"Favorit sind wir heute sicher nicht"

Rejek: Unterlagen für Dritte Liga sind abgeschickt

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Markus Rejek. Geschäftsführer Finanzen des TSV 1860.

München - Am Tag vor dem ersten Relegationsspiel gegen Kiel ging es für Geschäftsführer Markus Rejek darum die Löwen auf den Worst-case vorzubereiten. Stichwort Drittliga-Lizenz.

Am Donnerstag war es 49 Jahre her, dass der TSV 1860 den Gewinn seiner einzigen Deutschen Meisterschaft feiern durfte. Aber selbst den sentimentalsten Nostalgikern dürfte dieses Datum derzeit so was von egal gewesen sein, die ganze Anspannung und Denke im Lager der Blauen gilt allein der Gegenwart. Am Freitag Abend (20.30 Uhr, im Live-Ticker) steigt das erste Relegationsspiel beim Drittligadritten Holstein Kiel, in dem es für die Löwen gilt, ein einigermaßen passables Ergebnis für die zweite Partie am kommenden Dienstag in der Allianz Arena – über 30.000 Karten sind dafür schon im Vorverkauf weg – hinzukriegen. Die große Frage: Wie sind die Löwen drauf nach dem desaströsen 0:2 in Karlsruhe vor fünf Tagen, das sie den direkten Klassenerhalt kostete? 1860-Geschäftsführer Markus Rejek: „Am Sonntag waren wir alle in einem Schockzustand und lagen am Boden, aber jetzt müssen wir die Relegation einfach als Geschenk ansehen.“

Und Geschenke sollte man annehmen. „Auch wenn wir nicht der Favorit in Kiel sind“, sagt Rejek, „trotzdem haben wir Druck, aber um mit Druck klarzukommen, dafür ist man doch auch Sportler geworden.“

Wenn man aber vielleicht eine Entschuldigung für die Spieler ins Feld führen kann, dann diese, dass es in dieser Saison sicher nicht immer leicht war, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. In der Führung geht es bis heute drunter und drüber, und vor allem der Geschäftsführer Sport, Gerhard Poschner, ist dermaßen angezählt, dass er als Autorität vom kickenden Personal, dem zudem drei Trainer vor die Nase gesetzt wurden, eigentlich gar nicht mehr angesehen werden kann.

Nicht zuletzt deshalb stellte Rejek fest: „Die Spieler brauchen jetzt Ruhe. Auch deshalb haben wir die Maßnahme getroffen, am Mittwoch ins Trainingslager nach Norderstedt zu reisen.“

Trotzdem bleibt die Dritte Liga allgegenwärtiges Angstszenario. Markus Rejek musste sich am Donnerstag sogar den ganzen Tag mit dem Fall des Falles beschäftigen. Er machte die Lizensierungsunterlagen für die Drittklassigkeit klar und schickte sie an den DFB ab. „Wir haben alle Maßnahmen für die Dritte Liga umgesetzt“, erklärte Rejek gegenüber der tz, der auch den Gesellschafter in Abu Dhabi über die letzten Einzelheiten in Kenntnis setzte. „Am Montag habe ich mit Abdelrahman Ismaik, dem Bruder von Hasan Ismaik, telefoniert und ihm alle Infos gegeben. Denn die ganze Sache war nur mit Hilfe von Hasan Ismaik möglich.“ Mitte/Ende kommender Woche bekommt der TSV 1860 vom DFB Bescheid. Es sei denn, er bleibt in der 2. Liga. Dann kann man die Unterlagen in die Tonne werfen…

tz

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