Löwen zwischen Motivation und Frust

1860 erkämpft Remis - aber was ist der Punkt wert?

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Stefan Ortega (l.) bejubelt seinen gehaltenen Elfmeter, Dominik Stahl ist begeistert.

München - Sie kommen einfach nicht richtig vom Fleck, die Löwen. Aber wenigstens gab’s nach fünf Pleiten in Folge am Sonntag wieder mal einen Punktgewinn.

Das 1:1 (1:1) gegen den VfL Bochum verkleinerte allerdings den Abstand zum Relegationsplatz (drei Punkte) nicht, da der SC Paderborn in Bielefeld mit dem gleichen Ergebnis ebenfalls einen Zähler holte, Das Schneckenrennen im Tabellenkeller geht weiter. Auch, weil Kai Bülow nicht das gleiche Glück hatte, wie damals im Juni, als er mit seinem Last-Minute-Treffer den Klassenerhalt im Relegationsspiel gegen Holstein Kiel sicherte. Diesmal scheiterte Bülow mit seinem Schuss aus dem Gewühl heraus an der Latte.

Es hat nicht sollen sein mit dem dritten Saisonsieg für die Löwen. Was Benno Möhlmann allerdings relativ entspannt hinnahm. „Es ist ein gerechtes Ergebnis“, sagte der Löwentrainer, „und wir sollten mit dem einen Punkt zufrieden sein.“ Na dann.

Dabei sind die Sechziger nach langer Zeit endlich mal wieder mit 1:0 in Führung gegangen. Nach einem Eckball von Liendl war Okotie per Kopf zur Stelle und markierte seinen siebten Saisontreffer. Bis dahin war es vor beiden Toren ziemlich ruhig geblieben. Die Löwen wollten die Bochumer rauslocken, die aber dachten nicht daran, in die Falle zu gehen.

Aber als nach einer halben Stunde die Paderborner Führung in Bielefeld auf der Anzeigetafel verkündet wurde, war das offenbar für Möhlmanns Truppe das Signal, endlich mehr aufs Gas zu treten.

Okotie („Ein Punkt ist in unserer Situation zu wenig, wir brauchen Siege“) stand übrigens als einziger Stürmer in der Anfangsformation, nachdem er zuletzt in Berlin auf der Ersatzbank Platz nehmen musste. Mölders und Mugosa, die beim 0:3 gegen Union die Doppelspitze gegeben hatten, saßen auf der Bank bzw. Tribüne. So schnell kann’s gehen.

Nach Okoties Führung bot sich fünf Minuten später sogar die Chance zum 2:0, aber Kagelmacher konnte freistehend aus 14 Metern Torhüter Riemann nicht überwinden. Wie aus dem Nichts dann kurz vor der Pause das 1:1. Terrazzino hatte aus 18 Metern geschossen, Ortega dachte offenbar, der Ball geht vorbei und schaute nur zu, wie die Kugel vom Innenpfosten ins Tor sprang. Möhlmann: „Ein blödes und unglückliches Tor.“

Nach der Pause allerdings machte der Löwenkeeper wieder alles gut, als er den Elfmeter von Novikas abwehrte (63.). Bis dahin hatten die Bochumer ohnehin stark gedrückt, und die Sechziger kamen kaum noch einmal über die Mittellinie. So vergnügten sich die Fans damit, immer wieder neue Transparente zu präsentieren, auf denen der Investor (saß in der zweiten Halbzeit neben Präsident Cassalette auf der Vip-Tribüne) sein Fett abbekam.“ Hasan raus!“ und „Ismaik verpiss dich!“ stand unter anderem drauf.

Möhlmann kümmerte sich nicht drum, blickte auf seine Mannschaft und konstatierte: „Mit diesem Ergebnis sind wir wieder etwas in der Spur. Jetzt schauen wir, dass wir die Spur breiter machen.“ Und Dominik Stahl meinte: „Ich denke, dass wir als Mannschaft gut gespielt haben, auch wenn es nicht der schönste Fußball war ...“

Bilder: Fans schießen gegen Ismaik - Zweimal Note fünf

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Was ist der Punkt für den TSV 1860 wert?

Am Ende wusste bei den Sechzigern keiner so recht, was sie mit diesem 1:1 (1:1) gegen den VfL Bochum eigentlich anfangen sollten. Löwen-Torschütze Rubin Okotie und Löwen-Keeper Stefan Ortega entschieden sich für eine Mischung aus Enttäuschung (weil Kai Bülow in der 86. Minute nur das Lattenkreuz traf) und Erleichterung (weil Ortega den Elfmeter von Bochums Novikovas in der 63. Minute hielt).

„In unserer Situation zählen nur Siege. Deswegen ist dieser Punkt natürlich zu wenig“, sagte Okotie, der seinen siebten Saisontreffer markierte. Das Gegentor kurz vor der Halbzeitpause durch Marco Terrazzino sei für ihn „ein Schlag ins Gesicht“ gewesen.

„Wir wollten schon gewinnen“, betonte auch Ortega. „Der Punkt hilft uns nicht wirklich weiter. Das ist natürlich erst mal eine Steigerung zu den letzten Spielen, die wir alle verloren haben.“ Deshalb sei das 1:1 auch „gerecht“, so der Keeper weiter. Er haderte allerdings ebenso mit den eigenen vergebenen Möglichkeiten wie Dominik Stahl. Mittelfeldmann Stahl sprach zwar von einem „gewonnenen“ Punkt, sagte aber auch: „Wir haben es am Ende nicht geschafft, den Lucky Punch zu landen.“

Dann blickte er noch nach vorne und fügte an: „Wir müssen versuchen, weiter zu arbeiten und das Gute mit aus dem Spiel zu nehmen.“ Den nächsten Anlauf gibt’s am Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf…

cm/so

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