„Das hat’s bei mir gekitzelt“

Grimaldi erzählt von Gänsehaut-Moment bei Gespräch mit 1860-Trainer Bierofka

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Knipser mit Bart: Adriano Grimaldi traf für Münster 15 Mal in der 3. Liga, ab jetzt stürmt er für 1860.

„Als er vom Fußball gesprochen hat, hat‘s bei mir gekitzelt“, meinte Sechzigs Neuzugang Adriano Grimaldi zu seinem Gespräch mit Coach Daniel Bierofka vor seinem Wechsel von Münster nach München.

München – Vor ein paar Wochen hat Adriano Grimaldi etwas getan, was ihm sehr widerstrebt. Er brach mit seiner Familie in den Urlaub auf, ohne zu wissen, wo er danach sein Geld verdienen wird. Eigentlich sucht sich der Fußballer seinen neuen Arbeitgeber stets mit Vorlauf aus. In diesem Frühsommer wartete er aber noch auf einen Verein, mit dem der Kontakt bereits „so gut war, dass ich nicht mehr große Zweifel hatte“.

Am Montagabend hat Grimaldi, 27, sich mit diesem Verein dann auch zusammengetan. Der Stürmer hat beim TSV 1860 einen Vertrag unterschrieben, der frühestens im Sommer 2021 ausläuft. Einen Tag später sagte er: „Es hat sich gelohnt, zu warten.“

Wann genau er den ersten Anruf aus Giesing erhalten hat, weiß Grimaldi schon gar nicht mehr. Es war jedenfalls sehr früh und dass es so früh war, hat ihm dann auch ziemlich gut gefallen. „Sie haben sich wirklich um mich bemüht.“ Nun wunderte es nicht, dass die Löwen den Angreifer damals schon anflirteten, hatte Grimaldi – geboren in Göttingen, Vater aus Italien, Mutter aus Marokko – als Kapitän des Drittligisten Preußen Münster doch Eindruck hinterlassen. 15 Saisontore erzielte er in jener Liga, in der ab Juli auch der TSV 1860 spielen wird.

Bierofka beeindruckte Grimaldi nachhaltig

Der Aufstieg war freilich die Bedingung für Grimaldis Zusage. Schwer fiel diese ihm dann aber nicht mehr. Er hatte sich das Relegationsrückspiel gegen Saarbrücken im TV angeschaut und war beeindruckt, von den Fans, von der Stimmung. „Darauf“, sagt er, „freue ich mich schon riesig.“

Dass Grimaldi die Einladung aus Giesing angenommen hat, hat aber vor allem mit Daniel Bierofka zu tun. Zwar haben der Trainer und sein neuer Torjäger erst zweimal telefoniert, was Bierofka zu erzählen hatte, fesselte Grimaldi jedoch sofort. „Als er vom Fußball gesprochen hat, hat’s bei mir gekitzelt. Ich hatte Gänsehaut.“

Nun hat Grimaldi schon vielen Trainern zugehört. Als 18-Jähriger beförderte ihn ein gewisser Thomas Tuchel in den Bundesliga-Kader von Mainz 05, sechsmal setzte er ihn ein. „So schnell wie es hoch ging, ging es wieder runter“, sagt Grimaldi. Er wechselte in die 2. Liga, lief für Düsseldorf und Heidenheim auf. Vor zwei Jahren ging er zum Drittligisten Münster, wo ihn der frühere Löwen-Trainer Benno Möhlmann vor einem Jahr zum Kapitän ernannte.

„Man sieht es mir vielleicht nicht an, aber ich kann Verteidigern davonlaufen“

Bierofka hat für ihn ebenfalls eine große Rolle vorgesehen. Den Trainer begeisterte, dass Grimaldi sich von Anfang an „wirklich für den Verein interessiert hat“. Er sei ein wuchtiger Stürmer, der gut anläuft und trotz seiner Größe (1,88 Meter) „sehr beweglich“ sei. Grimaldi, der sich selbst als lauf-, kopfball- und zweikampfstark einstuft, sagt: „Man sieht es mir vielleicht nicht an, aber ich kann Verteidigern davonlaufen.“

Weil er diese Meinung nicht alleine hat, erhielt Grimaldi mehrere Angebote, angeblich auch aus der 2. Liga. Er sagt aber: „Wenn man sich überlegt, was für eine 3. Liga man jetzt hat, dann kann man sagen: die ist interessanter als die 2. Liga.“

Christopher Meltzer

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