Betrügern nicht auf dem Leim gehen

Tipps für die erste erfolgreiche Buchung eines Ferienhauses

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Eine detaillierte Beschreibung minimiert das Risiko eines Betruges. Noch abgesicherter sind Reisende, welche sich den Gesamtpreis des Hauses schriftlich bestätigen lassen.

Entspannter Urlaub mitten am Strand fernab der standardisierten Hotels: So stellen sich immer junge Menschen ihre alljährlichen Ferien vor. Die lang ersehnte Anmietung eines Ferienhauses kann mitunter aber auch problematisch verlaufen.

Insbesondere bei günstigen Angeboten schwingt bei Verbrauchern häufig die Angst mit, Betrügern ins Netz zu gehen. Damit sich die Buchung später nicht als umsonst entpuppt, ist eine gründliche Recherche sehr wichtig.

Gründliche Recherche auf der Internetseite des Anbieters

Eine Ferienwohnung klingt nach einem genügsamen Domizil, das im Gegensatz zu überfüllten Hotelzimmern ein hohes Maß an Privatsphäre verspricht. Es ist die Freiheit, verbunden mit der Nähe zum Meer, die viele Menschen bewegt, für die Unterbringung ein Ferienhaus zu wählen. An den Ausläufern der Seealpen sowie in der französischen Provence stehen ebenso günstige Ferienhäuser wie an beliebten Destinationen der Nord- und Ostsee.

Sofern es nach den im Internet einsehbaren Beschreibungen geht, verstünde sich jedes Ferienhaus als paradiesisches Domizil. Die Wahrheit vor Ort kommt aber bei unzureichender Vorbereitung einem Schockerlebnis gleich: Entweder existieren die jeweiligen privaten Anbieter gar nicht oder aber die Reisenden müssen mit schwerwiegenden Mängeln vorliebnehmen. Es ist also wichtig, vor der Buchung aus eigenem Antrieb gründliche Recherchen vorzunehmen.

Diese Vorab-Recherche sollte sich dabei nicht auf das Impressum des jeweiligen Anbieters beschränken. Vielmehr sollten Reisewillige auch die Bewertungen anderer Urlauber in ihre Recherche einbeziehen. Haben die komfortablen bis luxuriösen Ferienhäuser an der Ostsee in der Vergangenheit eine Vielzahl an Bewertungen erhalten, können Betroffene auf einen seriösen Anbieter schließen. Noch abgesicherter gehen angehende Urlauber vor, indem sie die Adresse der jeweiligen Immobilie bei Google Earth nachprüfen. Sollten hier Unstimmigkeiten auftreten, gilt es diese stichhaltig zu dokumentieren. Mithilfe von Fotos oder Screenshots lassen sich Beweise sammeln, sofern weder Erwarten im Nachhinein doch Unstimmigkeiten auftreten.

Vorsicht bei privaten Ferienhaus-Anbietern

Ob in einer ungewöhnlichen Unterkunft auf Helgolands Dünen oder in einem geräumigen Bungalow auf Rügen: Vor allem private Anbieter locken Verbraucher oftmals mit unseriösen Angeboten. Anstelle einer informativen Internetseite rund um Traum-Ferienhäuser in Dänemark offerieren die Anbieter oftmals nicht mehr als eine kurze Ausschreibung. Begehen Reisende den Fehler, nach dem ersten E-Mail-Kontakt sofort eine Anzahlung vorzunehmen, bleiben sie schlimmstenfalls auf den Kosten sitzen. Es ist ratsam, vor einem finanziellen Abschluss die vollständige Adresse sowie möglichst Steuernummer und/oder Umsatz-Steuer-ID des Anbieters einzuholen.

Das sehen auch die Polizeiverbände Deutschlands so. Sie raten reisefreudigen Verbrauchern im Geschäft mit privaten Anbietern zum telefonischen Kontaktgespräch. Weiterhin raten die Beamten davon ab, den gesamten Reisepreis auf einen Schlag zu überweisen. Im Gegensatz zu gewerblichen Anbietern der Ferienhäuser in Frankreich beläuft sich die erste Ratenzahlung bei Privatanbietern auf höchstens 30 Prozent. Der sichere Weg besteht grundsätzlich in der Buchung bei einem seriösen Portal. Dies kann selbstredend auch ein deutscher Reiseveranstalter sein. Sollte hier bei der Buchung oder Reise etwas schieflaufen, sind Verbraucher immerhin durch das deutsche Pauschalreiserecht abgesichert. Eine Entscheidungshilfe bei den Schwergewichten der Branche findet sich beim Deutschen Tourismusverband: Seit 1994 klassifiziert der Verband deutschlandweit Ferienhäuser mit einem Bewertungsmaßstab zwischen einem und fünf möglichen Sternen. Für österreichische oder dänische Ferienhäuser existieren ähnliche Klassifizierungen, an denen sich die Menschen orientieren können.

Lage und Größe des Ferienhauses mit Bedacht wählen

Vor der Buchung des favorisierten Ferienhauses gilt es auch, dessen Lage und Größe genau in Augenschein zu nehmen. Urlauber, die unbedingt eine nah am Meer gelegene Unterkunft möchten, müssen bereit sein, höhere Preise zu zahlen. Bedeutet: Sparpotential bietet sich oftmals nur mit einer abseits vom Strand gelegenen Unterkunft. Die gute Nachricht: solch eine Lage spornt an, einen Erholungsurlaub mit einem aktiven Part zu verbinden. Mit einem Leih-Fahrrad etwa lässt sich die Distanz zwischen Unterkunft und Strand problemlos überwinden.

Auch bei der Größenordnung des Ferienhauses lohnt sich ein genauer Blick auf die Beschreibung des Anbieters. Bei Kennern hat es sich beispielsweise bewährt, anstelle der tatsächlichen Personenzahl für eine Person mehr zu buchen. So haben alle Beteiligten schlussendlich ausreichend Platz, um sich während der Ferienzeit im Quartier hyggelig einzurichten.

Nachteile und Ausstattung berücksichtigen

Mitunter verstehen sich professionelle Anbieter meisterhaft darauf, vermeidliche Nachteile des Feriendomizils als Vorteile zu deklarieren. So verbirgt sich hinter einer „zweckmäßigen Unterkunft“ nicht mehr als ein wenig komfortables Haus. Ebenso deutet der Verweis auf eine hervorragende Infrastruktur an, dass die Reisenden mit Verkehrslärm rechnen müssen. Diese mitunter subtilen Hinweise sind essentiell, um von vornherein ungeeignete Unterkünfte rechtzeitig auszuschließen. Geprüft werden sollte außerdem die vorgesehene Ausstattung – schließlich möchten die Urlauber während der Ferien keinesfalls schlechter als im eigenen Zuhause wohnen. Frische Handtücher und Bettwäsche sollten ebenso selbstverständlich sein wie ein Fernseher oder Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Wird das Ferienhaus als kinderfreundlich angepriesen, sollten Spielplätze oder andere kinderfreundliche Attraktionen in der Nähe gelegen sein.

Die große Unbekannte der Nebenkosten einkalkulieren

Viele Urlauber sind aufgrund ihrer Hotel-Erfahrung an Pauschalpreise gewöhnt. Sie übersehen auf den ersten Blick die bei einem Ferienhaus-Urlaub anfallenden Nebenkosten für die Endreinigung oder Heizung und Strom. Diese Kosten summieren sich sehr schnell auf. Neben den genannten Nebenkosten steht oftmals noch eine Kaution oder eine Haustier-Gebühr ins Haus. Urlauber, die sich vorab mithilfe eines Preisvergleichs informieren, erleben in Punkto Nebenkosten bei der Abreise keine bösen Überraschungen.

Versicherung für den Notfall abschließen

Rotweinflecken oder eine zerbrochene Scheibe gehören für Urlauber nicht in den Reiseplan – passieren aber dennoch schneller als gedacht. Um aus dem Malheur glimpflich rauszukommen, sollte vorab über eine private Haftpflichtversicherung nachgedacht werden. Einmal abgeschlossen, kommt die Versicherung für entstandene Mietsachschäden auf – ausdrücklich auch bei ausländischen Ferienobjekten. Optimalerweise schließen Urlauber bewegliche Möbelstücke in ihre Policen ein. Diese sind oftmals nicht in die Versicherungsleistung inkludiert, doch lassen sich als zusätzliche Police oder gegen Aufpreis buchen. Ebenso haben Urlauber die Option, sich bei einigen Anbietern der Ferienhäuser direkt gegen einen Schlüsselverlust oder Einbruch abzusichern.

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