1860-Coach genervt von Spekulationen

Fröhling mit Transfers zufrieden - Kampf um Wolf

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Torsten Fröhling würde Marius Wolf gerne weiter bei den Löwen sehen.

München - 1860-Coach Torsten Fröhling ist zwar genervt von den ständigen Fragen über mögliche Neuzugänge, aber mit den bisherigen Transferaktivitäten zufrieden: "Das passt."

Torsten Fröhling schien nahe daran, etwas in Rage zu geraten. Seine Stimme wurde laut, sehr laut, fast überschlug sie sich. Seine ungefähr einminütige Empörung gipfelte schließlich in dem Vorwurf an die auf dem Trainingsgelände ihn umringenden Journalisten: „Ich habe nicht einmal gesagt, dass ich noch einen Stürmer brauche! Ihr sagt das!“ Das stimmte zumindest insofern nicht, als sich ein Medienmann allein danach erkundigt hatte, ob die Löwen noch nach Ersatz für den verletzten Angreifer Stephan Hain suchen.

Bard Finne? Coach Fröhling weiß von nichts

Die überraschend schroffe Reaktion des 1860-Trainers lässt sich wohl vor allem damit erklären, dass es Fröhling allmählich überdrüssig ist, zu allen Transferspekulationen Stellung zu nehmen. In dieser Hinsicht arg genervt hat ihn offenbar auch die Meldung, dass sich die nach vier Zweitligaspielen noch sieglosen Sechziger für den Kölner Bard Finne interessieren. „Der Name war bei mir noch gar nicht auf dem Tisch, davon weiß ich gar nichts!“, betonte Fröhling mit leichtem Grollen.

Immerhin hat Interims-Sportchef Necat Aygün zuletzt mit zwei Erfolgsmeldungen aufwarten können. Vor einer Woche wurde Stefan Mugosa (zuletzt Aue) verpflichtet, nun der Österreicher Michael Liendl (Düsseldorf). Zuvor hatten sich die Löwen bereits die Dienste von Milos Degenek (VfB Stuttgart II), Rodnei (RB Leipzig) und Romuald Lacazette (Paris St. Germain II) gesichert. Bekanntlich waren die Münchner Transferbemühungen unter der Regie des Ex-Sportdirektors Gerhard Poschner lange Zeit nur sehr schleppend angelaufen, doch nun lautet Fröhlings Fazit: „Das passt, ich bin zufrieden.“

Große Hoffnungen setzt der Coach in erster Linie in den 29-jährigen Liendl: „Ich erwarte von ihm, dass er Ruhe ins Spiel bringt, die entscheidenden Pässe schlägt, dass er vorangeht und die jungen Leute führt.“ Die Idee, ihn zu verpflichten, habe Interims-Sportchef Aygün gehabt; er war es auch, der die Kontakte knüpfte. „Das macht Necat gut“, sagte Fröhling. Angetan zeigte er sich auch von den bisherigen Auftritten des defensiven Mittelfeldspielers Degenek: „Er hat gut eingeschlagen – genau auf der Position, für die wir jemand gesucht haben.“ Innenverteidiger Rodnei bescheinigte Fröhling: „Er kommt immer besser in Fahrt.“ Allerdings schränkte er ein: „Rodnei muss noch warten, weil unsere Abwehr ihre Sache derzeit sehr gut macht.“ Lacazette, 21, gelte ohnehin als „Perspektivspieler“, und Stürmer Mugosa habe zuletzt im Training einen guten Eindruck gemacht: „Ich bin froh, dass ich ihn hier habe.“

"Wolf macht den Eindruck, dass er bei 1860 verlängert"

Froh wäre Fröhling auch, wenn er weiter auf den vielumworbenen Marius Wolf, 20, bauen könnte. „Wir haben ihm ein Angebot gemacht“, so Fröhling, die Verhandlungen seien am Laufen, die Löwen hätten bereits mit Wolfs Berater gesprochen, mit seinen Eltern, mit dem Sturmtalent selbst. „Wir kämpfen um ihn“, erklärte Fröhling. Seine derzeitige Einschätzung: „Marius wirkt sehr vernünftig – und macht auch den Eindruck, dass er seinen Vertrag mit Sechzig verlängern will.“

Interesse am Löwen-Youngster zeigt auch Bundesligist Werder Bremen, als Ablöse sind laut "Bild" 1,5 Millionen Euro im Gespräch.

Im Hinblick auf das nahe Ende der Transferzeit (31. August) meinte Fröhling nur: „Wenn jetzt noch eine Rakete kommt, dann müsste man noch einmal darüber reden. An Spekulationen beteilige ich mich aber nicht.“ Weswegen er auch nichts zu Jakub Sylvestr (Nürnberg) sagte, der zuletzt als heißer Kandidat für 1860 in den Münchner Medien kursierte. Sylvestr – noch so ein Name, der Fröhlings aktuelle Reizbarkeit provozieren könnte.

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