Bosse erhoffen nun Planungssicherheit

Frohe Löwen-Botschaft: Ismaik macht Geld locker

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Alles wieder super? Investor Hasan Ismaik (l., hier mit Oliver Kreuzer) will Sechzig nicht im Stich lassen.

Estepona - Hasan Ismaik hat sich zu Sechzig bekannt. Wie die Bosse am Rande des Trainingslagers mitteilen, wird der Investor weiter Geld zur Verfügung stellen. Doch was ist die Zusage wert?

Bizarre Facebook-Botschaften von Geldgeber Hasan Ismaik, anhaltende Insolvenzgerüchte, dazu die prekäre sportliche Lage - der TSV 1860 hat seinen Ruf als Chaosklub par excellence in den letzten Tagen und Wochen eindrucksvoll bestätigt. Wird dieser Freitag, der 22. Januar 2016, nun als Tag der Wende zum Guten in die blauen Annalen eingehen?

Die Pressekonferenz am Freitagmittag mit Markus Rejek und Noor ­Basha in der Lobby des Teamhotels "Elba" im spanischen Estepona war noch keine Stunde beendet, als beide Geschäftsführer um 13.30 Uhr mit strahlenden Mienen zu den in ihre Laptops hackenden Reportern zurückkehrten.

Es gebe neue, überaus positive Nachrichten hinzuzufügen, sagte Rejek und verwies auf ein Telefonat, das Basha soeben mit Ismaik geführt habe. Ja, man könne durchaus von einem "Durchbruch" sprechen, meinte Pressesprecher Thomas Blazek. Ein Durchbruch dahingehend, dass die Lichter so schnell doch nicht ausgehen werden beim krisengeschüttelten Zweitligisten.

Ismaik will wohl Geld für nächste Saison bereitstellen

"Hasan steht zu seinem Wort", verkündete Rejek mit sichtlicher Erleichterung. "Er wird uns weiter unterstützen, die im Sommer auslaufenden Darlehen verlängern und er wird uns auch weitere finanzielle Mittel für die Saison 2016/2017 zur Verfügung stellen." 

Peter Cassalette und Hasan Ismaik (r.).

Zwar habe die Zusage bislang nur mündlichen Charakter, trotzdem herrscht bei den 1860-Verantwortlichen wieder vorsichtiger Optimismus. "Wir haben jetzt Planungssicherheit", meinte Rejek: "Wir haben jetzt kein Fragezeichen mehr, sondern ein dickes Ausrufezeichen. Wir können uns nun endlich auf die wichtigen Aufgaben konzentrieren, nämlich die im Sport. Jetzt können unsere Mitarbeiter in Ruhe arbeiten. Das sorgt für Beruhigung am Arbeitsplatz - und auch bei den Fans."

Bei den Fans im Mannschaftshotel löste die blaue Frohbotschaft spontanen Applaus aus. Präsident Peter Cassalette sprach von einer tollen Nachricht, es fehlten im Grunde nur noch die Fanfarenstöße von der Rezeption und ein spontaner Flaggenwechsel vor dem Hotel. Sechzig! Ist! Gerettet! Mal wieder jedenfalls…

Löwen planen ihre Zukunft zweigleisig

Denn zum echten Glück fehlt zum einen der Klassenerhalt. Und zum anderen ein halbwegs berechenbarer Kurs für die sportliche Zukunft. "Wir planen bei der Lizenzierung sowohl für die Zweite als auch für die Dritte Liga, alles andere wäre verantwortungslos", sagte Rejek.

Stichtag für die Einreichung der Planungszahlen ist der 15. März, bis Ende Mai müsste der Darlehensvertrag (oder eine andere Art der Ismaik’schen Finanzierung) bei der DFL vorliegen. Dann wäre die Erteilung der Spielgenehmigung für die Saison 2016/17 wohl kein Problem mehr.

Ob der erklärte Durchbruch auch die kurzfristige Bereitstellung der versprochenen Million für neue Spieler bedeute? Damit sei laut Rejek nicht zu rechnen. "Wir brauchen aktuell auch kein zusätzliches Geld", meinte der Geschäftsführer: "Das Geld, das wir durch den Verkauf von Marius Wolf eingenommen haben, hat uns Spielraum gegeben, all die Maßnahmen durchzuführen, die wir uns vorgenommen haben." Noor Basha fasste den Tag schön zusammen: "Es ist sehr schwer, Hasan zu beeinflussen. Am Ende des Tages macht er, was er will."

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