"Dann wäre Schneider wieder Präsident"

Wird Mayrhofers Wahl für ungültig erklärt?

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1860-Präsident Gerhard mayrhofer.

München - Aktenzeichen 22 O 25649/13 – Kirmaier gegen den TSV 1860. Dieser Termin am Freitag am Landgericht München I wird die Sechziger und ihren Anhang ab 9 Uhr beschäftigen.

Das 1860-Mitglied Helmut Kirmaier (57) will die Wahl von Präsident Gerhard Mayrhofer bei der Mitgliederversammlung am 14. Juli 2013 für ungültig erklären lassen (tz berichtete). Die Argumentation: Hep Monatzeder hätte als von den Delegierten abgelehnter Präsident gar nicht erst zu dieser Mitgliederversammlung laden dürfen.

Kirmaiers Anwalt Heinz Veauthier geht optimistisch in die heutige Verhandlung. „Wir haben allen Anlass anzunehmen, dass unseren Anträgen stattgegeben wird“, sagte Veauthier gestern gegenüber der tz und wiederholte seinen Vorwurf, die 1860-Mitglieder seien hintergangen worden, indem Monatzeder am 7. Mai 2013, also zwei Wochen nach der Ablehnung am 25. April 2013, ins Vereinsregister eingetragen worden sei. Eine Anschuldigung, die Vizepräsident Heinz Schmidt bereits vor einem Monat in aller Deutlichkeit zurückgewiesen hatte. Die Eintragung ins Vereinsregister sei zwar am 7. Mai erfolgt, der notarielle Antrag vom Verein auf die Eintragung aber bereits am 19. April, also vor der Delegiertenversammlung, gestellt worden. Von einer Täuschung könne also keine Rede sein. „Falsche Tatsachen ärgern mich“, so Schmidt.

Saison-Rückblick: Achterbahnfahrt bei den Löwen

Mit einem neuen Präsidenten geht der TSV 1860 München in die Spielzeit 2013/2014. Gerhard Mayerhofer ruft für die Löwen die Jagdsaison aus. Klares Ziel: der Aufstieg in die Bundesliga. © MIS
Gestartet wurde das Unterfangen mit Trainer Alexander Schmid. Doch nach sechs Spieltagen und einer 0:2-Pleite gegen den SV Sandhausen ist für den 45-Jährigen schon wieder Schluss. © MIS
Auf ihn folgt mit Friedhelm Funkel ein prominenter Name. Der erfahrene Coach ist in seiner Karriere bereits fünf Mal aufgestiegen. Mit ihm wollen die Sechzger endlich den Sprung zurück in die Erstklassigkeit schaffen. © MIS
Sportliches Highlight ist ganz klar das DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund. In der zweiten Runde spielen die Löwen in der ausverkauften Allianz Arena gegen den BVB. Erst in der Verlängerung unterliegt man dem Vize-Meister aus Dortmund. © MIS
Im Fokus steht an der Grünwalder Straße aber wie jedes Jahr nicht nur das Sportliche. Vor allem auf Vorstandsebene kehrt keine Ruhe ein. Mit Robert Schäfer muss der Geschäftsführer den Hut nehmen. Zu einem frühen Zeitpunkt der Saison bereits die zweite personelle Veränderung.  © sampics / Stefan Matzke
Nachfolger von Schäfer wird Markus Rejek. Der frühere Dortmunder bringt 14 Jahre Erfahrung von den Borussen mit und soll das Image der Löwen aufbessern. © MIS
Im Liga-Alltag herrscht die Hinrunde über Tristesse. Zur Winterpause liegt man nur auf Rang acht. Allerdings liegt der Relegationsplatz Drei in Reichweite. Mit den Winter-Neuzugängen um den Japaner Osako soll im Jahr 2014 der Sprung auf einen Aufstiegsplatz gelingen.  © MIS
Doch der TSV 1860 München verabschiedet sich im Laufe der Rückrunde ziemlich schnell aus dem Aufstiegsrennen. Als absehbar ist, dass es auch in dieser Saison nichts mit der Rückkehr in die erste Liga wird, muss Sportchef Florian Hinterberger seinen Posten räumen.   © sampics
Und auch Friedhelm Funkel darf nicht weitermachen. Seine Vorstellungen passen nicht mit denen der Vereinsführung zusammen. Nach der peinlichen 0:3-Niederlage gegen den Karlsruher SC wird der Trainer vorzeitig entlassen. © MIS
Für ihn übernimmt Interimstrainer Markus von Ahlen, der aus den letzten fünf Partien noch zehn Punkte holt. Seine Chancen auch nächste Saison den Trainerposten inne zu haben stehen dadurch nicht schlecht.  © MIS
Das behauptet zumindest der neue Sportdirektor Gerhard Poschner. Unter seiner Führung soll eine schlagkräftige Mannschaft zusammengestellt werden, die nächstes Jahr den Aufstieg in Angriff nimmt. © sampics
Erste Veränderungen hat Poschner schon eingeläutet. Mit Benny Lauth und Daniel Bierofka verabschiedete der Verein beim letzten Heimspiel der Saison zwei "echte" Löwen. Bei beiden wurden die auslaufenden Verträge nicht verlängert.  © MIS
Wer ist rechtmäßiger Löwen-Präsident? Gerhard Mayrhofer (l.) und Dieter Schneider am 3. Juli 2013.

Wie Richterin Christina Weitnauer heute im Saal 104 des Justizpalastes urteilen wird? Sollte Kirmaier recht bekommen, „dann wäre Dieter Schneider wieder Präsident und könnte eine Wahlversammlung einberufen“, sagt Anwalt Veauthier. Die klubpolitische Uhr wäre quasi um ein Jahr zurückgestellt – mit nicht absehbaren Folgen für die in der Saisonplanung steckenden Löwen. Allerdings würde 1860 (vor Gericht heute durch das aktuelle Präsidium vertreten) bei solch einem Urteil mit Sicherheit in Berufung gehen. Andersrum stellt sich die Frage, ob Kirmaier die nächste Instanz anrufen würde. „Das hängt davon ab, ob es das meinem Mandanten dann noch wert wäre“, sagt Veauthier.

Möglich, dass heute auch gar keine Entscheidung fällt, die Richterin Rechtshinweise gibt und ein neuer Termin anberaumt wird. Bei der Versammlung der 1860-Fußball-Abteilung am Sonntag wird so oder so für ausreichend Debattenstoff gesorgt sein (wir berichten im Live-Ticker).

lk

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