Daumen hoch oder runter?

Löwen bei Ismaik weiter in der Warteschleife

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1860-Präsident Peter Cassalette (r.) hält sich in diesen Tagen bei Investor Hasan Ismaik in Abu Dhabi auf.

München - Geht der Daumen von Hasan Ismaik hoch oder runter? Die Löwen sind weiterhin von der Laune ihres Investors abhängig. Selbst der Trainer ist ratlos.

Peter Cassalette zu erreichen, ist nicht leicht dieser Tage. Bekanntlich hält sich der Präsident des TSV 1860 seit Dienstag in Abu Dhabi auf, eingeladen von Hasan Ismaik. Dort jedoch scheint der Plan, sich mit dem schwer verstimmten Investor auszutauschen, nicht recht voranzukommen. Laut Bild hat Ismaik den Oberlöwen am Mittwoch versetzt. Sport1 berichtete tags drauf, dass Ismaik krank sei. Theoretisch hätte Cassalette also Zeit, an eines seiner Handys zu gehen. Jedoch: Er zieht es vor, die Mailboxen für sich sprechen zu lassen. Informationen will er erst preisgeben, wenn er zurück in München ist.

Dass ein Mann einen ganzen Verein lähmen kann, ist schlimm genug. Geradezu fatal ist aber, dass die, die sein Spielzeug retten sollen, komplett von seinen Launen abhängig sind. Geht Ismaiks Daumen hoch? Oder runter? „Habt Ihr was gehört?“, fragte Trainer Benno Möhlmann hilflos die Journalisten. Zuvor hatte Sportchef Oliver Kreuzer sachlich, aber bestimmt erklärt, dass ohne Ismaiks Zustimmung quasi nichts in diesem Verein umgesetzt werden könne – zunächst nicht mal der längst beschlossene Transfer von Marius Wolf. Erst am Freitagnachmittag wurde er offiziell bestätigt.

Durchgesickert ist, dass der Verkauf des Sturmjuwels nicht mit einer, sondern gar mit zwei Millionen Euro vergütet wird. Ein Betrag, mit dem man durchaus etwas anstellen könnte. Jedoch, so Möhlmann: „Eine Sicherheit, dass dieses Geld auch für Verstärkungen zur Verfügung steht, gibt es nicht.“ Auch Julian Weigl (für 2,2 Mio. nach Dortmund) und Bobby Wood (für 800 000 Euro zu Union Berlin) hatten stattliche Summen eingebracht. Verwendet wurden sie aber nicht etwa, um den Kader zu verstärken, sondern um eines von Ismaiks Darlehen abzulösen.

Wolf-Wechsel fix – für zwei Millionen

Womöglich standen die Verstärkungen für die zweite Saisonhälfte bereits beim Vorbereitungsstart auf dem Platz. Guillermo Vallori, Kai Bülow und Stephan Hain können nach langwierigen Verletzungen wieder mittrainieren. Sascha Mölders, die Leihgabe aus Augsburg, wirkt schon jetzt so, als sei er seit Monaten ein Löwe. Nicht so gut sieht es dagegen bei Jannik Bandowski aus, dessen Ermüdungsbruch noch immer Probleme macht. „Ihn kann ich für die Rückrunde nicht mehr einplanen“, sagte Möhlmann. Besser schaut es bei Rubin Okotie aus. Die Bauchmuskelprobleme, die dem Torjäger akut zu schaffen machen, rühren wohl von verstärktem Fitnesstraining. Vermutet zumindest Möhlmann, und der ist ein anerkannt guter Beobachter.

Mehr Irrwisch an der Bande als stiller Beobachter war der Trainer am Donnerstagabend, als eine Löwen-Delegation das Hallenturnier in Ulm mit Platz drei abschloss. Siege gab es gegen Regionalligist Illertissen (6:1 und 4:2), Niederlagen gegen Oberligist Ulm (1:2) und Ligakonkurrent Kaiserslautern (2:6). Trainerurteil? „Plus/minus Null“, sagte Möhlmann über den Auftritt, der schlapp begann und zwischenzeitlich zumindest Emotionen brachte. Dass Fejsal Mulic und Stefan Ortega Zeitstrafen nach grenzwertigem Einsatz sahen, fand Möhlmann nicht gut. Aber: „Reaktionen sind mir lieber als eine Lethargie wie im ersten Spiel.“

Uli Kellner

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