Es ist ein bisschen kompliziert

Löwen-Versammlung: Darum geht es heute Abend

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Löwen-Präsident Gerhard Mayrhofer (M) und die Vize-Präsidenten Peter Helfer (l) und Heinz Schmidt.

München - Heute Abend versammeln sich in Taufkirchen die Delegierten des TSV 1860 München. Wir erklären Ihnen, was genau heute Abend besprochen und entschieden werden soll.

Ginge es nach seiner Mutter, wäre Heinz Schmidt, 54, längst raus aus der Nummer. Vizepräsident, Notvorstand – der Stress, den sich ihr Sohn antut, bereitet Frau Schmidt schlaflose Nächte. Erst recht, wenn die Sache heikel wird, wenn es um persönliche Haftung geht. Da ist zum Beispiel die Sache mit dem Hausfriedensbruch, der ihm seitens des Anwalts Heinz Veauthier vorgeworfen wird. Eine von insgesamt sieben (!) Strafanzeigen, die gegen ihn vorliegen, „weil ich ja angeblich das Büro von Dieter Schneider besetze . . .“ Das Büro des Ex-Präsidenten, der bis zum heutigen Tage nie offiziell zurückgetreten ist.

An guten Tagen gelingt es Schmidt, das Theater um die Rechtmäßigkeit des Löwen-Vorstands als besonders bittere Form der Realsatire wegzulächeln. An schlechten „geht es einem schon an die Nerven“, gibt der Steuerberater aus Wasserburg zu. Und nicht nur Schmidt und seine Familie hoffen, dass heute endlich ein bisschen Klarheit in das Dickicht aus Paragraphen, Klageschriften und 1000-seitigen Akten kommt.

Ab 18.30 Uhr (hier bei uns im Live-Ticker) tagt die Delegiertenversammlung des Vereins. Delegierte, die es eigentlich nicht mehr gibt, sollen Mayrhofer und Co. im Amt bestätigen – und sich danach ein zweites Mal abschaffen. Stimmen sie für das Präsidium, wonach es aussieht, dann könnte die Klubspitze dem Kleinkrieg mit der Partei Kirmaier/Veauthier, der inzwischen beim Oberlandesgericht angekommen ist, etwas gelassener entgegenblicken.

Letztlich geht es bei der heutigen Sitzung darum, das Präsidium Mayrhofer im juristischen Sinne doppelt abzusichern. „Es ist aktuell kein Vorstand vorhanden, der auf gesicherter rechtlicher Grundlage den Verein vertreten darf“, hatte das OLG am 14. Oktober erklärt. Eingetragen ist kurioserweise nicht Schneider, nicht Mayrhofer, sondern Hep Monatzeder, der aber von den Delegierten bei ihrem letzten Treffen abgelehnt wurde. Das macht die Sache besonders kompliziert. Schmidts Hoffnung ist, dass mit einem positiven Ergebnis heute der Eintrag beim Registergericht angepasst werden könnte. Einmal hätten dann die Mitglieder das Präsidium Mayrhofer gewählt (am 14. Juli 2013), einmal die Delegierten – einmal nach neuer Satzung, einmal nach alter Satzung. Mehr geht nicht, findet Schmidt, der mit einer Sitzung rechnet, die wegen der überschaubaren Tagesordnungspunkte (Präsidiumswahl plus Bestätigung der Satzungsänderung) „nicht deutlich länger als eineinhalb Stunden dauern dürfte“.

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Nach der Rechtsauffassung des Vereins wären Mayrhofer und Co. bei einer erneuten Wahl bis Juli 2016 im Amt bestätigt. Wobei: Ganz sicher kann man sich nie sein, weiß auch Schmidt. „Die nächsten Klagen werden kommen“, ahnt er. „Herr Veauthier hat ja bereits angekündigt, notfalls bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu ziehen.“ Absurd für ihn, „denn wir wissen ja bis heute nicht, worum es den Herren Kirmaier und Veauthier wirklich geht“.

Einen Schlussstrich unter dieses unliebsame Thema werden die Löwen also nicht so bald ziehen können. Schmidt jedoch wäre schon wohler, wenn sein Status als Präsidiumsmitglied offiziell ist – „und ich nicht mehr persönlich haftbar gemacht werden kann“. Damit die schlaflosen Nächte ein für allemal ein Ende haben.

Uli Kellner

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