Neuer Coach vermittelt Aufbruchstimmung

Möhlmann: "Schwachsinnig bin ich noch nicht"

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Auf geht’s: Noor Basha, Markus Rejek und Neu-Trainer Benno Möhlmann auf dem Weg zur Pressekonferenz.

München - Aufgeräumt, humorvoll, tatendurstig – das waren die Eindrücke, die Benno Möhlmann bei seiner Vorstellung als neuer Trainer des TSV 1860 vermittelte.

Sein Kernsatz: „Wir werden nicht jedes Spiel gewinnen, das habe ich noch nie geschafft, aber wir werden erfolgreich sein, davon bin ich fest überzeugt.“

Von Torsten Fröhling waren die Löwen-Verantwortlichen zuletzt nicht mehr überzeugt. Die „Art und Weise“, wie die Mannschaft in Bielefeld zum wiederholten Male einen Vorsprung aus der Hand gegeben habe, sei ausschlaggebend für den Trainerwechsel gewesen, erklärte Geschäftsführer Markus Rejek. Am späten Montagabend wurde Einigung mit Möhlmann erzielt, der Dienstag einen Vertrag bis Saisonende unterschrieb. „Ich habe beim FSV Frankfurt insgesamt vier Einjahresverträge gemacht und dreieinhalb Jahre dort gearbeitet“, sagte der 61-Jährige. „Wenn es hier so lange dauert, dann bin ich ganz gut dabei von der Statistik.“

Sein erstes Training leitete Möhlmann um 15 Uhr, für den Mittwoch ist eine Einheit um 10 Uhr angesetzt. Ob der Trainerstab umbesetzt wird, soll in den nächsten Tagen entschieden werden. Am Freitag um 18.30 Uhr bestreiten die Löwen bei Wacker Innsbruck ihr erstes Testspiel unter neuer Regie. „Ich möchte die Jungs wieder zu einem Team mit Selbstvertrauen machen“, sagt der neue Coach. „Die Mannschaft gehört von der Qualität nicht auf den Platz, auf dem sie im Moment steht, da gibt es Möglichkeiten das zu ändern. Sonst wär’s ja Schwachsinn, hier anzufangen. Und schwachsinnig bin ich noch nicht.“

Gewisse Defizite in Sachen Realitätsbewusstsein attestierte Möhlmann dafür den zahlreichen Vereinsvertretern, die den Abstieg 2004 nie wirklich begriffen hätten: „Ich habe von Frankfurt und Fürth den Eindruck gewonnen, dass 1860 das nie akzeptiert hat, nie eine Basis hatte. Nur durch Zielsetzung kann man den Sprung nicht schaffen. Sechzig hat sich immer schon wieder mehr mit der Ersten Liga beschäftigt, obwohl sie in der Zweiten Liga spielen.“ Schönen Gruß an Rock’n’Roll und Giesinger Tiki-Taka. Dabei ist Möhlmann schon bewusst, dass er von nun an für einen Klub arbeitet, bei dem „vielleicht nicht alles normal ist, aber man die Chance hat, erfolgreich zu arbeiten.“

Das hofft auch Karsten Wettberg, der Möhlmann kennt und schätzt. „Er hat den FC Ingolstadt gerettet und in Fürth und Frankfurt hervorragende Arbeit geleistet“, sagte Wettberg zur tz. „Wer mit Benno Schwierigkeiten hat, der ist selbst schuld. Ich bin nicht wenig stolz, dass er jetzt für 1860 arbeitet. Den Klassen­erhalt schafft er locker.“

Trainer Nummer 14 seit dem Abstieg

seit 06.10.2015: Benno Möhlmann

17.02.2015 – 06.10. 2015: Torsten Fröhling

24.09.2014 – 17.02. 2015: Markus von Ahlen

20.06.2014 – 24.09. 2014: Ricardo Moniz

07.04.2014 – 19.06. 2014: Markus von Ahlen

07.09.2013 – 06.04. 2014: Friedhelm Funkel

18.11.2012 – 30.08. 2013: Alexander Schmidt

01.07.2010 – 17.11. 2012: Reiner Maurer

13.05.2009 – 30.06. 2010: Ewald Lienen

24.02.2009 – 12.05. 2009: Uwe Wolf

18.03.2007 – 23.02. 2009: Marco Kurz

24.01.2006 – 17.03. 2007: Walter Schachner

04.12.2004 – 22.01. 2006: Reiner Maurer

01.07.2004 – 04.12. 2004: Rudi Bommer

Benno Möhlmann in Zahlen

Geburtstag: 1. August 1954 in Lohne

Vereine als Cheftrainer:

07/1990 – 09/1992 Hamburger SV II

09/1992 – 10/1995 Hamburger SV

10/1995 – 06/1997 Braunschweig

10/1997 – 10/2000 SpVgg Greuther Fürth

10/2000 – 02/2004 Arminia Bielefeld

02/2004 – 06/2007 SpVgg Greuther Fürth

07/2007 – 05/2008 Braunschweig

07/2008 – 12/2009 SpVgg Greuther Fürth

11/2010 – 11/2011 FC Ingolstadt

12/2011 – 05/2015 FSV Frankfurt

seit 10/2015 TSV 1860

Erfolge als Trainer:

Aufstieg mit Bielefeld 2002 in die 2. Liga

DFB-Hallenmasters-Sieger 2000 mit der SpVgg Greuther Fürth

Vereine als Profispieler:

07/1973 – 07/1978 Preußen Münster

07/1978 – 10/1987 Werder Bremen

10/1987 – 07/1989 Hamburger SV

lk

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