1860-Coach trotz Abwehrproblemen gelassen

Möhlmann: Sechser kann doch jeder…

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Rat vom Kapitän: Benno Möhlmann und Christopher Schindler (re.)

München - Am Montag muss Benno Möhlmann mit seinen Löwen gegen den KSC ran. Die Lage in der Defensive ist heikel. Doch der Trainer gibt sich noch gelassen.

Nach über einer Woche hat Benno Möhlmann endlich auch den letzten Spieler seiner neuen Mannschaft kennengelernt. Maximilian Wittek, der mit der deutschen U 20-Nationalmannschaft unterwegs gewesen war, schaute Donnerstagmittag beim Training vorbei (er selbst hatte noch frei) und stellte sich artig bei Möhlmann vor. Von der Entlassung Torsten Fröhlings hatte Wittek im Internet erfahren, während seines Aufenthalts bei der U 20. Hat er sich anschließend bei seinen Kollegen erkundigt, wie es unter Möhlmann so abgeht? "Nein", grinste der 20-Jährige, "aber schlecht kann es nicht gewesen sein, sonst hätten sich bei mir schon einige Kollegen gemeldet…"

Von denen wurde er am Donnerstag beim Wiedersehen herzlich in den Arm genommen. Wegen Witteks vergebenem Strafstoß beim 1:0-Sieg der deutschen U 20 gegen die Türkei gab’s auch ein paar freundliche Sprüche. Jeder machte ihn bei der Begrüßung mit spöttischem Ton noch mal auf das Missgeschick („Aha, hamma an Elfer verschoss’n, so so“ usw.) aufmerksam.

Aber alle waren froh, dass der Linksverteidiger gesund und fit zurückgekehrt ist. Denn weitere Ausfälle in der Defensive würden Benno Möhlmann vor seinem Premierenspiel am Montag gegen den Karlsruher SC wahrscheinlich endgültig verzweifeln lassen. Die Lage ist ohnehin schon heikel genug.

  • Mit Degenek fehlt der etatmäßige Sechser gelb-gesperrt.
  • Mit Dominik Stahl und Kai Bülow fallen zwei Kandidaten für diese Position schon länger verletzt aus.
  • Bülow kommt daher auch nicht für die Innenverteidiger-Position neben Christopher Schindler infrage, falls Rodnei, der wegen seiner Adduktorenbeschwerden auch am Donnerstag nur Lauftraining absolvierte, bis Montag nicht fit ist.
  • Eine Alternative sowohl als Innenverteidiger wie als Sechser wäre Gary Kagelmacher, aber dann hätte Möhl­mann wieder eine neue Baustelle auf der rechten Abwehrseite.

Möhlmann gibt sich (noch) gelassen: „Natürlich habe ich einiges im Kopf, was die Abwehr betrifft und muss erfinderisch sein. Aber ich will darüber jetzt nicht sprechen. Warten wir den Montag ab.“ Vorsichtshalber aber hat er schon mal die Innenverteidiger Sertan Yegenoglu (20) aus der U 21 und György Hursan (18) aus der U 19 ins Training der Profis abkommandiert.

Die Problematik im defensiven Mittelfeld, an der sich bis zum KSC-Spiel nichts ändern wird, kommentierte Möhlmann übrigens ganz lapidar: „Na und? Sechser kann doch jeder spielen. Das ist doch die einfachste Aufgabe.“

Kapitän und Abwehrchef Christopher Schindler brachte für diese Position am Donnerstag Emanuel Taffertshofer (20) ins Spiel, der schon seit geraumer Zeit bei den Profis mittrainiert, aber noch ohne Zweitligaeinsatz ist: „Das ist ein verlässlicher Spieler, der vielleicht seine Chance bekommt. Es ist ja der normale Lauf bei uns, dass irgendwann die Leute aus der Jugend ihre Einsatzzeiten bekommen.“

Überhaupt gibt sich Schindler, der für Möhlmann natürlich ein Ansprechpartner für mögliche Varianten in der Defensive ist, zuversichtlich: „Ich bin sicher, dass wir hinten eine stabile Kette finden.“

tz

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