OB verrät Details über Gespräche mit Ismaik

Stadionfrage: Das ist die wahrscheinlichste Lösung

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OB Dieter Reiter.

München - Das Treffen zwischen Hasan Ismaik und OB Dieter Reiter soll ziemlich harmonisch verlaufen sein. Das verkünden sowohl die Löwen wie auch das Stadtoberhaupt. Aber einem Wunsch des Investors erteilt der Oberbürgermeister gleich eine Absage.

Drei Tage lang weilte Hasan Ismaik in München - und man kann sich kaum mehr erinnern, wann ein Besuch des Löwen-Investors zuletzt so harmonisch verlaufen ist, wie dieses Mal. Die Stippvisite des Jordaniers scheint ein Erfolg gewesen zu sein: Sportlich gesehen wurde der 39-Jährige Zeuge von den Siegen der Profis gegen St. Pauli und der Reservemannschaft im Derby gegen den FC Bayern. Dazu lernte Ismaik das neue Löwen-Personal mit Präsident Peter Cassalette, Sportchef Oliver Kreuzer und Trainer Benno Möhlmann kennen - all das in einer partnerschaftlichen Atmosphäre mit angeblich fruchtbaren Gesprächen. Zuguterletzt ergatterte sich Ismaik auch noch einen Termin beim wichtigsten Mann in der Stadt: Oberbürgermeister Dieter Reiter.

Neues Stadion: Ismaik will "so schnell wie möglich" eine Lösung

Wie die "Löwen" am Dienstag via Pressemitteilung verkündeten, sei auch dieses Treffen äußerst vielversprechend verlaufen. "Vielen Dank an Dieter Reiter für das sehr offene und konstruktive Gespräch", ließ Ismaik ausrichten. Was alles besprochen wurde beim Treffen der Granden? "Wir haben uns über die Stadionfrage und bestimmte Standortoptionen ausgetauscht. Der Oberbürgermeister hat großes Verständnis für Sechzig und seine Fans", so der Löwen-Gesellschafter, der dann sogar noch konkreter wurde: "Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich eine Lösung in der Stadionfrage zu finden, die sowohl den Bedürfnissen der Löwen als auch der Münchner Bürger gerecht wird."

Hasan Ismaik will das Projekt "neues Stadion" vorantreiben.

Klingt nicht schlecht. Allerdings ließ der erste Dämpfer nicht lange auf sich warten: Reiter hält einen Neubau in Giesing für nicht praktikabel. Der OB bestätigte zwar, dass Ismaik einen Stadion-Neubau durchaus voranbringen möchte. Doch so einfach gestaltet sich das nicht. 
Für die Stadt, sagte Reiter, sei eine Rückkehr ins Olympiastadion die "wirtschaftlichste" Lösung. Reiter hat ein großes Interesse, dass das Sportdenkmal wieder bespielt wird. Ismaik habe er trotzdem abgeraten, die Idee weiter zu verfolgen. "Das würde bei den Fans keine Akzeptanz finden", sagte der OB. Und, dass ein Neubau im Olympiapark nur einen Steinwurf von einem bestehenden Stadion entfernt ohnehin nicht vermittelbar sei. "Ein neues Stadion einen Steinwurf entfernt von einem bestehenden Stadion, das kann ich keinem erklären", sagte Reiter.

Reiter: Kein Stadionneubau in Giesing

Am Standort Giesing kann sich Reiter keinen Neubau vorstellen. Ein renoviertes Sechzgerstadion aber schon. 20 000 Plätze könnten drin sein, sagte er. Das sei aber noch "unausgegoren". Mit der Polizei zum Beispiel müsse erst noch im Detail gesprochen werden.

Klingt alles so, als wäre der wahrscheinlichste Standort immer noch der an der Messe in Riem. Die Löwen müssten jetzt die nächsten Schritte tun, erklärte der OB. "Wir brauchen einen Standort und ein Finanzierungskonzept", sagte er. "Wenn das Hand und Fuß hat, kann die Stadt sich ernsthaft damit beschäftigen." Reiter legte Wert auf die Feststellung, dass Ismaik "sehr freundlich und höflich" gewesen sei. Der Investor sei mit Fragen, und nicht mit Antworten zu ihm gekommen", so Reiter.

Die Löwen kündigten unterdessen an, dass es bei den ersten Gesprächen zwischen Ismaik und dem OB nicht bleiben wird, und dass man sich zeitnah wieder treffen wolle, "um erarbeitete Ergebnisse im Hinblick auf eine Lösung abzustimmen".

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