Christian Waggershauser

ER muss jetzt das neue 1860-Präsidium suchen

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Verwaltungsrats-Chef Waggershauser ist Geschäftsführer der Münchner Muffathalle.

München - Im Chaos der Löwen liegt nun alle Hoffnung auf ihm: Christian Waggershauser. Als neuer Vorsitzender des Verwaltungsrates muss er schnellstmöglich ein neues Präsidium finden.

Seit 2006 ist Christian Waggershauser Mitglied im Verwaltungsrat des TSV 1860. Der Geschäftsführer der Muffathalle kam vor acht Jahren im Zuge der „Pro1860“-Initiative ins Kontrollgremium. Nun, nach dem Rücktritt von Verwaltungsratschef Siegfried Schneider, Präsident Gerhard Mayrhofer und den Vizepräsidenten Erik Altmann und Heinz Schmidt, steht Waggershauser in der Verantwortung, ein Übergangspräsidium zu finden, das zu einer Mitgliederversammlung einladen kann. „Diese Aufgabe hat absolute Priorität und ist schwer genug“, sagte Waggershauser gegenüber der tz. „Wir sind in intensiven Gesprächen und wollen den Verein schnellstmöglich wieder handlungsfähig machen.“

Wie ist der Zeitrahmen?

Möglichst noch in dieser Woche soll das Übergangspräsidium präsentiert werden. Ob die Personen aus dem Verwaltungsrat stammen, dazu wollte Waggershauser am Sonntag nichts sagen. Er selbst stehe jedenfalls nicht zur Verfügung. Als erste Amtshandlung werden die noch zu findenden schmerzunempfindlichen Personen zur Mitgliederversammlung laden, die bis Ende Juli durchgeführt werden soll. Diese Versammlung, die eigentlich für den Sonntag geplant war und am Freitag abgesagt wurde, wählt dann den neuen Verwaltungsrat. Dieser wird im Anschluss ein neues Präsidium vorschlagen, das dann bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung bestätigt werden muss. Klingt kompliziert, aber so läuft’s nun mal bei 1860. Bis September/Oktober, so Waggershauser, könnten die Löwen wieder einen echten Präsidenten haben.

Wie geht’s mit Investor Hasan Ismaik weiter?

Die Situation ist verfahren. Karl-Christian Bay, der als Wirtschaftsprüfer im 1860-Beirat die Verkaufsgespräche mit Ismaiks Rechtsvertretern führte, trat am Freitag ebenfalls zurück. Grund laut Pressemitteilung: Der Austausch mit Ismaik sei „überraschend einseitig für beendet erklärt“ worden. Ob die – noch zu findenden – Beiräte die Gespräche wieder aufnehmen werden oder ein Verkauf der Anteile für Ismaik vom Tisch ist, lässt sich derzeit nicht beantworten. Felix Magath, der bei einem Investoren-Wechsel als neuer starker Mann für 1860 bereitstehen soll(te), war am Sonntag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Wie sicher darf sich Sportchef Gerhard Poschner fühlen?

Einstweilen droht ihm kein Unheil, von Fanprotesten mal abgesehen. An Poschner hatte sich der letzte Streit zwischen Mayrhofer und Ismaik entzündet. Das Präsidium hatte vom Verwaltungsrat laut Waggershauser „die Vollmacht bekommen, im Beirat 50+1 zu ziehen“, sprich Poschner an Ismaik vorbei zu entlassen. Warum Mayrhofer davor zurückschreckte? Darüber gibt es keine offiziellen Aussagen. Angeblich drohte Ismaik mit der Kündigung von Darlehen, was eigentlich ein Fall für die DFL wäre. Das Übergangspräsidium wird es kaum wagen, einen Konflikt mit Ismaik zu riskieren. Vielleicht wird’s ja im Oktober wieder spannend.

Wie geht’s sportlich weiter?

Laut Waggershauser können Poschner und sein Geschäftsführer-Kollege Markus Rejek „agieren und arbeiten“. Der Profivertrag mit Trainer Torsten Fröhling ist bereits bis 2016 verlängert, auch Kai Bülow hat seine Vertragsverlängerung bekommen. In allen Mannschaftsteilen will Poschner nachrüsten. Die Saison beginnt am 24. Juli.

lk

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