Eine echter Löwen-Käfig

1860-Fan Zan strich sein Haus in Löwen-Blau!

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Ein Haus in den Sechzger-Farben: Jan Stojanovic trägt den Löwen-Kult nach außen.

München - Das nennt man dann wohl echte Vereinsliebe! Zan Stojanovic strich die Fassade seines Reihenhauses in den Farben des TSV 1860!

Fahnen, Schals, Kutten oder einfach nur ein Trikot – es gäbe viele Möglichkeiten, sich mit seinem Lieblingsfußballverein solidarisch zu zeigen. „Alles langweilig“, sagt sich Zan Stojanovic aus Markt Schwaben. 2008 strich er kurzerhand die Fassade seines Reihenhauses in den Farben des TSV 1860! Den Nachbarn ist schnell klar: Hier wohnt ein echter Löwe! Und die tz stattete ihm vor dem ersten Relegationsspiel am Freitag Abend in Kiel (bei uns im Live-Ticker) einen Besuch ab …

Vor der Haustüre thront ein Löwe.

„Einmal Löwe, immer Löwe“, sagt Zan Stojanovic. „Mir wurde das in die Wiege gelegt. Ins rote Lager wechseln? Niemals!“ Seit 1991 ist der 43-Jährige Mitglied bei den Sechzgern, hat in den fast 25 Jahren viele Höhen und Tiefen erlebt. Die schlimmste Zeit durchlaufen Verein und Vollblut-Fans momentan. Der TSV 1860 München steht am Abgrund, es droht der Abstieg in die 3. Liga. Aber gerade in schwierigen Zeiten zeigen sich die wahren Fans, wird die ehrliche Leidenschaft spürbar und im Falle von Zan Stojanovic sogar sichtbar. „Den narrischen Sechzger-Fan mit dem blauen Haus? Freilich kenn ich den. Wer kennt den nicht?“, sagt man uns in einem Wirtshaus in Markt Schwaben.

„Als wir damals das Haus kauften, kam ich auf die Idee“, erklärt Stojanovic. Gegenwind von der Ehefrau? „Überhaupt nicht. Die ist da kulant. Wir haben eine Abmachung getroffen: Ich darf entscheiden, wie die Vorderseite aussieht, dafür kann sie sich an der Rückseite austoben.“ Die ist übrigens in dezentem Lila gehalten. „Ich habe ihn als Löwen kennengelernt und habe ihn auch als Löwen genommen“, sagt seine Ehefrau schmunzelnd. Auch drinnen hat der Familienvater seiner großen Leidenschaft Platz eingeräumt. „Es gibt sogar ein eigenes Sechzger-Zimmer mit über 20 Trikots. „Damit erhalte ich mir ein Stück Vereinsgeschichte.“

Ein Drittliga-Leibchen soll die Sammlung dieses Jahr aber nicht bereichern. „Ich habe ein gutes Gefühl und tippe auf ein Unentschieden in Kiel und auf einen Sieg daheim. Wenn die Mannschaft es jetzt nicht kapiert hat, um was es geht, ist sie nicht mehr zu retten“, meint der Vollblut-Löwe.

Von der Ehefrau gab‘s zum Geburtstag eine Stadiontorte

Seine Nachbarn finden den farbigen Fan-Kult übrigens gelungen. Stojanovic: „Ich bekomme nur positive Reaktionen. Auch wenn sich mein Nachbar als Bayern-Fan Sticheleien nicht verkneifen kann.“ Angst und Bange wurde es dem Kfz-Elektriker aber um eines seiner Schmuckstücke. Ein steinerner Löwe – ein Geschenk von seiner Frau – thronte bis vor wenigen Tagen stolz vor der Haustür. Doch plötzlich war er weg. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich ihn wieder bekomme. Doch gestern stand die Postbotin vor der Tür. Sie hat ihn zwei Straßen weiter gefunden. Ich war überglücklich“, sagt Stojanovic. Bis auf ein paar Kampfspuren ist die Figur heil angekommen – ein Sinnbild für den Zustand bei den Münchner Löwen …

Johannes Heininger

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