Kreuzfahrt des Grauens?

Katastrophale Kreuzfahrt? Passagiere schäumen vor Wut, weil das Schiff diese Häfen ansteuerte

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Traumhafte Ziele versprechen viele Kreuzfahrten - diese konnte das Versprechen nicht halten.(Symbolbild)

Eine Kreuzfahrt soll die Passagiere an Orte führen, die sie schon immer mal sehen wollten. Dieses Ziel hat ein Veranstalter nun auf erschreckende Weise verfehlt.

Eine Kreuzfahrtroute, die man fast schon als bizarr bezeichnen kann, wurde jetzt 900 Passagieren zugemutet. Die Urlauber, die zum Teil bis zu 1.500 Euro für die Reise bezahlt haben, waren so wütend, dass sie sich weigerten, das Schiff zu verlassen. Das war der Anlass:

Horror-Kreuzfahrt: "Mystery-Tour" stellt sich als totaler Reinfall heraus

Das Schiff eines britischen Veranstalters hatte den Hafen in Newcastle zu einer "Mystery-Tour" verlassen, die Passagiere waren also völlig ahnungslos, wohin die Reise gehen würde. Gelockt wurden Sie laut "Sun" mit einer "besonderen Reise", die sie zu "unentdeckten Juwelen" führen sollte. Außerdem würden sie einen Urlaub erleben, den sie nie vergessen. Zumindest das letzte Versprechen hat der Veranstalter gehalten.

Der erste Halt führte die Kreuzfahrtpassagiere nach Great Yarmouth, ein ehemaliger Fischereihafen, dessen Bewohner mittlerweile von der Ölindustrie leben – und Heimatort einiger der Passagiere. Zumindest wurden die Gäste bei ihrem Landgang vom Bürgermeister höchstpersönlich begrüßt. Weiter ging es ins französische Dünkirchen. Der Ort ist vor allem für eine Schlacht im 2. Weltkrieg bekannt und aktuell für Probleme mit illegalen Einwanderern, die unerlaubt Camps errichten.

Video: Tipps für eine sichere Kreuzfahrt

Kreuzfahrt-Mitarbeiter spricht über "schlimmste Zeit" seines Lebens - Dazu wurde er gezwungen

"Das ganze Jahr gespart" – Kreuzfahrt-Passagiere sind enttäuscht

Nach diesen zwei "Highlights" ging es für die mittlerweile wohl recht desillusionierten Urlauber weiter nach Antwerpen – das wohl erste und einzige sehenswerte Ziel der Reise – und in die 20 Kilometer von Amsterdam entfernte trostlose Hafenstadt Ijmuiden. Ein verärgerter Passagier gibt gegenüber der "Sun" an: "Bisher war es schrecklich. Wir haben das ganze Jahr gespart und sind an diesen Orten gelandet." Andere Gäste sprachen sogar von "Meuterei".

Auf seiner Website wirbt der Veranstalter damit, eine "Urlaubserfahrung, wie keine andere" zu bieten. Ein Sprecher des Unternehmens bedauert, dass eine "Minderheit" der Passagiere unzufrieden mit den Zielorten der Kreuzfahrt gewesen sei. Es wären aber viele positive Meinungen eingegangen. Man freue sich auf weitere Gäste, die an Orte reisen wollen, "die sie noch nicht besucht haben."

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Kreuzfahrten: Wie umweltfreundlich und vertretbar sind sie wirklich?

Die Kreuzfahrt ist eine beliebte Urlaubsform mit seit Jahren steigenden Passagierzahlen.
Die Kreuzfahrt ist eine beliebte Urlaubsform mit seit Jahren steigenden Passagierzahlen. © Andrea Warnecke
In Norwegen sollen strenge Umweltschutzgesetze unter anderem die sensible Fjordlandschaft schützen.
In Norwegen sollen strenge Umweltschutzgesetze unter anderem die sensible Fjordlandschaft schützen. © Hurtigruten
Kraftstoff bunkern: Auch das Tankschiff für die "Aida Nova" wird mit LNG aus Terminals in Barcelona und Teneriffa angetrieben.
Kraftstoff bunkern: Auch das Tankschiff für die "Aida Nova" wird mit LNG aus Terminals in Barcelona und Teneriffa angetrieben. © Juanjo Martinez
Die "Aida Nova" von Aida Cruises ist das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das im Hafen und auch auf See hauptsächlich mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird.
Die "Aida Nova" von Aida Cruises ist das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das im Hafen und auch auf See hauptsächlich mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird. © Juanjo Martinez
Felix Eichhorn ist Präsident der Reederei Aida Cruises.
Felix Eichhorn ist Präsident der Reederei Aida Cruises. © Andrea Warnecke
Daniel Skjeldam ist CEO der norwegischen Reederei Hurtigruten.
Daniel Skjeldam ist CEO der norwegischen Reederei Hurtigruten. © Hurtigruten
Kreuzfahrtschiffe gelten vielen als "Dreckschleudern", die die Umwelt verschmutzen.
Kreuzfahrtschiffe gelten vielen als "Dreckschleudern", die die Umwelt verschmutzen. © Philipp Laage
Umweltschutz ist besonders in ökologisch sensiblen Gegenden wie hier in der Arktis wichtig.
Umweltschutz ist besonders in ökologisch sensiblen Gegenden wie hier in der Arktis wichtig. © Verena Wolff
Mit der "Roald Amundsen" von Hurtigruten geht das erste Hybrid-Expeditionsschiff an den Start.
Mit der "Roald Amundsen" von Hurtigruten geht das erste Hybrid-Expeditionsschiff an den Start. © Hurtigruten
Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren mit Schweröl, dem Überrest aus den Erdölraffinerien.
Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren mit Schweröl, dem Überrest aus den Erdölraffinerien. © Andrea Warnecke

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