Dreckschleudern", die die Umwelt verschmutzen.
Kreuzfahrtschiffe gelten vielen als "Dreckschleudern", die die Umwelt verschmutzen. © Philipp Laage
Umweltschutz ist besonders in ökologisch sensiblen Gegenden wie hier in der Arktis wichtig.
Umweltschutz ist besonders in ökologisch sensiblen Gegenden wie hier in der Arktis wichtig. © Verena Wolff
Mit der "Roald Amundsen" von Hurtigruten geht das erste Hybrid-Expeditionsschiff an den Start.
Mit der "Roald Amundsen" von Hurtigruten geht das erste Hybrid-Expeditionsschiff an den Start. © Hurtigruten
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Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren mit Schweröl, dem Überrest aus den Erdölraffinerien. © Andrea Warnecke

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