Untergangsstimmung bei den Löwen-Fans

"Es schaut aus wie am Flipperautomaten"

München - Nach der Pleite gegen Sandhausen herrscht bei vielen Löwen-Fans Untergangsstimmung. Der Abstieg ist für viele Fans bereits jetzt nicht mehr zu verhindern. Ein User stellt sogar eine deprimierende Hochrechnung auf.

2:3 gegen Sandhausen, in der zweiten Halbzeit nicht ein einziger Schuss auf das gegnerische Gehäuse (sieht man von Gary Kagelmachers Anschlusstreffer zum 2:3 in der Nachspielzeit ab) und nur ein Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz: Zehn Spieltage vor dem Saisonende schwebt der TSV 1860 dermaßen akut in Abstiegsgefahr, dass so mancher Fan den Glauben an die Mannschaft verloren zu haben scheint.

Auf tz.de und merkur-online.de sowie der Facebook-Fanpage TSV 1860 News malt so mancher Anhänger ein ganz düsteres Szenario für die Blauen. Nach der Leistung gegen Sandhausen ist für viele Fans klar: So ist der Abstieg in die 3. Liga nicht mehr zu vermeiden. "Die können einfach nicht Fußball spielen und fertig. Des wird nix, auch wenn der Wille da ist. Man muss auch Fußball spielen können. Das können wir einfach nicht. Die ganze Saison schon nicht. Das ganze Konzept ist auf Glück aufgebaut. Weil wir unheimlich schlechte Fußballer haben. Keine Ideen, planlos und völlig hilflos. Alle Siege, die wir dieses Jahr hatten waren glücklich oder der Gegner hat dermaßen gepennt", schreibt User Manuel V. bei Facebook.

User "Stefan Sawatzki Schnitzl" ist von der spielerischen Armut seiner Lieblingsmannschaft ebenfalls erschüttert und fühlt sich beim Verfolgen eines 1860-Spiels offenbar an einen Besuch in der Spielothek erinnert. "Des Problem ist doch, dass die ned mal an Pass auf 2 Meter spielen können, Mittelfeld ist ja total wuider Haufen und die Abwehr erst :( Der schlechteste Kader seit Jahrzehnten, manchmal schaut's bissl aus wie am Flipperautomaten!"

Die mangelnde Torgefahr, resultierend aus den spielerisch äußerst limitierten Mitteln, prangert auch User "juge01" an, wenn er die aktuelle Mannschaft als "das schlechteste Team, das jemals den Löwen auf der Brust getragen hat" bezeichnet. Verbittert fügt er hinzu: "Als Löwenfan seit meiner Kindheit muss ich feststellen, dass dieser 'Haufen' absolut keine Berechtigung hat, in dieser 2. Liga zu spielen. Wenn man innerhalb von 3 Spielen nur 5 bis 8 mal auf das gegnerische Tor schießt - und das nicht pro Spiel, sondern in allen 3 Spielen zusammen - dann wird einem Angst und Bange. Fakt ist: Die Mannschaft und ihr Präsidium sind leider nicht zweitligatauglich. Insofern ist der eigentlich schon sichere Abstieg gerecht."

Löwen-Pleite gegen Sandhausen - Siebenmal Note 5!

Den Taschenrechner herausgekramt hat User "QED". Seine Hochrechnung ist erschütternd und lässt das Schlimmste erahnen: "Bisher wurden 24 Spiele gespielt, dabei 22 Punkte geholt. Macht im Schnitt 0,91666 Punkte pro Spiel. Es sind noch 10 Spiele bis Saisonende. Zu erwarten sind also 0,91666 Punkte x 10 = 9,1666 Punkte. Also ca. 10 Punkte. Das ergibt dann in der Summe einen Punktestand von 32 zum Saisonende. Es darf bezweifelt werden, dass das reicht. Nächste Saison 3. Liga?"

User "goldwater" ist fassungslos ob der Darbietung der Sechzger gegen Sandhausen: "Schluss, aus, vorbei!!! Ich wette keinen Cent auf den Erhalt der Liga. Schade, dabei durften wir vor Rundenbeginn wunderschön von einem Aufbruch in eine neue Zeit träumen."

Wäre es nicht so traurig, dann könnte man die Schilderung von "sechzigerjahrelöwe", wie es in den 90 Minuten gegen Sandhausen im Fan-Block zuging, beinahe komisch finden:

 "Erstes Tor: Geht des jetzt schon wieder los? Da können wir eigentlich schon wieder heimgehen.

Hains Auswechslung: Wieso verletzt? Hat der mitgespielt?

Standards des Gegners: Beten, Leute, beten!

Eigene Standards: Da kann ich mir schnell was zum Trinken holen.

Vallori im Strafraum: Spinnt der?

Schindler beim Rückpass: Liegen wir vorne?

Adlung am Ball: Irgendwie hab' ich den auch besser in Erinnerung.

Fehlpässe auf kurze Entfernung: Kann man über fast eine ganze Saison nervös sein?

Löwenflanke von rechts in Halbzeit Zwei: Ist ja völlig egal, dass der Torwart den Ball abfängt. Wär ohnehin nur ein potentieller Abnehmer mit gelaufen. Den anderen hat ja keiner was gesagt.

Das mal nur so ein kleiner Ausschnitt aus der Stimmungslage. Wobei nicht alles negativ war. Ich denke nur an die unverdrossene Stimmung auf den Rängen, die leider ein um's andere Mal wirkungslos in den Weiten des Stadions verpufft."

Immerhin gibt es noch Fans, bei denen der Optimismus noch nicht ganz verschwunden ist. So schreibt "Giasinger": "Aufgeben, das wäre das Schlimmste! Wir bleiben drin, auch wenn es schwer wird." Dennoch erkennt auch er die Defizite: "Das heutige Spiel hat gezeigt, dass unser Kader keine Qualität hat und einige sehr limitiert sind. Wer geglaubt hat, dass man nur einen Amateurtrainer durch einen anderen austauschen oder einen Torwarttausch vornehmen muss, war sehr naiv." "Giasingers" Hochrechnung lautet: "Sieben Punkte aus den nächsten drei Spielen, dann haut's hin."

Rubriklistenbild: © Christina Pahnke / sampics

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