Investor stößt beim OB auf offene Ohren

Reiter verrät: Hier will Ismaik das neue Stadion bauen

+
Hasan Ismaik (l.) stieß bei OB Reiter offenbar auf offene Ohren.

München - 1860-Investor Hasan Ismaik plant einen Stadion-Neubau in Riem. Das hat er am Freitag Oberbürgermeister Dieter Reiter mitgeteilt. Bei dem stößt Ismaik auf offene Ohren. Reiter hatte schon immer diesen Standort favorisiert. Viele Fragezeichen bleiben trotzdem.

Der OB ist Bayern-Fan. Aber in Dieter Reiters (SPD) Münchner Familie, so hat er öfter erzählt, gibt es viele Blaue – und Erinnerungen ans Grünwalder Stadion. Einer Rückkehr der Sechzger nach Giesing steht Reiter offen gegenüber. Offener zumindest als sein Vorgänger Christian Ude. Aber es gibt auch viele Fragezeichen. Im November erklärte Reiter 1860-Investor Ismaik bei einem Treffen im Rathaus, dass ein Neubau am Standort Grünwalder Stadion nicht denkbar sei. Reiter erklärte damals: „Die nächsten Schritte müssen jetzt die Löwen tun. Wir brauchen einen Standort und ein Finanzierungskonzept. Wenn das Hand und Fuß hat, kann die Stadt sich ernsthaft damit beschäftigen.“

Viele Beobachter hatten Zweifel, ob die Löwen weitere Schritte tun würden. Doch am Freitag wurde Ismaik gemeinsam mit 1860-Präsident Peter Casselette erneut beim OB vorstellig. Und wurde dort offenbar überraschend konkret. Die beiden Gäste hätten ihm „den Neubau eines Stadions in Riem“ vorgeschlagen, teilte Reiter hinterher auf Anfrage des Münchner Merkur mit.

Beim OB stoßen sie da auf offene Ohren. Schon kurz nach Amtsbeginn 2014 hatte er erklärt, am liebsten würde er einen 1860-Neubau auf einer Fläche in Riem sehen. Auch die benachbarte Messe gilt als Befürworter – eine neue S-Bahn-Station wird damit wahrscheinlicher, Parkplätze könnten auch in Nicht-Messe-Zeiten besser ausgelastet sein.

Reiter bietet planerische Unterstützung an

„Ich will diese Planungen gerne unterstützen“, sagte Reiter am Freitag nach dem Treffen. „Wohlgemerkt planerisch, nicht finanziell.“ Reiter sagte, er warte jetzt auf eine förmliche Anfrage der 1860-Verantwortlichen, die die Grundzüge der Planung wie Grundfläche, Zuschauerzahlen und so weiter skizziere. „Danach werde ich die Verwaltung bitten, dies zu prüfen und Stellung zu nehmen, um sich dann gegebenenfalls mit den nötigen Entscheidungen zu befassen.“

Ismaik hatte zuletzt für Aufsehen im 1860-Umfeld gesorgt. „Mit euch Löwen werden wir ein neues Stadion bauen, das den Namen, die Identität und Tradition von 1860 trägt“, schrieb er kürzlich auf Facebook. Der schwerreiche Jordanier verwies auf die Mietbelastung für das viel zu große Stadion des roten Lokalrivalen: „Die 6 Millionen Euro Zahlen an den FC Bayern München müssen gestoppt werden“, schrieb er, „diese Gelder sollen in 1860 investiert werden“.

Noch vor Monaten hatte der TSV für einen Neubau den Olympiapark favorisiert. Reiter hatte aber abgewunken. Ein weiteres Fußballstadion nur einen Steinwurf vom Olympiastadion entfernt sei nicht vermittelbar. Eine Rückkehr in das weite Rund gilt schon lange als die Lieblingslösung der Stadt – sie investiert sehr viel Geld in das Denkmal, das aber kaum noch bespielt wird. Er wisse aber natürlich, sagte Reiter, der Münchner Fußball-Fan, dass das den Löwen kaum schmackhaft zu machen sei.

Nun also könnte es doch auf Riem hinauslaufen – wenn Ismaik Taten folgen lässt. Der Mann gilt als sehr sprunghaft, der Verein taumelt sportlich am Abgrund, ein Abstieg in die dritte Liga ist nicht unwahrscheinlich.

Die Fanszene auf jeden Fall kämpft für einen Auszug aus der Arena – und die Rückkehr ins Grünwalder Stadion. Dorthin könnte unter Umständen auch dann ein Weg führen, wenn Ismaik den großen Worten Taten folgen lassen sollte. Zum Übergang. Noch aber sind viele Fragen offen. Nicht zuletzt gelten die Verträge mit dem FC Bayern, Logen-Kunden und dem Catering auch in der dritten Liga. Die Fans werden auch die neuen Zeichen sowieso mit Vorsicht genießen. „Ismaik baut ein neues Stadion?“, stand kürzlich auf einem großen Plakat in der Nordkurve. „Luftschlösser aus 1001 Nacht!“

Unsere Fan-Aktion #60bleibtdrin

Machen auch Sie mit bei unserer Fan-Aktion und unterstützen Sie den TSV 1860 im Kampf gegen den Abstieg. Schicken Sie uns Fotos, motivierende Sprüche oder kurze Video-Botschaften, die zeigen, dass die Löwen-Fans auch weiterhin voll und ganz an ihren Verein glauben und versehen Sie das Ganze mit dem Hashtag #60bleibtdrin. Wie Sie teilnehmen, erfahren Sie hier.

Von Felix Müller

Auch interessant

Meistgelesen

Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Löwen wollen jetzt zusammenhalten - aber wie?
Löwen wollen jetzt zusammenhalten - aber wie?
Nur Neuhaus‘ Treffer macht den Löwen Hoffnung
Nur Neuhaus‘ Treffer macht den Löwen Hoffnung
Personal, Taktik, Tickets: Die wichtigsten Fragen zur Relegation
Personal, Taktik, Tickets: Die wichtigsten Fragen zur Relegation

Kommentare