Klappt's mit dem ersten Saisonsieg?

1860 gegen den FCK: Nur die Wiesn-Statistik macht Mut

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Lässt er die Löwen mal wieder lachen? Stefan Mugosa ist nach dem Ausfall von Rubin Okotie ein Hoffnungsträger für das Wiesn-Heimspiel gegen Kaiserslautern. Das Duell mit seinem Ex-Verein wäre nicht der schlechteste Anlass für das erste Stürmertor der Saison.

München - Erst eine Löwen-Pleite zur Oktoberfestzeit: Trotz des Tiefschlags von Düsseldorf und der aktuellen Torflaute peilt 1860-Coach Torsten Fröhling gegen den 1. FC Kaiserslautern den ersten Saisonsieg an.

Kurz huschte ein Lächeln über das Gesicht von Torsten Fröhling. Ja, sagte der Trainer des TSV 1860, er habe die positive Kunde vernommen. Sportchef Necat Aygün hatte in einem Interview erklärt, dass er den letztjährigen Retter als „unrauswerfbar“ ansehe. Fröhlings Kommentar dazu: „Es ist schön, so etwas von offizieller Seite zu hören. Ich denke mal, das ist eine klare Ansage. Wir wissen aber alle, dass in diesem Geschäft irgendwann auch die Ergebnisse kommen müssen – und dieses Ziel setze ich mir natürlich.“ Mit einem Heimsieg gegen Lautern, weiß der Unrauswerfbare, ließe sich die Englische Woche wesentlich entspannter angehen.

Allerdings: Die 0:3-Pleite in Düsseldorf hat doch länger nachgewirkt als angenommen. Fröhling spricht von einem „Tiefschlag“, der bis Mitte der Woche zu spüren gewesen sei. Im geheimen Abschlusstraining am Freitag wollte er daher schauen: „Wo brennt das Auge? Und wo macht sich schon leichte Resignation breit?“ Ähnlich wie im letztjährigen Abstiegskampf könne er in der momentanen Lage nur die robustesten Kämpfer gebrauchen.

Fröhling warnt vor angeschlagenen Lauterern

Dem Trainer ist allerdings bewusst, dass Lautern nicht unbedingt als Aufbaugegner einzustufen ist. „Ich erwarte einen starken Gegner, einen Aufstiegsaspiranten“, sagte er. Der Vorteil für 1860 bestehe lediglich darin, dass auch die Lauterer ihrer hohen Erwartungshaltung (Aufstieg) hinterherhinken. „Ein bisschen brennen tut’s dort auch schon“, glaubt Fröhling, weiß aber auch, dass die Pfälzer ein paar Extrakönner in ihren Reihen haben. Namentlich nennt er Stürmer Przybylko („Den find ich richtig gut“), den Sechser Ring, Kapitän Löwe – und natürlich Daniel Halfar, den Rückkehrer.

Auch die Löwen hätten den Dribbelkünstler gerne zurückgeholt, scheiterten aber nicht zuletzt an den internen Sommerturbulenzen. Wie es der Zufall will, hat 1860 dafür zwei andere Ex-Lauterer an Land gezogen: Rodnei, den Innenverteidiger – und Stefan Mugosa, den Stürmer. Fragt sich bloß: Wird man am Samstag einen, zwei oder gar keinen von ihnen auf dem Platz sehen? „Rodnei ist immer ein Thema“, sagte Fröhling: „Dafür haben wir ihn geholt. Er muss aber geduldig sein. Ich denke mal, dass es nicht direkt an der Defensive liegt, dass wir erst zwei Punkte haben.“ Tendenz: Rodnei muss sich hinten anstellen. Und Mugosa? Fröhling sagt: „Er hat wie alle in Düsseldorf viele Fehler gemacht. Aber: An ihm werden wir noch Freude haben. Er hat gute Laufwege und einen guten Offensivkopfball.“ Tendenz: Mugosa wird spielen. Wer auch sonst, nachdem Hain, Okotie und Rama sicher ausfallen? Rubin Okotie geht es zwar besser, aber selbst das Sandhausen-Spiel am Dienstag kommt für seinen Brummschädel zu früh. Fröhling: „Er wird erst gegen Leipzig wieder zur Verfügung stehen.“

Wiesn-Verbot für die Spieler

Großartige Möglichkeiten, die Pannenelf von Düsseldorf umzubauen, bieten sich ohnehin nicht. Die Löwen bringen es mit Mühe und Not auf 18 gesunde Profis, weswegen Fröhling vor allem an die Einstellung der Aufgestellten appelliert. Auch was das Thema Wiesn angeht. „Die schalten wir mal ganz schnell ab“, sagte der Trainer, dem die Folklore-Termine unter der Woche fast schon zu viel waren. Sein Standpunkt ist: Wiesn-Gaudi und Schunkeleien auf der Bierbank muss man sich verdienen: „Und wenn wir am Samstag ein schweres Punktspiel haben und am Dienstag wieder, dann ist es selbstverständlich, dass da kein Spieler hingeht – schon gar nicht mit der Lederhose mit dem großen Löwen drauf.“

Überraschende Statistik übrigens: Von 16 Wiesn-Heimspielen seit dem Bundesliga-Abstieg vor elf Jahren hat 1860 nur eines verloren. Das dafür deftig. 2:4 gegen Dresden (2011). Fröhling zwingt sich zu einer optimistischen Haltung: „Wir sind gut vorbereitet und werden eine Schippe drauflegen.“ Der erste Saisonsieg könnte einen Rausch der Gefühle auslösen – auch ohne Wiesn-Besuch.

Uli Kellner

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