Trotz Führung gegen Heidenheim

Wieder nix! 1860 nach Heimpleite in Abstiegsgefahr

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Trotz Pausenführung verpassten Valdet Rama und Co. erneut einen Heimsieg.

München - Mit großen Hoffnungen und Ambitionen wollten die Löwen gegen Heidenheim ins Fußballjahr 2015 starten. Doch der Plan geht nur 45 Minuten lang auf, danach bricht 1860 völlig zusammen.

Eine neue Mannschaft würde man sehen, einen neuen Spirit, und was sonst noch alles. Nichts davon trat ein. Der TSV 1860 verlor sein erstes Heimspiel im neuen Jahr mit 1:2 (1:0) gegen den FC Heidenheim und bot dabei in der zweiten Halbzeit eine restlos enttäuschende Vorstellung. Punktgleich mit dem Tabellenletzten liegen die Blauen jetzt auf dem Relegationsrang, und man muss Schlimmes für die Zukunft befürchten. Es war bereits die achte Niederlage von Markus von Ahlen im 13. Punktspiel. Die Trainerdiskussion dürfte wieder ganz heiß werden.

Aber nicht für Gerhard Poschner. „Von Ahlen sitzt auch am Sonntag in Darmstadt wieder auf der Bank“, erklärte der  Sportchef bei Sky. Und was sagte von Ahlen? „Ich bin von meiner Arbeit überzeugt, aber natürlich weiß ich, dass du als Trainer in der Kritik stehst.“ Und er verstand überhaupt nicht, dass sein Team nach der Pause derart abbaute: „Die erste Halbzeit ging klar an uns. Aber nach dem Platzverweis von Ilie Sanchez wurde es zusätzlich schwer.“ Auch für Poschner war es „unverständlich, dass wir in den zwei Halbzeiten zwei völlig unterschiedliche Mannschaften gesehen haben“.

Ortega kratzt Wittek-Rückpass von der Linie

Auf der Tribüne der Arena fehlte ein Stammgast:  Manni Wagner. Der Meisterlöwe liegt nach seiner Herzoperation immer noch im künstlichen Koma im Klinikum Großhadern, und als Stadionsprecher Stefan Schneider dem 76-Jährigen die besten Genesungswünsche ausrichtete, erschallten lautstarke „Manni-Wagner“-Rufe von den Rängen.

Die Partie selbst gab zunächst keinen Anlass für die rund 10 000 Zuschauer laut zu werden. Im Gegenteil: In der 9. Minute hielten alle blauen Fans den Atem an, als ein etwas zu scharfer Rückpass von Wittek fast im Tor gelandet wäre. Keeper Ortega konnte den Ball aber gerade noch auf der Linie weghauen.

Die Löwen mussten diese Schrecksekunde erst mal verdauen. Und hatten drei Minuten nochmal Glück, als Niederlechner den Ball knapp am Tor vorbeizimmerte. Ausgerechnet Niederlechner, seit kleinauf Löwen-Fan, der einst selbst in der Nordkurve gestanden  ist.

Fast nur Vierer & Fünfer! Bilder und Noten zur 1860-Heimpleite

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rüher hätte er über das gejubelt, was in der 28. Minute geschah. Valdet Rama zog mächtig ab, und der Heidenheimer Göhlert wehrte den Ball in Torwartmanier ab. Klarer Fall: Elfmeter. Und wer trat an? Rubin Okotie, der Mann, der beim 2:2 im Hinspiel in Heidenheim einen Elfmeter vergeben hatte. Aber wie cool verwandelte er diesmal! Mit einem lässigen Lupfer in die Tormitte ließ er Torhüter Sattelmaier ganz alt aussehen. 1:0 für 1860.

Nach der Pause dann die Löwen wie gelähmt. Es spielte nur noch eine Mannschaft: Der FC Heidenheim. Göhlert, der Pechvogel beim Elfer, durfte ungehindert zum 1:1 einschießen (54.), dann hätte Ortega mit einem Fehler fast den Rückstand verursacht (59.), und fünf Minuten später flog Ilie Sanchez mit Gelb-Rot vom Platz. Die Löwen in Unterzahl, und Heidenheim nutzte das sofort eiskalt aus. Niederlechner traf zum 2:1 (66.), Adlung schaute seelenruhig zu. Was zu seiner späteren Aussage passte: „Wir waren zu passiv.“

Nichts ging mehr bei den Löwen, die Annan und Simon noch einwechselten. Die Heidenheimer spielten mit ihnen nur noch Katz und Maus und verballerten noch jede Menge Großchancen. Für den TSV 1860 wird’s jetzt ganz ganz schwer. „Weil wir in der zweiten Halbzeit die selben Fehler gemacht haben wie immer“, ärgerte sich Rubin Okotie. „Auch ich muss einfach vorn mehr bringen.“ Gary Kagelmacher schüttelte hinterher ebenfalls verständnislos den Kopf: „Wir kontrollieren das Spiel, wir führen und dann schlafen wir ein. Für mich ist das ein mentales Problem.“

Die Partie im Ticker zum Nachlesen!

tz

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