Kein Plan, kein Mut, kein Fußball

Hilft jetzt nur noch Frustsaufen?

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Wiesn-Folklore mit Mayrhofer und Helfer.

München - Das Remis der Löwen gegen Ingolstadt - es war einfach grausam. Gut, dass die Fans hinterher zum Frustsaufen auf die Wiesn gehen konnten. Das Spiel der Sechzger: Kein Plan, kein Mut, kein Fußball.

Fünfmal hat der Löwe gnadenlos zugeschlagen, die Technik absolut perfekt, spritzig war’s und am Ende sowieso wie immer ein Genuss. Auch wenn es keiner glauben will, die Rede ist hier wirklich von der Allianz Arena und vom vergangenen Samstag. Allerdings geht es nur um die Folklore vor dem Spiel, als der per Notvorstandsverordnung derzeit vom Amt als Vizepräsidenten entbundene Peter Helfer sich auf dem Rasen über ein Bierfass hermachte. Wiesn-Gaudi in Fröttmaning, mit der es dann aber für die rund 20 000 Löwenfans in der Arena schnell vorbei war. Nach der unterirdischen Leistung am Samstag bleibt dem blauen Anhänger in Sachen Wiesn-Bier nur noch eins: Frustsaufen.

Sechs Punkte aus sechs Spielen – und dass die Partie gegen den FC Ingolstadt 1:1 ausging, war kein Indiz, dass die Löwen auf Augenhöhe gewesen wären. Der Punkt war kaum ein Trost für die gepeinigte Anhängerschar. Aber wenn’s einer nötig haben sollte, hier ein paar Trostspender.

Vier Mal die 5! Bilder und Noten zum Löwen-Remis am Wiesn-Auftakt

Vier Mal die 5! Bilder und Noten zum Löwen-Remis am Wiesn-Auftakt

Der TSV 1860 hat immerhin den Tabellenführer gestürzt.

Abwehrmann Gary Kagelmacher wies drauf hin, „dass wir seit über einem Monat nicht mehr verloren haben“. Okay, es waren drei wenig ansehnliche Unentschieden und ein glücklicher Sieg beim FC St. Pauli, der wenige Tage später beim bis dahin punktlosen Tabellenletzten in Aue eine 0:3-Klatsche einstecken musste …

Und von Ingolstadts Trainer Ralph Hasenhüttl gab’s auch noch ein Bonbon. „1860 hat eine neue Mentalität“, sagte er, „die Löwen können Rückschläge wegstecken.“ Erneut wurde ja ein 0:1 egalisiert.

Die hundertprozentige Chancenausnutzung. Eine Möglichkeit – ein Tor. Natürlich von Rubin Okotie.

Damit genug der Lobhudelei. Nicht, dass noch einer auf den Gedanken kommt, die Löwen müssten drei Punkten nachtrauern. Umgekehrt war’s. Und das sprach auch Hasenhüttl hinterher an, als die Kameras aus waren: „Wir hätten drei Punkte mitnehmen müssen. Ein neu­traler Beobachter wird den Eindruck gewonnen haben, dass wir die Heimmannschaft gewesen sind.“ Was einige Zahlen neben jeder Menge verballerten „Hochkaräter“ belegen: 24:6 Torschüsse für Ingolstadt, 7:0 Ecken. Für die optische Überlegenheit gibt’s noch keine Maßeinheit.

Kein Wunder, dass Löwencoach Ricardo Moniz seufzend feststellte: „Ingolstadt hat so gespielt, wie ich gerne spielen würde. Unser Spiel war zu passiv, das müssen wir schnell ändern, um offensiven Druck auszuüben. Und diese Passivität hat vor allem mit unserem Mittelfeld zu tun. Es herrscht immer noch Angst, sich selbstbewusst zu präsentieren.“

Oder auch gar nicht. Wie die beiden Spanier Ilie Sanchez und Edu Bedia am Samstag. Die zwei mit großen Vorschusslorbeeren verpflichteten Neuzgänge vom FC Barcelona B waren auch gegen Ingolstadt so gut wie nicht präsent. Aber darf Moniz sie überhaupt aus der Mannschaft nehmen? Immer heftiger wird gemunkelt, dass der Trainer längst nicht mehr die alleinige Entscheidungsgewalt besitzt. Moniz scheint auch nicht zu passen, dass Leonardo, den er als Zehner sieht, Rechtsaußen spielen muss und dort Defensivaufgaben zu erledigen hat. Moniz: „Leonardo ist kein rechter Verteidiger.“

Ein weiteres Problem: Der proppenvolle Kader. Am Samstag saßen Leute wie Vallori und Adlung nur auf der Tribüne. Moniz: „Ich merke wie angefressen Vallori ist, aber am Dienstag in Sandhausen wird er auch nicht dabei sein. Adlung schon.“ Eventuell will es Moniz dort mit zwei Stürmern (Rodri und Okotie) versuchen. „Es ist eine Überlegung für die Zukunft“, sagte er. Ob er aber überhaupt noch eine hat?

tz

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