Löwen-Präsident Reisinger gibt Interview

1860 abhängig von Ismaik? „Beide Gesellschafter sollten das ändern wollen“

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Robert Reisinger will im Dialog mit der Investorenseite die 50+1-Regel nur als letzte Option ziehen.

In einem Interview verteidigt 1860-Präsident Robert Reisinger die Arbeit von Geschäftsführer Markus Fauser, spricht über die 50+1-Regel und die finanzielle Abhängigkeit von Hasan Ismaik.

Robert Reisinger ist kein Lautsprecher, hat bislang kaum größere Interviews gegeben. Jetzt aber äußerte sich der Präsident des TSV 1860 über die derzeitige Lage an der Grünwalder Straße. Im Gespräch mit dem Wochenanzeiger stellt er klar, der scheidende Geschäftsführer Markus Fauser habe „hervorragende Arbeit geleistet, in einer schwierigen Phase die Lizenzierung für die Regionalliga sicher gestellt, einen testierten Wirtschaftsplan für zwei Jahre aufgestellt und die Abläufe auf der Geschäftsstelle geordnet. Er hat sein Geld nicht mit Schlafen verdient.“ Zuletzt war in den Medien von Fausers gut dotiertem Vertrag zu lesen.

Reisinger betont, dass Fauser einen guten Job gemacht habe und er die Geschäfte „wohl geordnet an seinen Nachfolger übergeben“ werde. Dieser steht aber aber noch nicht fest, 1860-Finanzdirektor Michael Scharold gilt gemeinhin als Favorit - auch wenn Reisinger dazu nichts sagen möchte. Fauser habe seine Aufgabe als Interims-Manager getan, „der, wenn er die Dinge geordnet hat, den Stab übergibt und die Firmen wieder verlässt. Das ist sein Beruf, das war von Anfang an klar und wurde so auch von uns geplant und kommuniziert.“

„50+1 kann immer nur die letzte Option sein“

Die Investorenseite um Hasan Ismaik war im Sommer nicht begeistert von der Installation Fausers, der Verein setzte ihn aber durch - dank der 50+1-Regel im deutschen Fußball, die der Investor aber derzeit versucht anzufechten. Reisinger sieht für einen weiteren Gebrauch dieser Regelung derzeit aber keinen Bedarf, denn „viel sinnvoller ist es, Einvernehmen herzustellen. ‚50+1‘ kann immer nur die letzte Option sein.“ Laut Reisinger stehen noch in diesem Jahr verpflichtende Gremiumssitzungen an, man stehe im Kontakt mit Hasan Ismaiks Beratern und Vertretern. Ob der Investor selbst erscheinen werde, wisse derzeit aber niemand.

Ganz ohne die finanzielle Hilfe von Ismaik wird es 1860 nicht schaffen, in den bezahlten Fußball zurückzukehren, denn es besteht weiterhin eine gewisse Abhängigkeit. „Das muss aber nicht so sein“, meint Reisinger. „Allein kann ich das gar nicht ändern. Beide Gesellschafter sollten das gemeinsam ändern wollen. Denn diese Unwucht kann dauerhaft auch nicht in Hasan Ismaiks Sinne sein.“

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fw

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