Corona

Kostenlos stornieren: Sie können Ihren Sommerurlaub nicht antreten? Das sollten Sie wissen

Wie kann ich zu Corona-Zeiten kostenlos meine Reise stornieren?
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Wie kann ich zu Corona-Zeiten kostenlos meine Reise stornieren?

Sie haben eine Reise gebucht, doch dürfen Sie wegen Corona nicht antreten? Dann sollten Sie einiges beachten, wenn Sie Ihr Geld zurückhaben möchten.

  • An Urlaub ist zu Corona-Zeiten* nicht zu denken.
  • Doch was tun, wenn der Urlaub storniert werden muss, weil man die Reise nicht antreten darf?
  • In der Übersicht finden Sie alles, was Sie zur kostenlosen Stornierungen von Pauschalreisen und rund um das Thema Reisebuchungen* wissen müssen.

Urlauber dürfen sich freuen: Sie können sich auf Lockerungen der Corona-Beschränkungen im Gastgewerbe in Deutschland einstellen. Zeit also, sich nach einer Unterkunft umzuschauen. "Wenn man jetzt buchen möchte, sollte man genau darauf achten, bis wann eine Reise stornierbar ist", rät Iwona Husemann, Rechtsreferentin bei der Verbraucherzentrale NRW.

Welche Corona-Regelungen hinsichtlich der Reiseplanung gelten aktuell?

Diese Maßnahmen müssen Sie kennen, wenn Sie derzeit überlegen, eine Reise zu planen oder anzutreten:

  • Das Auswärtige Amt* hat eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen.
  • Diese Reisewarnung gilt bis mindestens zum 14. Juni 2020.
  • Das Bundesgesundheitsministerium rät von allen Reisen ab, auch innerhalb Deutschlands.
  • Es gibt Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen in allen Bundesländern und auch vielen Reiseländern.

Lesen Sie hier: Reise-Experten machen Hoffnung: Ist eine Urlaubsreise doch bald wieder möglich?

Wie kann ich meine Pauschalreise jetzt kostenlos stornieren?

"Kunden können eine Pauschal­reise kostenfrei stornieren, wenn am Urlaubs­ort oder in dessen unmittel­barer Nähe 'unver­meid­bare und außergewöhnliche Umstände' auftreten, die die Durch­führung der Pauschal­reise oder die Beför­derung von Personen an den Ziel­ort erheblich beein­trächtigen. Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts gilt als deutliches Indiz für außergewöhnliche Umstände", schreibt Stiftung Warentest.

Laut Verbraucherzentrale ist bisher noch nicht genau geklärt, wann ein unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstand vorliegt, der eine kostenfreie Stornierung rechtfertigt. "Es dürfte aber wohl darauf ankommen, ob zum Zeitpunkt der Reise die unabwendbaren, außergewöhnlichen Umstände vorliegen und mit welcher Wahrscheinlichkeit davon zum Zeitpunkt der Stornierung ausgegangen werden konnte", so die Verbraucherzentrale.

Kostenlos die Pauschalreise stornieren? Ja!

Die welt­weite Reisewarnung des Auswärtigen Amts bedeutet also, dass Reisende kurz bevor­stehende Pauschal­reisen ins Ausland unter Berufung auf außergewöhnliche Umstände kostenlos stornieren können. Sollte dem Reise­ver­anstalter die Reisewarnung als Begründung nicht ausreichen, rät die Stiftung Warentest zu weiteren Argumenten.

Diese können sein:

  • Rund­reisen sind wegen der Abriegelung ganzer Städte oft nicht wie geplant durch­führ­bar.
  • Wesentliche Sehens­würdig­keiten oder Routen vor Ort sind gesperrt.
  • Viele Länder haben ihre Grenzen geschlossen, sodass Einreisen nicht mehr möglich sind.
  • Anste­ckungs­gefahr 

Diese Umstände können Reisende laut den Experten zum kostenlosen Rück­tritt des Reise­vertrags berechtigen. Auch Veranstalter können Reise­verträge aus diesen Gründen kündigen, so Stiftung Warentest*.

Aber: Schaden­ersatz steht Touristen in der Regel nicht zu.

Lesen Sie hier: Corona-Krise: Wann wird Urlaub in den USA wieder möglich sein?

Kostenlos die Individualreise stornieren? Möglich.

Sollten Sie eine individuelle Reise gebucht haben, müssen Sie trotz Einreise­verboten und genereller Reisewarnung genau in die Verträge der Airlines und Hotels schauen. Möglich ist die kostenlose Stornierung der Individualreise etwa, wenn

  • Hotels oder Trans­port­mittel nicht genutzt werden können, weil sie etwa in einem Sperr­gebiet liegen
  • Deutsches Recht gilt

Ansonsten sollten Reisende direkt beim Veranstalter anfragen.

Lesen Sie hier: Herbsturlaub planen: Kennen Sie schon die schönsten Kleinstädte Deutschlands?

Sommerurlaub & Corona: Sollte ich schon jetzt stornieren oder noch abwarten?

Zunächst muss beachtet werden, dass Reisen derzeit aufgrund außergewöhnlicher Umstände nur bis einschließlich 14. Juni storniert werden können. Denn bis dahin gilt - vorerst zumindest - die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Wer also im Juli oder August - oder einen noch späteren Zeitraum - Urlaub gebucht hat, der sollte überlegen, wie er nun vorgehen möchte. Denn: Die Kosten für eine Stornierung fallen niedriger aus, wenn Sie vorzeitig stornieren. Je näher die Stornierungen am eigentlichen Reisedatum liegt, desto höher fallen auch die Kosten aus.

Wichtig: Sie sollten also stets die Entwicklung der Corona-Lage am jeweiligen Urlaubsziel im Auge behalten und prüfen, welche Stornierungs- und Umbuchungs-Bedingungen des Reiseveranstalters, der Airline oder der Unterkunft gelten.

Unterschiedliche Bedingungen bei Buchungen

Bei Ferienwohnungen, Ferienhäusern und Hotels lohnt stets ein Blick auf die Stornierungsregeln in die AGB des Anbieters. "Manche haben die plakativ in den Buchungsbedingungen", erklärt Husemann. Viele Unterkünfte seien nur bis 30 Tage vor Anreise kostenlos stornierbar. Bei einzelnen Anbietern lassen sich Aufenthalte noch bis 24 Stunden vor Abreise kostenlos stornieren. "Das kostet dann einen Aufpreis." Aber so bleiben Urlauber flexibel, falls Reisepläne sich ändern.

"Gerade bei kleinen, privaten Anbietern ist es auch denkbar, dass man eine individuelle Lösung aushandeln kann", sagt die Juristin - zum Beispiel eine kostenfreie Absage des Aufenthalts bis eine Woche vor Anreise. Bei größeren Anbietern sei das aber eher nicht möglich.

Urlaub buchen: Behörden könnten Übernachtungen erneut verbieten

Und was, wenn die Behörden touristische Aufenthalte in der Ferienregion doch wieder verbieten, falls die Infektionszahlen dort wieder in die Höhe schnellen? Dann muss das Hotel oder der Vermieter die Buchungen in der Regel ohnehin stornieren. "Im besten Fall sollte es dann so sein, dass man sein Geld zurückbekommt", sagt Husemann. Alternativ könne man den Aufenthalt auch verschieben.

Übrigens: Eine Reiserücktrittsversicherung zahlt nicht für Stornogebühren, wenn sich ein Reisender allein aus Furcht vor Corona gegen den Urlaub entscheidet. Viele Versicherer schließen Pandemien-Folgen ohnehin als Versicherungsgrund aus. Hier lohnt ein genauer Blick in die AGB der Versicherung.

Auch interessant: Stiftung Warentest: Diese Auslandskranken­versicherungen haben die besten Tarife.

Reisen in Zeiten von Corona: Wo kann man bald wieder Urlaub machen - und wo nicht, berichtete die fnp.de*

sca

Diese Fehler bei der Reiserücktrittsversicherung sollten Sie dringend vermeiden

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
1. Tod oder unerwartete, schwere Erkrankung der versicherten Person oder einer Risikoperson (z.B. Angehörige oder Mitreisende). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
2. Unerwartete Impfunverträglichkeit. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
3. Schwangerschaft der versicherten Person oder einer Risikoperson. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
4. Erheblicher Schaden am Eigentum durch Feuer, ein Elementarereignis oder die Straftat eines Dritten (z.B. Einbruch). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
5. Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund einer unerwarteten betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
6. Konjunkturbedingte Kurzarbeit über einen bestimmten Zeitraum mit Reduzierung des Bruttoeinkommens (mindestens 35 Prozent). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
7. Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses, falls die Person bei Reisebuchung arbeitslos war und das Arbeitsamt der Reise zugestimmt hatte. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
8. Arbeitsplatzwechsel, vorausgesetzt die Reise wurde vor Kenntnis des Wechsels gebucht und die Probezeit fällt in den Reisezeitraum. © dpa
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9. Wiederholung von nicht bestandenen Prüfungen an einer Schule oder Universität. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
10. Nichtversetzung eines Schülers (z.T. mit der Einschränkung: falls es sich um eine Schul- oder Klassenfahrt handelt). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
11. Bruch von Prothesen oder unerwartete Lockerung von Implantaten. © dpa
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12. Trennung (Nachweis der Ummelde-Bescheinigung) oder Einreichung der Scheidungsklage. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
13. Unerwartete gerichtliche Ladung, sofern das Gericht einer Verscheibung des Termins nicht zustimmt. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
14. Unerwartete schwere Erkrankung, schwerer Unfall oder Impfunverträglichkeit eines zur Reise angemeldeten Hundes. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
15. Einladung als Trauzeuge zu einer Hochzeit, wenn der Termin in der Zeit des lange vorausgeplanten Urlaubs liegt. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
16. Ausfall der Urlaubsvertretung eines Selbständigen, z.B. wegen Krankheit. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
17. Überraschende Qualifikation einer Sportmannschaft für das Bundesfinale, bei der die Teilnahme der Person (des Kindes) unverzichtbar ist. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
18. Unerwartete Verlegung eines Fußballderbys auf den Urlaubsbeginn des Dauerkartenbesitzers. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
19. Notwendiger Beistand einer schwer erkrankten Freundin bei einer unvorhersehbaren Verschlechterung der Krankheit. Hier ist eine Nennung von Zeugen notwendig, die das innige Freundschaftsverhältnis bestätigen. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
20. Unerwarteter Termin zur Spende von Organen oder Geweben (z.B. Knochenmark). © dpa

*Merkur.de und fnp.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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