Zwei fragwürdige Entscheidungen in Duisburg

"Absolute Frechheit" - Löwen wettern gegen Schiri-Gespann

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Diskussionsbedarf mit Thorben Siewer: Nach dem Platzverweis gegen Milos Degenek (3. v. r.) nehmen die Löwen den Schiri unter Beschuss.

Duisburg - Sechzig steckt nach dem 1:2 von Duisburg richtig tief im Abstiegssumpf. Nach der unnötigen Pleite schießen die niedergeschlagenen Löwen gegen die Unparteiischen.

An dieser Niederlage haben die Löwen ganz schön zu knabbern. Mit dem 1:2 bei Schlusslicht MSV Duisburg rutscht das Team von Trainer Benno Möhlmann nach acht Spieltagen wieder auf einen direkten Abstiegsplatz ab. Entsprechend groß war der Frust. Besonders Stefan Ortega sah nach dem Schlusspfiff durch Schiri Thorben Siewer Rot. "Dieses Schiri-Gespann hat im Profi-Fußball nichts mehr verloren", wetterte der Keeper im Sky-Interview: "Das war eine absolute Frechheit. Wegen so einer Scheiße kommen wir erst in die Not."

Sechzig verliert unglücklich beim MSV - nur zweimal die Note 3

Oliver Kreuzer.

Diese "Scheiße" unterlief dem Gespann um den 28-Jährigen in der 74. Minute, als der Sekunden zuvor eingewechselte Thomas Bröker einen Kopfball an den Innenpfosten des TSV-Tores setzte. Von dort prallte die Kugel dem auf der Linie stehenden Ortega entgegen, der sie mit einem Reflex ins Feld bugsierte. Zur Überraschung wohl aller 22.482 Zuschauer sowie beider Teams entschied Siewer auf Tor.

Als Adlerauge bei diesem höchst umstrittenen 1:1 versuchte sich dessen Linienrichter, der immerhin mehr als 20 Meter entfernt stand und dem darüber hinaus durch Ortega die Sicht auf den Ball verdeckt war. Auch Sportchef Oliver Kreuzer musste den Pfiff erst einmal verdauen: "Das war spielentscheidend. Der Knackpunkt. Wenn der Ball nicht drin war, ist das ein Skandal."

Schiri wird auf Sechzig-Homepage attackiert

Screenshot von der Sechzig-Homepage.

Wurde Sechzig also in einem wahren Abstiegskrimi verpfiffen? In den Augen der Blauen schon: Der Spielbericht auf der Klub-Homepage trägt den vielsagenden Titel "Schiedsrichter verhilft Duisburg zum Sieg".

Tatsächlich schien sich der lange Zeit souveräner als die beiden Mannschaften agierende Siewer in der Schlussphase von der hitzigen Atmosphäre anstecken zu lassen. Auch mit dem Platzverweis gegen Milos Degenek sieben Minuten nach dem Wembley-Gedächtnis-Tor brachte er das Löwen-Rudel gegen sich auf. James Holland war seinem australischen Landsmann clever aufgelaufen. Allerdings hatte sich der Aushilfs-Rechtsverteidiger der Löwen aufgrund der Vielzahl seiner Fouls zuvor bereits um die Ampel-Karte beworben.

Ortega: "Hatten Duisburg im Griff"

Auch Ortega war trotz seines emotionalen Interviews weit davon entfernt, alle Schuld auf den Unparteiischen abzuladen: "Wir hatten Duisburg im Griff, haben nach dem 1:0 aber aufgehört, Fußball zu spielen." Ehrlicherweise fiel bereits Michael Liendls Traumtor quasi aus dem Nichts. Einen Dreier hatten sich die mutlosen Blauen aufgrund der gezeigten Leistung also ohnehin nicht wirklich verdient. Doch das Duisburger 2:1 durch den ehemaligen Inter-Profi Victor Obinna setzte dem vermaledeiten Abend die Krone auf. "Das haben wir total dumm verteidigt", kritisierte der angefressene Ortega.

Benno Möhlmann in Rage.

Möhlmann, der kurzfristig auf den erkrankten Kapitän Chris Schindler verzichten musste, wirkte nach der vierten Pleite aus den vergangenen fünf Spielen zumindest gefasst: "Natürlich sind wir enttäuscht. Wir müssen gucken, wie wir damit umgehen." Vier Runden vor dem Saisonende beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz zwei Punkte. Dort rangiert der SC Paderborn, der sich in drei Wochen in München vorstellt. Sechzig hat den Klassenverbleib also nach wie vor selbst in der Hand - das ist aber auch die einzig gute Nachricht nach diesem verkorksten Schlussspurt in Duisburg.

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