Hack schwärmt vom neuen 1860-Coach

Fürth-Präsi über Möhlmann: "Geradlinig, klar, konsequent"

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Helmut Hack hat Benno Möhlmann in bester Erinnerung.

München – Drei Mal war Benno Möhlmann Trainer in Greuther Fürth. Der Präsident der Spielvereinigung schwärmt noch heute vom Zweitliga-Routinier, der nun bei den Löwen aushelfen soll.

Am Tag danach herrschte schon wieder grauer Alltag an der Grünwalder Straße. Dauernieselregen. In der Spitze zehn Kiebitze. Und Benno Möhlmann, der Nachfolger von Torsten Fröhling, musste bei seiner zweiten Trainingseinheit im Auftrag des TSV 1860 mit einer Notbesetzung auskommen. Zehn Spieler verletzt, vier auf Länderspielreisen. Was soll’s, sagte Möhlmann gelassen: „Ich bin Pragmatiker.“

Sein Programm zog er trotzdem durch, beraumte kurzfristig sogar eine zweite Trainingseinheit an. Schwerpunkt: Zweikämpfe. Ein erstes Opfer gab’s auch gleich: Kai Bülow zog sich im Duell mit U 19-Talent György Hursan einen Bänderriss im Knie zu: Sechs Wochen Pause, in denen der Relegationsheld eine Schiene tragen muss. Abgesehen von dieser betrüblichen Nachricht dürfte Möhlmann seinen ersten echten Arbeitstag aber genossen haben. Konzentriertes Arbeiten ohne großen Wirbel drumherum – so mag er das. „Ich definiere mich über die Arbeit mit der Mannschaft, auf dem Trainingsplatz“, sagte er: „Da fühle ich mich am wohlsten.“

Bülow: Lange Pause

Der richtige Mann am richten Ort, findet Fürths Präsident Helmut Hack, der Möhlmann seit fast zwei Jahrzehnten kennt. Insgesamt dreimal hat Hack den Bremer ins Frankenland geholt, 1997, 2004 und 2008 – das zeugt von hoher Wertschätzung. Und obwohl sich Hack auch dreimal von Möhlmann trennen musste (2000, 2007, 2009), schwärmt er noch heute von einem tollen Menschen und einer „großartigen, gestandenen Persönlichkeit“.

„Geradlinig, klar, konsequent, berechenbar“ – so beschreibt Hack den Zweitliga-Routinier (501 Spiele), der sich insbesondere für Mannschaften eigne, die in ein „schwieriges Fahrwasser“ geraten seien. „Gerade dann“, sagt er, „kann er einem Verein großen Halt geben.“

Hack gilt in Fürth als Macher – aber auch als Mensch, der schnell nervös wird, weil er um sein Lebenswerk fürchtet. Der 66-Jährige erinnert sich an das erste Mal, als er Möhlmann geholt hat. Nach dem ersten Aufstieg war das, 1997. Katastrophenstart mit sechs Punkten nach neun Spielen (ähnlich wie 1860 jetzt). Panik. Ein Retter musste her, möglichst schnell. In einer nächtlicher Sitzung, so erzählt es Hack, habe erst er „Vertrauen gewonnen in diesen Trainer“ – tags drauf dann die Mannschaft: „Wenn Benno den Jungs gegenübersteht, dann spüren sie sofort zwei Dinge: Sein Charisma – und seine Persönlichkeit. Sie glauben an ihn, weil sie wissen, dass er schon tausend Schlachten geschlagen hat.“

Hacks Ratschläge für 1860

Bielefeld, Fürth, Frankfurt, Ingolstadt. Das waren Möhlmanns Zweitliga-Stationen als Trainer. Doch wird er auch bei einem größeren Verein funktionieren, in einem etwas aufgeregteren Umfeld? „Schwer einzuschätzen“, sagt Hack, „aber einem Mensch mit so viel Lebenserfahrung, dem traue ich das ganz klar zu. Benno ist kein Wunderheiler, den gibt’s auch gar nicht – für 1860 gleich zweimal nicht. Man soll ihn vertrauensvoll arbeiten lassen, dann wird er auch die richtigen Themen anpacken. Diesen Ratschlag kann ich nach München insgesamt geben.“

Die erste Saison, in der Möhlmann als Feuerwehrmann in Fürth arbeitete, endete mit einem Erfolg, den Hack kaum für möglich gehalten hatte: Platz 9. Später waren die Möhlmann-Fürther dann für ihre fünften Plätze bekannt. Hätte man bei 1860 jahrelang uncool gefunden, würde man inzwischen aber blind unterschreiben.

Hack freut sich schon, wenn er seinen Ex-Ex-Ex-Trainer am 23. Oktober wiedersieht. „Da ist was gewachsen in all den Jahren“, sagt er: „Er ist ein langjähriger Freund von mir geworden, ein wertvoller Mensch. Aber: Die Punkte bleiben in Fürth – wir brauchen sie leider auch.“

Uli Kellner

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