Wie im Soundtrack eines Teenie-Klassikers

Träume sind jetzt die Realität bei den Löwen

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Verträumter Blick: Torsten Fröhling.

München - Die sicher gut gemeinte „Üüüüüüü“-Hymne haben sie still und heimlich eingemottet beim TSV 1860, der alte Hadern "Stark wie noch nie" taugt längst nur noch als Realsatire. Vielleicht wäre es zum Herbstanfangs-Heimspiel am Sonntag gegen RB Leipzig den Versuch wert, einen Kuschelhit aus dem Archiv zu ziehen.

"Dreams are my reality" von Richard Sanderson, bekannt geworden als Soundtrack des Teenie-Klassikers "La Boum", würde sich anbieten, ja fast schon aufdrängen. Denn viel mehr als Träume sind den Löwen-Fans nicht geblieben in Zeiten, wo ihr Verein mit einem Fahrverbots-Punkteschnitt von 0,5 zielstrebig Richtung Dritte Liga eiert.

Welche drei Mannschaften wollen diese Löwen am Ende eigentlich hinter sich lassen? Trainer Torsten Fröhling musste sich die Frage nach dem 1:1 in Sandhausen stellen lassen. Seine Antwort: „Wir haben alle gewusst, dass das keine einfache Saison wird. Mit etwas mehr Fortune hätten wir ein paar Punkte mehr. Ich sehe schon, dass wir ’ne Entwicklung drin haben. Was wir brauchen, ist ein Sieg.“

Christopher Schindler und Kai ­Bülow (r.).

Ein Dreier gegen Leipzig? So typisch die Erfüllung dieses Traums in der verqueren Löwenlogik wäre, so unwahrscheinlich ist ein Erfolgserlebnis gegen die prominent besetzten Brause­kicker, die am Donnerstag Abend zu Hause gegen den SC Freiburg antreten. Einen möglichen Vorteil wittert Fröhling in der Tatsache, dass die Leipziger zwei Tage weniger Vorbereitungszeit haben als die Löwen. „Wir können uns derweil schon vorbereiten“, sagt der Coach, der natürlich weiß, dass dies der einzige Faktor ist, der am Sonntag für 1860 spricht.

Zusätzliche Sorgen bereiten die Nachrichten aus dem Krankenlager. Neben Stefan Mugosa, der seinen Sturmplatz gegen Leipzig wohl auch ohne Oberschenkelzerrung für den wieder fitten Rubin Okotie hätte räumen müssen, drohen auch Kai Bülow und Christopher Schindler auszufallen. Der Relegationsheld erlitt beim Spiel in Sandhausen eine Gehirnerschütterung, der Kapitän laboriert an einer Innenbanddehnung im rechten Knie. Bis hin zu einer Dreierkette reichen Fröhlings Überlegungen für den Fall der Fälle.

Ob die taktische Fantasie auch für eine Startformation mit Michael Liendl reicht? Nach Korbinian Vollmanns torgekrönter Leistung in Sandhausen wird Fröhling den 21-Jährigen nicht herausnehmen. Eine Doppel-Zehn könnte sich derzeit wohl nur der FC Bayern leisten. Also was tun, nun da der Liendl schon fast in den Brunnen gefallen ist? Fröhling versuchte sich am Mittwoch in Krisen-PR. Ein „gutes Gespräch“ habe er mit dem Österreicher in Sandhausen geführt. „Es ist doch klar, dass wir ihn geholt haben, um zu spielen, aber alles zu seiner Zeit.“ Liendl sei noch nicht komplett ins laufintensive 1860-System integriert. „Aber wir sind in einer Phase, wo alles hundertprozentig klappen muss, um Erfolg zu haben. Wir stehen ein bisschen mit dem Rücken zur Wand.“ Da dürfte nicht mal Richard Sanderson widersprechen, der alte Träumer.

lk

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