Kritik an Plänen der Stadt

1860 ins Oly? "Würde sich gar nicht lohnen"

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Wo werden die 1860-Fans künftig jubeln?

München - Die Pläne der Stadt, 1860 München im Falle eines Abstiegs wieder im Olympiastadion spielen zu lassen, stoßen auf Kritik. Die "Freunde des Sechz'ger Stadions" haben Bedenken und widersprechen einigen Fakten. 

Es ist das Horror-Szenario, mit dem sich die Verantwortlichen des TSV 1860 eigentlich gar nicht so wirklich beschäftigen mögen, nämlich mit dem freien Fall in die fußballerische Drittklassigkeit. Doch Fakt ist: Bei derzeit nur einem Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz müssen sämtliche Optionen durchgespielt werden. Dabei spielt auch die Spielstätte eine Rolle. Denn im Fall eines Abstiegs sieht ein Geheimplan der Stadt vor, die Löwen ins Olympiastadion zu locken - zumindest für Risiko-Spiele etwa gegen Dynamo Dresden oder Hansa Rostock.

Eine Überlegung, die nicht bei allen gut ankommt. Die "Freunde des Sechz'ger Stadions" haben große Bedenken und hinterfragen den Sinn dieser Pläne. Lediglich für zwei Partien übereilt eine Rasenheizung samt Rasen einzubauen würde sich "eigentlich gar nicht lohnen", heißt es in einer Mitteilung des Vereins. Der erste Vorsitzende Dr. Markus Drees sagt dazu: "Nicht alle Ost-Vereine sind pauschal mit Problemfans ausgestattet."

"Warum sollen die Heimfans bei Risikospielen bestraft werden?"

Zudem sei das mit den "Risiko-Spielen" ebenfalls so eine Sache. Schon in der Zweitliga-Saison 2004/05 waren die Löwen vom Grünwalder Stadion für sechs Partien (Frankfurt, Dresden, Karlsruhe, Cottbus, Köln und Erfurt) ins Oly ausgewichen. "Doch schon die Auswahlen, gegen Cottbus und den KSC im Oly zu spielen, waren fragwürdig", meint Drees. "Damals war es eher als finanzielle Kompensation an die Olympiapark GmbH zu sehen und nicht als echte Sicherheitsmaßnahme."

Vielmehr plädieren Drees und Co. dafür, im Falle eines Abstiegs aus der Zweiten Liga alle Begegnungen im Grünwalder austragen zu lassen. "Wieso ist ein Stadion, wo man dank Umlauf leicht überall hinkommt, keine richtige Fantrennung stattfinden kann und alle zu einer U-Bahn-Station laufen, sicherer als das Grünwalder Stadion, wo man die Leute leicht zu anderen U-Bahn-Stationen umleiten kann", fragt sich der Vorsitzende, der auch die vom KVR geforderte Reduzierung des Zuschauer-Kontingents bei Risiko-Spielen auf 10.000 kritisiert. "Warum sollen die Heimfans bei Risikospielen bestraft werden?", fragt er sich und fordert eine Verlegung des Gästeblocks in die kleinere Ostkurve.

Darüber hinaus verweist er auf die Drittliga-Zeit des FC Bayern II, als es nie Diskussionen um mögliche Risiko-Spiele gegeben habe. Allerdings hinkt der Vergleich, hat doch eine Reserve oft nicht die gleiche Zugkraft wie das sportliche Aushängeschild eines Klubs. Und dass Ausschreitungen nicht nur mit Fans aus Dresden oder Rostock möglich sind, hat das Heimspiel vor knapp drei Wochen gegen St. Pauli gezeigt. Damals waren Problem-Fans des TSV mit Anhängern der Hamburger Kiez-Kicker aneinandergeraten. Nur dank des schnellen Eingreifens der Polizei war die Situation nicht eskaliert. 

Bilder: Das sind Münchens große Stadien

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