Anhänger organisieren Unterschriftenaktion

1860-Fans sauer: "Irgendwann ist keiner mehr da"

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Die Unterschriftenaktion des Fanrats, die am Sonntag begann.

München - Mit einer Unterschriftenaktion wollen die Löwen-Fans die geplante Mitgliederversammlung so schnell wie möglich erzwingen. Das Rätselraten, wie es mit dem Traditionsverein weitergeht, ist groß.

Vier Holzbiertische waren auf dem Gelände des TSV 1860 an der Grünwalder Straße aufgebaut, geschützt von zwei riesigen Sonnenschirmen, die allerdings diesmal den Regen abhalten sollten. Damit es den Löwen nicht noch mehr „nass ’neigeht“ als ohnehin schon. Zumindest nicht den Fans, die sich an den Tischen an einer Unterschriftenaktion beteiligen konnten. Diesmal ging’s aber ausnahmsweise nicht um Sportchef Gerhard Poschner, sondern um die Forderung an den e.V., die am Sonntag abgesagte Mitgliederversammlung innerhalb der kommenden 60 Tage stattfinden zu lassen. Ein Ziel, das sich auch der Verwaltungsrat vorgenommen hat, aber der Fanrat, der die Unterschriftenaktion ­initiiert hat, will auf Nummer sicher gehen. Man weiß ja nie – gerade beim TSV 1860… Bis Sonntag war die erforderliche Zahl von 480 Unterschriften noch nicht erreicht, aber die Aktion geht weiter.

"Hat eigentlich keinen Sinn mehr, mit Ismaik zusammenzuarbeiten"

Auch Peter Grosser hatte sich an der Grünwalder Straße eingefunden. An der Unterschriftenaktion beteiligte sich der Meister-Kapitän von 1966 zwar nicht, aber natürlich an den heftig geführten Diskussionen.

„Die Situation nach dem Rücktritt des Präsidiums ist eine Katastrophe“, sagte Grosser, „ein unhaltbarer Zustand.“ Sieht er irgendwie noch eine Lösung angesichts der restlos verfahrenen Situation? Grosser: „Also erst mal eins: Sechzig wird nie untergehen. Aber so wie es aussieht, hat es eigentlich keinen Sinn mehr, mit Hasan Ismaik zusammenzuarbeiten.“

Eine Konsequenz, die wohl schwer umzusetzen sein wird, nachdem der Jordanier 60 Prozent der Anteile hält. „Trotzdem sind wir nicht das Privatspielzeug des Investors und dessen Cousins“, sagt Franz Hell, Mitglied im Wahlausschuss und seit über 50 Jahren Fan der Blauen. „Ich verstehe Ismaik auch nicht mehr. Erst will er verkaufen, dann wieder nicht. Ich weiß, dass viele Fans total deprimiert sind und einfach nur noch müde nach allem, was passiert ist. Sie wollen so nicht mehr weitermachen. Es sieht so aus, als habe der Verein nicht mehr das Sagen, aber was Ismaik macht, zeugt einfach nicht von einem Konzept. Da wurden Spieler geholt, die bestenfalls Durchschnitt sind, alle Handlungen sehen danach aus, dass sie nur einen Sinn ergeben: Wir sollen nur so dahinleben.“

Hell befürchtet, dass sich viele Anhänger in Zukunft immer mehr vom TSV 1860 zurückziehen: „Und wenn am Ende keiner mehr da ist, dann kann sich Herr Ismaik irgendwann seine Anteile sonstwohin schmieren…“

tz

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