Uruguayer in neuer Rolle

Kagelmacher: In diesem Youngster sieht er das größte Potenzial

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Gary Kagelmacher (l.) beendete seinen Urlaub vorzeitig, um mit den Löwen die Vorbereitung zu absolvieren. Auf Maxi Wittek (r.) hält er große Stücke.

München - Vom Fehleinkauf zum Führungsspieler: Gary Kagelmacher hat bei den Löwen in der vergangenen Saison ein Wellenbad der Gefühle erlebt. Der Uruguayer will nun voran gehen und vor allem die jungen 1860-Profis unterstützen.

An der Sprache kann es nicht gelegen haben, dass Gary Kagelmacher zu Beginn seiner Zeit bei den Löwen nicht so richtig ins Laufen kam. "Ich spreche sechs Sprachen. Spanisch, Deutsch, Englisch und Französisch fließend, dazu Niederländisch und Portugiesisch", sagt der Kosmopolit im "Bild"-Interview.

Der Uruguayer war mit großen Hoffnungen verpflichtet worden, als Innenverteidiger sollte er der Defensive Stabilität verleihen. Doch Kagelmacher konnte aus verschiedenen Gründen nicht überzeugen.

"Der Trainer will mich auf der Sechs, weil ich aggressiv spielen kann"

„Ich bin vor einem Jahr zu 1860 gekommen, als dort die Sommervorbereitung schon begonnen hatte. Dazu habe ich mich auch noch mit Verletzungen herumgeschlagen. In den ersten Punktspielen habe ich dann schnell gemerkt, dass du im deutschen Fußball nur mithalten kannst, wenn du hundertprozentig fit bist", erklärte der 27-Jährige vor einigen Tagen.

Erst, als er auf die Rechtsverteidigerposition verschoben wurde, konnte sich Kagelmacher im Löwen-Team festbeißen. In der am Wochenende beginnenden neuen Saison hat ihn 1860-Coach Torsten Fröhling für eine neue Rolle vorgesehen: Er soll als defensiver Sechser im Mittelfeld vor der Abwehrkette für Stabilität, Ruhe und Ordnung sorgen und zudem mit seiner Zweikampfstärke gegnerische Angriffe im Keim ersticken. "Es ist ungewohnt, dort habe ich zuletzt als Zehnjähriger gespielt", sagt Kagelmacher über seine neue Position: "Aber der Trainer will mich dort, weil ich aggressiv spielen kann. Wenn es gar nicht klappt, werden wir sprechen. Aber ich bin sehr optimistisch."

Mit seinen 27 Jahren zählt der "Uru" zu den absoluten Routiniers im jungen Löwen-Team. Viele sehen in ihm gar den heimlichen Kapitän, obwohl eigentlich Christopher Schindler die Binde trägt. Für Kagelmacher kein Problem: "Ich will vorangehen, bin gerne ein Anführer, wenn es hilft. Ich habe zum Beispiel in der Relegations-Zeit besonders den jungen Spielern nie gezeigt, wie sehr auch ich angespannt war. Aber als erfahrener Spieler sollte man keine Schwäche zeigen."

Geringe Erwartungen als große Chance

Auf die Frage, wer von den vielen Jung-Löwen im Profikader das größte Potenzial besitzt, muss Kagelmacher nicht lange überlegen. "Maximilian Wittek, ohne Zweifel." Andere, wie etwa Richard Neudecker, müssten körperlich noch eine Schippe zulegen.

Was die Zielsetzung für die neue Spielzeit angeht, ist Kagelmacher vorsichtig optimistisch. Alles hänge von einem guten Start ab. Mit einem ordentlichen Punktepolster nach den ersten vier Partien sei alles möglich: "Keiner erwartet jetzt doch was von uns - das ist eine Chance!"

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