Auf den Spuren der Pharaonen durch Ägypten

Wo Tutanchamun herkommt

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Endpunkt vieler Nil-Kreuzfahrten - in Luxor warten noch einmal zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie der Luxortempel auf die Urlauber.

Tutanchamun Superstar: Die ­Ausstellung in München meldet Besucher-Rekorde. Alle wollen die Grabkammer des Pharao sehen. Doch wo kommt er ­her? Was ist heute noch in ­seiner Heimat von den alten Dynastien zu sehen? Eine Spurensuche entlang des Nils.

München, 17. April 2009

Der ägyptische Pharao zieht alle in seinen Bann. Es ist faszinierend, die originalgetreu nachgebaute Grabkammer zu sehen, in der über 3200 Jahre lang die Mumie des jungen Regenten und die wertvollen Grabbeigaben vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen waren, bis der Engländer Howard Carter sie im Jahr 1922 entdeckte und ausrief: „Ich sehe wunderbare Dinge!“

Während die Besucher in München über sorgfältig nachgebaute Repliken staunen, kann man in Ägypten die Originale sehen. Die goldene Totenmaske Tutenchamuns und wesentliche Fundstücke aus dem Grab sind im Ägyptischen Museum in Kairo ausgestellt, die Mumie des Pharaos ist wieder in der ursprünglichen Grabstätte im Tal der Könige bei Theben.

Immer den Nil entlang führt eine Reise auf den Spuren der Antike: Der britische Tourismus-Pionier Thomas Cook, der vor knapp 150 Jahren die Pauschalreise erfand, organisierte von Luxor aus die erste Nilkreuzfahrt durch das Land der Pharaonen.

Der Fuss ist die Lebensader des Landes und durchmisst Ägypten auf 1550 Kilometern Länge von Süden nach Norden. An der Grenze zum Sudan fließt er vorbei an Abu Simbel, wo vor 40 Jahren in einer spektakulären Aktion die beiden Tempel des Ramses II. versetzt wurden, um sie vor dem angestauten Wasser des Assuandammes zu bewahren.

Nördlich der Staumauer passiert der Nil Kom Ombo, wo ein Doppeltempel der Götter Sobek und Haroeris zu sehen ist.

Eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten Ägyptens befindet sich in Edfu: der Horus-Tempel. Das fast vollständig erhaltene Bauwerk ist 2300 Jahre alt. Berühmt sind die gut erhaltenen Inschriften. Luxor ist Start und Ziel vieler Nilkreuzfahrten. Vom Schiff aus sieht man den Tempel, der dem Gott Amun geweiht ist. Nur wenige Kilometer weiter nördlich steht der Karnak-Tempel. Die größte Tempelanlage Ägyptens wurde als ein Heiligtum des Gottes Amun-Re errichtet.

Ein kleines Stück flussabwärts liegt Theben, der einstige Mittelpunkt des Pharaonenreichs. Auf dem westlichen Ufer befindet sich neben den Memnonkolossen und dem Tempel der Hatschepsut der Eingang zum Tal der Könige. Hier entdeckte Howard Carter das Grab des Tutanchamun. Insgesamt sind 63 Gräber und Gruben registriert, unter anderem die von Ramses I., Sethos I. und Thutmosis III. Rund 50 Kilometer weiter nördlich befindet sich in Dendera der gut erhaltene Hathor-Tempel. In Abydos findet man Siedlungsspuren aus der Zeit von etwa 3000 vor Christus.

In Mittelägypten passiert der Nil auf dem Weg zur Mündung die Stadt Asyut, wo bei Ausgrabungen Modelle von nubischen Bogenschützen und ägyptischen Lanzenkämpfern gefunden wurden, die heute im Ägyptischen Museum in Kairo gezeigt werden. Weiter nördlich befinden sich in Amarna die Ruinen der Stadt Achet-Aton, die von Pharao Echnaton gegründet wurde.

Kurz vor Kairo fließt der Nil durch die Reste der ehemaligen Hauptstadt Memphis.

Die Goldmaske des Tutanchamun ist eines der wichtigsten Exponate im Ägyptischen Museum in Kairo, wo außerdem die Goldsärge des Pharaos sowie Streitwagen, Amulette und Möbelstücke gezeigt werden. Vor den Toren von Kairo liegen die Pyramiden von Gizeh, die zwischen 2650 und 2500 vor Christus entstanden. Sie sind das einzige noch erhaltene Weltwunder der Antike.

Volker Pfau

Tutanchamun: Ausstellung in München

Vom 9. April bis zum 30. August ist die Ausstellung über Tutanchamun in der Event-Arena am Olympiagelände zu sehen. © Kurzendörfer
Tutanchamun: Ausstellung in München
Sie zeigt die weltweit einzigartige Originalnachbildung... © Marcus Schlaf
Tutanchamun: Ausstellung in München
...des faszinierendsten Grabmals der Menschheit mit seinen Schätzen in Museumsqualität. © Marcus Schlaf
Tutanchamun: Ausstellung in München
Sie bietet – erstmals nach 87 Jahren – die Gelegenheit,... © Marcus Schlaf
In der Ausstellung "Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze" sind zum Beispiel Haushaltsgegenstände des ägyptischen Königs zu sehen. © dpa
Tutanchamun: Ausstellung in München
...das Grab dreidimensional in seiner originalen Fundsituation zu erleben. © Marcus Schlaf
Die Vorkammer ist die erste Grabkammer, die der Besucher betritt. In ihr fand der Entdecker etliche Gefäße für Lebensmittel und Kosmetika. © 
Tutanchamun: Ausstellung in München
Unter den Ritualbetten in der Vorkammer verstecken sich weiße Holzschachteln mit Fleisch - Esssen für die Reise ins Jenseits. © Marcus Schlaf
Die Sargkammer: In der Ausstellung sieht der Besucher eine Szene, bei der ein Sarg aus dem Sarkophag gezogen wird. © Kurzi
In der Ausstellung sieht der Besucher alle Särge separat, die im Grab ineinander verschachtelt waren. © Kurzi
Tutanchamun: Ausstellung in München
Diese Königsköpfe sind aus Alabaster und ragen aus einem Kanopenkasten heraus. © Marcus Schlaf
Im Kanopenkasten waren die Organe des Pharaos beerdigt - das Herz blieb im Körper. © 
Eines der drei Ritualbetten: Auf ihnen sollte der Pharao im Jenseits wiedergeboren werden. © 
Sie glänzen mindestens so sehr wie die Originale: zwei prunkvolle Särge. © dpa
Obwohl die Mumie eine Nachbildung ist, wird das Herzstück durch einen Glaskasten geschützt. © Kurzi
Im Vordergrund die Mumie Tutanchamuns, dahinter die Särge und Schreine. © Kurzi
Die über 1000 Exponate sind nach Themen geordnet und anhand von Grafiktafeln erklärt. © Kurzi
Die goldene Totenmaske Tutanchamuns: Bei der Grabentdeckung lag sie unversehrt auf der Mumie des Königs. © dpa
Die letzte der vier Kammern, die Howard Carter 1922 entdeckte: die Schatzkammer mit dem goldenen Anubis-Schrein im Vordergrund und dahinter einem weiteren Schrein, der den Kanopenkasten mit den Organen schützt. © 
Der goldene Thron des "Kindkönigs" Tutanchamun: Er ist so klein, weil Tut nur 18 oder 19 Jahre alt wurde. © 
Der Streitwagen Tutanchamuns © 
Nachgebildete Figuren von verschiedenen Gottheiten (im Vordergrund links die Gottheit Schu) sind ebenfalls bei der Ausstellung zu sehen. © dpa
Ägyptische Schriftzeichen sind ebenso Teil der großen Ausstellung. © 
Tutanchamun: Ausstellung in München
Diese goldene Figur zeigt Tutanchamun auf der Jagd mit der Harpune. © Marcus Schlaf
Nachgebildete Figuren des Königs Tutanchamun bei der Jagd. © dpa
Tutanchamun: Ausstellung in München
Sein Stolz: Ausstellungs-Architekt Rainer Vebizh mit seiner Nachbildung der Totenmaske. © Marcus Schlaf
Tutanchamun: Ausstellung in München
Altägyptische Götterfiguren in hochmodernem Ambiente. Die Ausstellungsfläche ist über 4000 Quadratmeter groß. © Marcus Schlaf
Tutanchamun: Ausstellung in München
Golden glitzert eines der Ausstellungsobjekte aus der Schutzfolie hervor. Die Exponate wurden zuvor in Lkw vom tschechischen Brünn in die Landeshauptstadt gekarrt. © Marcus Schlaf
Tutanchamun: Ausstellung in München
Die Grabkammern in der Aufbauphase. Nun sind sie prall gefüllt. © Marcus Schlaf
Tutanchamun: Ausstellung in München
Während der Aufbauarbeiten mussten die Techniker Handschuhe zum Schutz der Objekte tragen. Hier der Schrein des Totengottes Anubis. © Marcus Schlaf

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