Notfall unter Palmen

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Die Deutschen gelten als Weltmeister im Verreisen. Ihr Versicherungsschutz für den Notfall unter Palmen ist meist weniger Spitze. Kamera, Handy oder Koffer sind oft besser versichert als die eigene Gesundheit. 

Nur ein Bruchteil der Urlauber hat die wichtige Auslandskrankenversicherung dabei, so die Erfahrungen von Hajo Köster vom Bund der Versicherten. 

Es ist die einzige Police, die nach Ansicht aller Experten unbedingt ins Gepäck gehört, für gesetzlich wie auch für privat Krankenversicherte.

Städtereise oder Strandhotel - im Urlaub kann jeder krank werden

“Wir wissen nicht, warum Reisende so unbedarft ohne die wichtigste Police losfahren, aber viel zu viele tun es“, berichtet Köster. Dabei kann jeder im Urlaub akut erkranken, mit dem Auto oder beim Sport verunglücken - ob er auf Kreuzfahrt ist, auf Städtereise, im Strandhotel oder beim schnellen Trip über die Grenze nach Österreich oder Dänemark.

Die skurrilsten Gesetze im Ausland

Die skurrilsten Gesetze im Ausland
Andere Länder, andere Sitten: In manchen Urlaubsländern gibt es wirklich kuriose Gesetze. Ganz vorn mit dabei sind einige Vorschriften im beliebten Reiseland Italien. Im venezianischen Städtchen Eraclea ist es beispielsweise untersagt, am Strand Löcher in den Sand zu buddeln oder Burgen zu bauen.   © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
ITALIEN: Im kampanischen Eboli wird das Küssen im Auto mit 500 Euro Strafe „honoriert“. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
ITALIEN: Im recht sittenstrengen Palermo auf Sizilien dürfen sich Frauen durchaus nackt am Stand zeigen. Dem „starken Geschlecht“ bleibt dies jedoch verwehrt. © dpa
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ITALIEN: Das Füttern von Tauben ist auf dem Markusplatz in der Lagunenstadt Venedig verboten. Es drohen bis zu 450 Euro Strafe. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
ITALIEN: In der Öffentlichkeit sein Pausenbrot zu verzehren, ist in Rom untersagt. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
FRANKREICH: Selbst in Paris, in der Stadt der Liebe, ist das Küssen im Pariser Bahnhof Gare du Nord und im Zug seit dem Jahr 1910 verboten. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
FRANKREICH: Liebe Bauern, liebe Tierliebhaber. Sollten Sie ein Schwein in unserem Nachbarland erwerben, nennen Sie es nicht Napoleon. Dies wird im Land des kleinen Korsen als Beleidigung aufgefasst. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
ENGLAND: Die Insel ist bekannt für ihre „Pub-Kultur“. Doch in Pubs ist es verboten, dass Männer Frauen um Sex bitten. Dies ist ein „nationales Ärgernis“. Strafe: bis zu 180 Euro oder drei Monate Gefängnis. © dpa
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ENGLAND: Es ist verboten, auf der Urlaubskarte die Briefmarke mit dem Portrait der Königin verkehrt herum aufzukleben. © www. travel24.com
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
GRENADA (Kleine Antillen): Auf der Insel Grenada sollte man stets „zivil“ gekleidet sein. Wer mit Badehose oder Bikini in ein Shoppingcenter geht, dem droht ein Bußgeld von bis zu 200 Euro. © dpa
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ISRAEL: Bären ist es untersagt Strände zu betreten und im Meer zu baden. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
Japan: Das Land garantiert seinem Volk per Gesetz Sonnenschein. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
ISRAEL: Das Anschauen von Sexfilmen in Hotels ist strafbar. Wer erwischt wird, kann bis zu drei Jahre im Gefängnis landen. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
RUSSLAND: Ist das Auto zu schmutzig, kann es bis zu 200 Euro Bußgeld hageln. Dabei bleibt allerdings ungeklärt, was „schmutzig“ bedeutet. Darf der Autofahrer mit schmutzigen Nummernschild fahren oder müssen die Auto-Insassen durch die Scheiben noch erkennbar sein. Wie fast immer im „wilden Russland“ ist auch dies Auslegungsache der Beamten. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
USA: Indiana (Gary) geht mit allen Mitteln gegen Knoblauchesser vor. Nach ausgiebigem Knoblauchverzehr ist es vier Stunden lang untersagt, ins Kino oder Theater zu gehen oder auch nur die Straßenbahn zu benutzen. © dpa
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USA: Radfahrer in Connecticut dürfen von der Polizei gestoppt werden, wenn sie schneller als 100 km/h mit ihrem Drahtesel unterwegs sind. © dpa
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USA: Das Fahren ohne Scheibenwischer ist in Texas verboten. Eine Windschutzscheibe ist nicht nötig, Scheibenwischer müssen aber sein. © dpa
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USA: Ein kleiner Strandabschnitt in Clearwater (Florida) mit 12 Verboten. Vom Wassersport wie Surfen oder Boot fahren bis hin zum Alkoholtrinken oder Betteln ist hier alles mögliche verboten. © www. travel24.com
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
USA: Alabama verbietet das Fahren eines Fahrzeugs mit Augenklappe. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
USA: In Illinois empfiehlt es sich, wenigstens einen Dollar Bargeld bei sich zu führen. Ansonsten können Sie leicht wegen Landstreicherei verhaftet werden. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
USA: Im Sonnenstaat Florida (Sarasota) darf man kein Ständchen auf öffentlichen Plätzen singen, wenn man nur Badekleidung an hat. © dpa

Ohne Auslandskranken-Versicherungsschutz wird das in jedem Fall richtig teuer. In der Fremde zählt nur Bares, das gilt auch für Reisen innerhalb der Europäischen Union, nicht etwa nur für exotische Fernziele. Wer Notarzt, Krankenhaus, Operation, Medikamente, schlimmstenfalls noch den Rücktransport mit dem Ambulanzflieger aus der eigenen Tasche zahlen muss, steht schnell vor dem finanziellen Kollaps, weiß auch Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg .

Der Auslandskrankenschutz kann sogar noch auf den letzten Drücker abgeschlossen werden, notfalls am gleichen Tag der Abreise, online oder im Versicherungsbüro.

Selbst bei knapper Kasse erschwinglich

Hauptsache, das Konto ist gedeckt, von dem der Beitrag abgebucht wird. Und schon muss sich der Urlauber in den schönsten Wochen des Jahres wenigstens keine Sorgen um seine Finanzen im medizinischen Ernstfall machen.

Warum Millionen Bundesbürger sich die Police nicht leisten, sei unverständlich, sagt Köster. Denn die Absicherung gibt es für kleines Geld, für beliebig viele Reisen das ganze Jahr über. Singles zahlen zwischen acht und zwölf Euro. Eine ganze Familie ist für 15 bis 24 Euro dabei.

Optimal ist eine Versicherung immer dann, wenn sie ein gut funktionierendes Notrufsystem anbietet. Und wenn der teuerste Posten, ein Ambulanzflug heim, in jedem Fall abgedeckt ist.

m medizinischen Notfall hilft nur Bares weiter. Wer im Hotel in Spanien etwa wegen Ohrenschmerzen den Arzt rufen muss, wird nur gegen Vorkasse behandelt, also wie ein Privatpatient. Wieder zu Hause, erstattet die Krankenkasse nur den Anteil der Rechnung, der sich an deutschen Sätzen orientiert. Und das ist der deutlich kleinere Teil.

10.000 Euro täglich für die Intensivstation

Für Länder, mit denen Deutschland kein Sozialversicherungsabkommen hat wie etwa die USA, übernimmt die Kasse gar nichts. Hat der Patient keine Auslandspolice, muss er alles allein zahlen. Das kann horrend teuer werden. Beispiel Amerika: Wer dort auf die Intensivstation kommt, ist nach Angaben des Automobilclubs ADAC schnell 10.000 Euro los, Tag für Tag.

Der Rücktransport kranker Urlauber wird von gesetzlichen Krankenkassen grundsätzlich nicht finanziert. Auch private Krankenversicherer klammern kostenintensive Ambulanzflüge gern mal aus. Ohne gute Police kann ein Rücktransport - meist wegen Magen-Darm-Erkrankungen, Schlaganfällen, Herz-Kreislauf-Problemen und Unfällen - aber unglaublich teuer werden, gibt ADAC-Sprecher Jochen Oesterle zu bedenken.

Ein Ambulanzflug aus der Karibik nach Deutschland kostet schnell mal gut 60.000 Euro, der Heimflug mit medizinischer Betreuung aus Mallorca etwa 10.000. Für einen Krankentransport aus Australien oder Asien können sogar mehr als 100.000 Euro fällig werden, weiß Köster. Privat Krankenversicherte sollten prüfen, ob ihre Police mögliche Notfälle im Urlaub abdeckt und welche.

dapd

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