„Zehn Tore sollten es schon sein“

„Chefe Effe“ Efkan Bekiroglu im Interview: „Unser Ziel muss eigentlich sein, jedes Spiel zu gewinnen“

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Gut gelaunt: Bekiroglu im Gespräch mit Reporter Uli Kellner.

Bei den Löwen musste Efkan Bekiroglu zuletzt aussetzen. Das hindert ihn allerdings nicht darin, große Saisonziele für sich und die Mannschaft zu formulieren.

München - Im Spiel bei den Würzburger Kickers (Montag, 19 Uhr) muss der TSV 1860 noch einmal ohne Efkan Bekiroglu auskommen. Sein Muskelfaserriss heile zwar schneller als erwartet, sagte der Deutsch-Türke im Interview mit unserer Zeitung, doch bei ihrem Mittelfeldlenker wollen die Löwen kein Risiko eingehen – aus gutem Grund. Der 24 Jahre alte Bekiroglu zählt im Team des TSV zur Gattung der „Entscheider“ (Trainer Daniel Bierofka) respektive „Unterschiedspieler“ (Sportchef Günther Gorenzel), was sich sogar statistisch belegen lässt. Darüber sprachen wir mit dem gebürtigen Dachauer – und auch über seine Pläne und Ziele, die eigene Karriere betreffend.

Efkan, beim 3:1 gegen Kaiserslautern haben die Löwen das Kunststück geschafft, erstmals seit Langem ein Spiel zu gewinnen, in dem Sie fehlten. Es waren dazu allerdings zwei Eigentore des Gegners nötig. Belegt diese Statistik den Stellenwert, den Sie sich bei 1860 erarbeitet haben?

Efkan Bekiroglu: Puh, schwere Frage. Kann sein, kann nicht sein – ich weiß es nicht. Es mag so aussehen, weil auch die drei Spiele im April verloren gegangen sind, als ich gesperrt war, aber wir sind generell noch nicht konstant genug.

In der zurückliegenden Saison hatte 1860 mit Ihnen einen Schnitt von 1,44 Punkten pro Spiel, in den neun Spielen ohne Sie lag der Schnitt bei 0,77…

Bekiroglu: Echt? Diese Statistik kannte ich nicht. Ich bin halt mehr ein spielerischer Typ, wenn ich auf der Sechs spiele, will den Ball unbedingt haben gehe auch gerne mal in ein Dribbling. Ich denke, dass wir dann vielleicht mehr Ballbesitz haben, weil ich auch bisschen ein Risikospieler bin.

Was sagte denn der Trainer?

Bekiroglu: Der fragt jeden Tag, wie’s mir geht und sagt, ich soll bitte so schnell wie möglich zurückkommen. Ich genieße es, mir dieses Standing aufgebaut zu haben. Das kommt ja nicht einfach so. Das habe ich mir erarbeitet. Nichtsdestotrotz bin ich jetzt erstmal raus. Gegen Lautern haben sie ohne mich gewonnen – und in Würzburg gewinnen sie hoffentlich auch.

Nutznießer Ihres Ausfalls war Ihr Kumpel und Konkurrent Timo Gebhart, der prompt sein erstes Saisontor erzielte.

Bekiroglu: Für den Timo freut mich das sehr. Er hat sich das hart im Training erarbeitet. Wir sind gute Kumpels geworden, und ich finde, wir können auch zusammenspielen. Ich kann von ihm viel lernen auf dem Platz.

1860 München: Bekiroglu will mindestens zehn Tore schießen

Vor Kurzem sind Sie 24 geworden. Zufrieden mit Ihrem bisherigen Karriereverlauf?

Bekiroglu: Eigentlich schon. Vielleicht hätte ich mir das eine oder andere Jahr weniger in der Regionalliga gewünscht, aber gut: In Augsburg war ich ein halbes Jahr bei den Profis, das hat mir auch gut getan. Als ich damals hier aussortiert wurde, hätte ich nie gedacht, dass ich noch mal zurückkomme. Ich hab Fußball eigentlich nur noch zum Spaß gespielt. Umso schöner, dass ich jetzt wieder da bin.

Am Ende der Saison läuft Ihr Vertrag aus. 1860 will unbedingt verlängern. Was wollen Sie?

Bekiroglu: Es ist noch zu früh, da was zu sagen. Wir führen Gespräche, aber das dauert jetzt ein bisschen. Ich denke, ich habe jetzt schon ein, zwei Jahre bewiesen, was in mir steckt. Diesen Weg würde ich gerne auch weitergehen.

Bierofka verlangt von einem Offensivspieler acht bis zehn Saisontore, von einem Sechser fünf, sechs. Was gilt für Sie?

Bekiroglu: Ich sehe mich ja trotzdem nicht als reinen Sechser. Mein Ziel ist auf jeden Fall, zweistellig zu treffen. Zehn Tore sollten es schon sein. Man setzt sich ja auch persönliche Ziele. Am Ende ist aber wichtig, dass der Verein sein Saisonziel erreicht und ich bestmöglich dazu beigetragen habe.

1860 München: Abstieg ist für 

Und was ist mit Sechzig drin in dieser Saison? Es ging ja eher mühsam los, auch in Sachen Transfers. Jetzt ist im Vergleich zur letzten Saison ein Punkt mehr auf dem Konto.

Bekiroglu: Wenn ich ehrlich bin, finde ich unsere Mannschaft total gut. Wir haben überall super Qualität und unser Ziel muss eigentlich sein, jedes Spiel zu gewinnen.

Jedes?

Bekiroglu: Das klappt natürlich nie, aber was ich sagen wollte: In dieser Liga kann jeder Verein jeden schlagen. Mein persönliches Ziel ist immer, jedes Spiel zu gewinnen – und dann landet man ja automatisch oben.

Der Abstieg ist also aus Ihrer Sicht kein Thema?

Bekiroglu: Nein, für mich nicht. Auf gar keinen Fall. Dafür werden wir alles geben.

Interview: Uli Kellner

Drei Siege aus den jüngsten vier Spielen – eine Bilanz, die den Münchner Löwen vor dem heutigen Gastspiel bei den Würzburger Kickers Mut machen sollte. Einerseits. Beweisen können sich die Löwen jedoch auch gegen den FC Hansa Rostock am 26. Oktober. 

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