Cup da – Moniz froh

1860-Fanfest: Viel Nostalgie, große Hoffnungen

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Ricardo Moniz als fleißiger Autogrammschreiber.

München - Alles war gerichtet für das 1860-Fanfest an der Grünwalder Straße, zu dem sich am Sonntag im Lauf des Tages rund 7000 Besucher einfanden.

Das Wetter hielt, die Löwen hatten tags zuvor den letzten ernsthaften Test vor dem Zweitligaauftakt mit 2:0 gegen Stoke City gewonnen – da war alles gerichtet für das Fanfest an der Grünwalder Straße, zu dem sich am Sonntag im Lauf des Tages rund 7000 Besucher einfanden. Das Highlight war zweifelsohne der Auftritt der alten Kämpen von 1964, die damals in einer Hitzeschlacht durch ein 2:0 gegen Eintracht Frankfurt zum bisher letzten Mal den DFB-Pokal nach München geholt hatten – und zwar den Cup in der alten Form, von dem jetzt ein Duplikat angefertigt wurde. Präsident Gerhard Mayrhofer überreichte das 8500 Euro teure Stück an Torhüter-Legende Petar Radenkovic, der sichtlich gerührt war. „Ich lebe zwar jetzt die meiste Zeit in Belgrad“, sagte der bald 80-Jährige, „aber das hier wollte ich mir nicht entgehen lassen.“

Die Helden von 1964: Radenkovic, Grosser, Wagner, Bründl, Reich, Heiß, Luttrop, Thommes, Herrnleben, Anzill, Rahm (v. l.). Dazu Präsident Mayrhofer und Abteilungsleiter Pestinger.

Der „Radi“ und viele seiner Kollegen von damals wurden auf der Bühne frenetisch gefeiert, und natürlich wurde in der Erinnerung geschwelgt. „Wir waren damals über einen Zeitraum von fünf Jahren vielleicht die beste Mannschaft in Deutschland“, erklärte Radenkovic der Menge, viele leidgeprüfte Löwenfans der jüngeren Generationen vernahmen es mit großem Staunen. Und Fredi Heiß erinnerte daran, dass es „auch für Herrn Heiß ein sehr heißer Tag war, über 30 Grad, aber wir hätten auch bei 45 Grad gespielt oder bei 20 Grad minus.“ Dass die Löwen quasi mit nur zehn Mann gespielt hatten, weil der verletzte Rudi Steiner sehr früh nur noch als Statist mitwirken konnte, habe auch nichts gemacht. Verteidiger Manni Wagner: „Für Frankfurt hat’s gereicht…“

Stark war aber auch der Auftritt der aktuellen Löwen im Test gegen Stoke. Nach dem 2:0 durch Tore von Adlung und Wood erklärte Trainer Ricardo Moniz: „Abgesehen davon, dass wir wieder etliche Torchancen ausgelassen haben, war ich sehr zufrieden.“ Vor allem mit dem Mittelfeld. Moniz: „Die beiden Spanier Sanchez und Bedia sowie Julian Weigl haben es sehr gut gemacht.“ Die Torhüterfrage ist auch geklärt: Gabor Kiraly bleibt weiterhin die Nummer eins.

Show-Training, Pokal, Bus: Bilder vom 1860-Fanfest

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Zum unerfreulichen Thema dieser Tage, den ungültigen Präsidiumswahlen von 2013, äußerte sich Präsident Mayrhofer im Fantalk. „Das wird uns nicht aus der Bahn werfen“, sagte er, „den Fehler hat ja nicht das Präsidium gemacht, sondern der Verwaltungsrat“. Auch das Mitglied, das gegen die Wahlen geklagt hatte, Helmut Kirmaier, bekam noch eins mit von Mayrhofer: „Wir sind voll handlungsfähig, daran werden auch Herr Kirmaier und seine Hintermänner nichts ändern.“

Und wie geht’s weiter? Mayrhofer: „Wenn die Urteilsbegründung in drei, vier Wochen vorliegt, werden wir überlegen, was zu tun ist.“ Es wird wohl Neuwahlen geben.

tz

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