Gegen Hoffenheim der beste Mann

Alle staunen über Claasen: "Unglaublich, wie gut er jetzt ist"

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Daylon Claasen (r.) lässt sich von Daniel Adlung feiern.

München - Daylon Claasen galt schon als einer der vielen Fehleinkäufe von Ex-Sport-Chef Poschner. Doch der Südafrikaner legte eine erstaunliche Wandlung hin - und war beim Pokal-Coup gegen Hoffenheim der beste Mann.

Nein, einen Interviewtermin vor der versammelten Journalistenschar mied er dann doch lieber. „Der Daylon traut sich noch nicht“, teilte Joachim Mentel, Mitglied der Presseabteilung beim TSV 1860, mit, und schickte an Claasens Stelle Christopher Schindler raus. Der hatte es sicher auch mal verdient, nach einem tollen Erfolg Stellung zu beziehen und nicht immer nur nach Niederlagen wie in der vergangenen Saison, als der Kapitän oft genug erklären musste, was wieder mal alles schiefgelaufen ist beim TSV. Aber dieses Mal konnte man eigentlich nur schwärmen. Vor allem von Daylon Claasen, der eine überragende Partie hinlegte und dieser mit seinem Tor zum 1:0 auch noch die Krone aufsetzte.

"Bei uns im Team ist Daylon schon lange akzeptiert"

Ausgerechnet Claasen. Der Südafrikaner (sieben Länderspiele), der in der vergangenen Saison die Zuschauer so oft zum Stöhnen und Fluchen gebracht hatte, wenn er am Ball war oder besser, wenn er ihn mal wieder verloren hatte. 13 Spiele hatte der Neuzugang vom Sommer 2014 absolviert, keins über die volle Distanz und schon gar keins zum Zungeschnalzen. Auch er ein Fehleinkauf von Gerhard Poschner – na klar. Da waren sich alle einig.

Und jetzt die wundersame Wandlung. Schon vor einer Woche beim unglücklichen 0:1 gegen den SC Freiburg hatte der 25-jährige Flügelflitzer zu den Besten beim TSV 1860 gezählt, und jetzt der grandiose Auftritt mit seinem ersten Pflichtspieltor gegen die Hoffenheimer. Innerhalb der Mannschaft allerdings sei man nicht verwundert gewesen darüber, dass Claasen plötzlich so aufgeigt, erklärte Torhüter Stefan Ortega den Journalisten: „Das mit dem Daylon überrascht nur euch. Bei uns im Team ist er schon lange akzeptiert. Er hat aber eben auch seine Zeit gebraucht, um sich anzupassen.“

Meisterlöwe Heiß: "Werden noch viel Gutes von ihm sehen"

Claasen war mit 18 Jahren nach Europa gekommen und stand bei Ajax Amsterdam, Lierse (Belgien) und Posen (Polen) unter Vertrag, ehe er vor einem Jahr zu den Löwen wechselte.

Fredi Heiß, der Rechtsaußen der Meistermannschaft von 1966, kann Claasens Fähigkeiten als offensiver Flügelspieler mit am besten einschätzen. „Ich glaube, dass wir von ihm noch sehr viel mehr Gutes sehen werden“, sagt der Ex-Nationalspieler, „das ist ein echter Außenstürmer. Unglaublich, wie gut Claasen im Vergleich zur vergangenen Saison jetzt ist. Er spielt mit Mut, Sicherheit und Selbstvertrauen. Und wenn du das alles mitbringst, dann gelingen dir auch solche Auftritte wie gegen Freiburg und Hoffenheim. Ich freue mich auf die nächsten Spiele. Nicht nur von Claasen, sondern von der gesamten Truppe. Ich habe vor einiger Zeit gesagt, dass es ein Wunder wäre, wenn das noch eine Mannschaft wird. Ich glaube, das Wunder ist geschehen…“

Eine 2+ und eine 4 - die Noten für die Pokal-Löwen gegen Hoffenheim

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