Nach Pleite gegen Düsseldorf

Einsetzende November-Depression bei 1860

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Einsetzende November-Depression: Gegen reife und clevere Düsseldorfer stoßen die bemühten Münchner Löwen an ihre Grenzen und verlieren verdient mit 0:1.

München - Einsetzende November-Depression: Gegen reife und clevere Düsseldorfer stoßen die bemühten Münchner Löwen an ihre Grenzen und verlieren verdient mit 0:1.

Der graue Monat November steht im Ruf, bisweilen arg aufs menschliche Gemüt zu drücken. Insofern lieferten die Zweitliga-Fußballer des TSV 1860 eine passende Einstimmung auf die trübe, von Depressionsgefahr überschatteten Jahreszeit. 0:1 (0:1) unterlagen die Sechziger gestern Abend der Düsseldorfer Fortuna. Und somit erhielt die – ohnehin nur auf dünnen Beinen stehende – Hoffnung, bei den Löwen sei nach verkorkstem Saisonstart nun endlich ein vitaler Aufwärtstrend im Gange, einen schweren Dämpfer. Kämpferisch war den Sechzigern zwar kein Vorwurf zu machen, aber fußballerisch lief nicht viel zusammen. „Das ist schon extrem enttäuschend, dass wir mit einer Niederlage in die Länderspielpause gehen“, sagte Angreifer Rubin Okotie.

Die erste Hiobsbotschaft mussten die Münchner schon vor der Partie verkraften. Valdet Rama, zuletzt wertvolle Offensivkraft, fühlte sich urplötzlich unwohl, so dass kurzfristig Ersatzmann Marin Tomasov auf den linken Flügel beordert wurde. Eine Schwächung, zweifelsohne. Und der nächste Schlag, der den TSV 1860 traf, war noch weitaus härter. Eckstoß Düsseldorf, Okotie verlängert den Ball unglücklich auf den hinteren Pfosten, wo Bruno Soares zum 0:1 einköpft. „Das war mein Fehler“, bekannte Okotie, bei dem der Schuss sozusagen diesmal nach hinten losging. Dieser Schock nach nicht einmal vier Minuten schien den Löwen durch Mark und Bein gefahren zu sein. Nichts war’s somit zunächst mit dem erhofften Angriffsschwung, stattdessen stürmte Düsseldorf. Zum raschen zweiten Tor fehlten Andreas Lambertz (13.) nur eine Winzigkeit. Seine Direktabnahme landete an der Unterkante der Latte.

Das sah nicht gut aus, allerdings ist den Münchnern zugute zu halten, dass sie sich verbissen aus der Anfangskonfusion herauswerkelten und engagiert dagegenhielten. Das Resultat waren viele giftige Zweikämpfe und energisches Bemühen, der sichtbar gute Wille reichte jedoch nicht, eine klare Linie ins Spiel zu bringen.

Bis zur ersten Großchance für die Münchner vergingen immerhin 50 Minuten. Eine weite Flanke von Adlung nahm Okotie mustergültig mit der Brust an, ließ mit einer Drehung seinen Bewacher Julian Schauerte stehen und verschaffte sich damit freie Schussbahn. Seinen Flachschuss aus elf Metern parierte jedoch Ex-Bayern-Keeper Michael Rensing.

Ansonsten aber war nicht mehr viel zu sehen von Münchner Offensivgeist. Den Gastgebern fehlten die spielerischen Mittel, um die Rheinländer in Bedrängnis zu bringen. Da halfen auch alle Umstellungen seitens Trainer Markus von Ahlen nichts mehr. Er wechselte den brasilianischen Dribbler Leonardo ein, brachte in den Schlussminuten Daylon Claasen und Gary Kagelmacher. Sogar Torhüter Stefan Ortega rannte nach vorne, doch der Tabellenzweite Düsseldorf geriet nicht mehr ernsthaft ins Wanken, sicherte sich in souveräner Manier den Auswärtsdreier. „Wir haben uns an der sehr abgeklärten Düsseldorfer Mannschaft die Zähne ausgebissen. Uns ist es zu wenig gelungen, zwingende Torchancen herauszuspielen“, sagte von Ahlen.

Die Sechziger müssen sich nun auf einen längeren Aufenthalt im Tabellenkeller einrichten. Die nächsten Gegner sind Union Berlin, FSV Frankfurt und 1. FC Nürnberg – da droht purer Abstiegskampf. Es könnte noch sehr ungemütlich werden für 1860 in diesem grauen November. Kapitän Christopher Schindler prophezeite: „Das wird für uns eine sehr schwierige Saison.“

1860-Niederlage gegen Fortuna: Bilder & Noten

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