Löwenfan mit Leib und Seele

1860-Allesfahrer Hell: "Kein Himmelfahrtskommando!"

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Löwenfan mit Leib und Seele: Franz Hell.

München - Franz Hell gehört zu ganz harten Löwenfans. Selbstredend war er auch in Kiel dabei. Er hält das 0:0 aus dem Hinspiel nicht für ein schlechtes Ergebnis.

Zehn Stunden Hinfahrt, ein 0:0 im Regen von Kiel erlebt, danach direkt wieder auf die Autobahn und zurück nach München – der ganz normale Wahnsinn im Leben eines Allesfahrers. „Heimwärts haben wir nur sieben Stunden gebraucht“, erzählt Franz Hell, der 1860 seit Jahrzehnten überallhin begleitet. „Am Samstag früh um sechs waren wir wieder daheim, das geht doch.“

Es hilft ja auch nix. Da müssen wir durch. Jetzt waren wir die ganze Saison dabei, da können wir doch zum Schluss nicht daheimbleiben – mit solchen, ins Existenzphilosophische lappenden Sätzen halten sich Hell, Fritz Fehling, Roman Wöll und der Rest der Beinharten, die das Resignieren längst aufgegeben haben, bei Laune. Die Hoffnung für Dienstag? Hell: „Mit einem 0:0 in ein Heimspiel zu gehen ist kein Himmelfahrtskommando. Jetzt können sie’s in der gewohnten Ruhe angehen, den Ball hin- und herschieben und auf Fehler des Gegners warten.“ Zwei Sekunden Ruhe, dann muss Hell lachen. „Na ja, vielleicht haben ja der Adlung oder der Rama einen Geistesblitz – sonst könnten wir eigentlich auch direkt mit dem Elferschießen anfangen.“

Hell hofft auf Zuschauereffekt

Hells unerschütterlicher Optimismus gründet sich nicht zuletzt auf die zu erwartende Kulisse in der Fröttmaninger Arena. „Unsere Spieler kennen das spätestens seit dem 2:1 gegen Nürnberg, die Kieler haben sich vor zwei Wochen beim 1:3 in Duisburg ziemlich beeindrucken lassen. Und da waren nur 31.000 im Stadion.“

Dass Duisburg sportlich derzeit höher einzuschätzen ist als 1860 lässt Hell unerwähnt, irgendwie glaubt er ja doch, dass mehr in den aktuellen Löwen steckt, als sie über weite Teile der Saison gezeigt haben. „Die Mannschaft hat die Substanz für einen Mittelfeldplatz“ – von dieser Meinung will Hell nicht lassen. „Das Problem ist einfach, dass sie mit dem negativen Druck, der im Prinzip schon seit Herbst herrscht, nicht zurechtkommen. Und wenn man dann noch die vereinspolitischen Dinge hinzunimmt… Ja, da ist es doch logisch, dass das nicht spurlos an den Spielern vorbeigeht. Die werden in ihrem Privatleben doch auch mit den Schlagzeilen konfrontiert.“

Vielleicht gibt’s am Dienstag und Mittwoch ja ausnahmsweise Grund für positive Berichte. Hell: „Wenn alles gut geht, werden wir uns erleichtert zusammensetzen. Aber wie heißt es: Du sollst das Fell des Bären erst verteilen, wenn er erlegt ist.“

Gilt auch für Storchenfedern.

lk

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