WM-Flucht ins Männerzimmer

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Ein Bett, ein Bier – und sonst Sendepause: Männerzimmer bieten alles, was Mann zur Fußball-WM wirklich braucht.

Sixpack, Zigarren und Scheidungsanwalt inklusive - wenn der Haussegen daheim schief hängt, wegen Dauersport im TV oder anderen Irritationen, kann Mann ins Männerzimmer flüchten.

Rechtzeitig zur Fußball- WM hat die Gruppe der Derag-Hotels das Arrangement aufgelegt. Das Männerzimmer ist ausgestattet mit freigeschaltetem Pay-TV, Sixpack und Zigarre und allem, was Mann in diesen Tagen eben so braucht.

Früher ging’s in Situationen überbordender Fußball- Leidenschaft in die Sportsbar. Aber da darf ja heute nicht mehr geraucht werden. Was tun also, wenn die traute Zweisamkeit am runden Leder zu zerbrechen droht? Wenn wirklich Not am Mann ist? Erst mal unerreichbar sein. Und Abstand gewinnen. Eine Kurzreise planen in eine andere Stadt. Oder einfach im Hotel um die Ecke übernachten.

Fußball-WM: Im Männerzimmer warten Zigarren

Prinzessin Elisabeth erweist sich als echte Männerversteherin: Im Kühlschrank lacht ein Sixpack mit leckerem Pils, nicht etwa ausgepackt, sondern stilecht und jungfräulich in der Pappe belassen. Man will sich schließlich wieder mal als Aufreißer betätigen. Auf dem Bord liegen Zeitschriften aus, die Themenpalette das Dreigestirn des Männerinteresses: Fußball, Frauen, Autos. Was andernorts der Obstkorb ist bei Prinzessin Elisabeth das Schmaucherset: Zigarre und Aschenbecher warten – stilvoll auf dem Sofatischchen arrangiert – auf den Gebrauch. Übrigens täglich morgens frisch vom Zimmerservice geliefert. Genau wie das Sixpack. Soll schließlich keine der Sport-gestressten Männerseelen auf dem Trockenen sitzen.

Zum Fingernägelfeilen checkt hier keiner ein

Prinzessin Elisabeth ist ein Hotel im Münchner Zentrum nahe der U-Bahnstation Goetheplatz. Es stellt in diesen Tagen so genannte Männerzimmer bereit. Mit allem, das Kerlen hilft, das Frauenzimmer daheim zu vergessen. Dabei hilft auch eine TV-Flatrate: Der Sportkanal ist schon vorm Betreten des Zimmers freigeschaltet. Der Paysender ist wie die anderen Männergimmicks im Preis schon inbegriffen. Nicht im Preis inbegriffen ist die Kicker-Stecktabelle an der Wand. Die muss selbst mit- beziehungsweise angebracht werden. Außerdem fehlt die Duschhaube im Bad und Kosmetikset gibt es auch keins. Schließlich checkt hier keiner zum Fingernägelfeilen ein.

Sex-Knigge für Urlauber

Mädchen Po Strand
Strand, Sonne und viel nackte Haut... Doch so prickelnd die Idee auch sein mag, Sex am Strand und sogar Schmusen sind in vielen Urlaubsländern ein absolutes Tabu.  © dpa
Recht Strafe Folgen Sex Sitten Knigge
Deutschland: Freiluft-Sex fällt in Deutschland unter "Erregung öffentlichen Ärgernisses". Die Erregung wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe bestraft. Dagegen gehören Schmusen und "oben ohne" Sonnen zum Strand-Alltag. In anderen Reiseländern sollten Sie sich lieber zurückhalten.  © dpa
Ägypten Strand
Ägypten ist im Hinblick auf Moralvorstellungen und Verhaltensregeln ein vergleichsweise liberales Land. Dennoch, schon knappe Bikinis gelten als unmoralisch. Sex am Strand ist strengstens verboten. © dpa
Dänemark: Hier darf fast nur die Meerjungfrau die Hüllen fallen lassen, bei Sex unter freiem Himmel drohen Haftstrafen bis zu vier Jahren. © dpa
Dubai: Schmusen, Umarmen und Streicheln - sind in der Öffentlichkeit illegal, besonders zwischen unverheirateten Partnern. © dpa
Florida: Schon zu viel nackte Haut ist in Florida verboten. 80 Prozent von Po und Busen müssen bedeckt sein. © dpa
Griechenland: Kontrollverlust durch zu viel Ouzo sollten Liebespärchen vorbeugen. Geldstrafen für Sex am Strand gibt es keine, dafür zwei Jahre Haft. © dpa
Italien: Dolce vita kennt seine Grenzen - Sex am Lido kostet 300 Euro Geldstrafe und es drohen bis zu zwei Jahren Haft.   © dpa
Auch das Tragen von Bikinis und Badehosen in Italien auf öffentlichen Plätzen ist untersagt. Bußgeld ab 200 Euro. © dpa
Japan: Allein das Knutschen auf einer Parkbank erregt im fernen Osten schon die Gemüter. Küssen darf man sich dort erst nach der Verlobung. © dpa
Kroatien: Geldstrafe von 150 Euro und bis zu 30 Tagen Haft. © dpa
Malaysia: Das malaysische Strafgesetzbuch ahndet Sex in der Öffentlichkeit mit 20 Jahren Haft und der Prügelstrafe. © dpa
Österreich: Leidenschaft im Freien kann auch hier teuer werden. 360 Tagessätze und bis zu sechs Monate Haft drohen. © dpa
Spanien: Hier kostet ein Liebesspiel am Strand bis zu 75.000 Euro... © dpa
Südafrika: Kunst am Strand von Durban sind kein Hinweis auf liberale Gesetze in Südafrika. Nacktbaden und Sex am Strand sind strafbar. © dpa
Thailand: Wer in Thailand "oben ohne" sonnt oder nackt badet, erhält ein Einreiseverbot. 500 Euro sind als Strafe für Sex am Strand vorgesehen. © dpa
Türkei: 200 Euro kostet der Spaß am Strand und bis zu zwei Monate Gefängnis. © dpa
USA: Hier sollten sich Urlauber ein Vorbild an der Freiheitsstatue nehmen und sich gut verhüllen. Denn, wer beim Sonnen auf sein Oberteil verzichtet, wird sofort eingesperrt. © dpa
Kanada: Hier droht maximal eine Verwarnung, Geldbußen sind keine festgesetzt. Mehr Reiseinfos zum Thema Sicherheit finden Sie im Internet www. auswaertiges-amt.de  © dpa
Bulgarien: Wer in Bulgarien seiner Leidenschaft nachgibt, droht maximal eine Verwarnung.  © dpa

Die Derag-Hotels hatten die Idee zu diesen Männerzimmern. Es gibt sie auch in anderen Rückzugsorten. Etwa in Bonn, Nürnberg und Wien und gleich zweimal in Berlin. Begründung des Unternehmens: In Großstädten sei die Scheidungsrate besonders hoch. Aber auch der Zerstreuungsfaktor für ausgebüxte Männer.

„Wir sind keine Psychologen“, sagt ein Sprecher der Hotelkette, „wir helfen Männern lediglich dabei, eine gewisse Zeit zu überbrücken.“ Und man freue sich, wenn aus dem Einzelzimmer schließlich ein Doppelzimmer würde.

Mit anderen Worten: Die Männerzimmer sind für zwei Personen eingerichtet. Die Versöhnung mit der Liebsten könnte also rein theoretisch gleich an Ort und Stelle gefeiert werden. Natürlich hält das Hotel auch für die Wieder-Zusammenführung die richtigen Hilfsmittel bereit: Zwischen Zigarre und Zeitschriften lugen die Adressen von Fleuropdiensten hervor. Sollte man(n) allerdings statt mit Blumen lieber mit dem Advokaten winken wollen, gibt es selbst dafür eine Lösung im Männerzimmer: Das Empfehlungsschreiben eines Scheidungsanwalts.

Martin Cyris

INFOS ZUM MÄNNERZIMMER

STÄDTE Männerzimmer gibt es in zwei Derag-Hotels in Berlin (Königin Luise, Pankow, und Hotel Henriette, Roßstraße 13), in Frankfurt, München, Bonn, Nürnberg und Wien.

EXTRAS Pay-TV-Sender sind inklusive und vorab freigeschaltet. Täglich werden ein Sixpack und eine Zigarre geliefert. Aktuelle Männerzeitschriften liegen aus, außerdem die Adressen von Fleuropdiensten und Scheidungsanwälten.

PREISE für die Männerzimmer gelten die tagesaktuellen Preise der Hotels (ab ca. 81 Euro). Die aufgeführten extras sind Gratis- Zugaben. Bei längerem Aufenthalt sind Rabatte möglich. Es genügt, bei der Buchung darauf hinzuweisen, dass man ein Männerzimmer haben möchte – und schon kommt man(n) in den Genuss der Extras. Das Männerzimmer wird als Apartment-Doppelzimmer zur Verfügung gestellt.

WEITERE INFOS und Buchung bei den Derag-Hotels unter der zentralen Buchungsnummer 089/23 70 12 60, im Internet unter www.derag-hotel.org.

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